Wildcampen in den Diablerets
Das Diablerets-Massiv liegt auf der Grenze zwischen der Waadt und dem Wallis, über Les Diablerets. Auf der Waadtländer Seite ist eine Nacht nur mit dem Ja der Grundeigentümerschaft erlaubt, und auf dem Plateau von Pierredar ist das der Kanton Waadt. Drüben auf dem Tsanfleuron, in Savièse, ist Campieren verboten.
Was heisst das?
Illegal Eine konkrete Regel verbietet es, meist mit Busse, und sie wird durchgesetzt. Schlaf woanders.
Nicht erlaubt Hier gibt es keinen echten Platz zum Zelten. Ein abgesperrtes Gelände, ein bebautes Gebiet oder nirgends sinnvoll zum Hinlegen, auch wenn keine Busse droht.
Kommt drauf an Du darfst hier schlafen, aber zuerst gilt eine Bedingung: den Grundeigentümer fragen, einen Platz buchen, in einer festen Zone bleiben oder statt Zelt nur biwakieren. Der Bericht sagt, welche.
Toleriert Keine Regel erlaubt oder verbietet es klar, aber eine einzelne Nacht wird in der Praxis akzeptiert und niemand schreitet ein. Üblich für hohe Biwaks über der Baumgrenze.
Legal Eine Nacht ist hier in Ordnung. Entweder erlaubt es eine Regel, oder wir haben alle Gesetze geprüft und nichts dagegen gefunden. Trotzdem: spät aufbauen, früh weg, keine Spuren.
Wildcampen in den Diablerets: ein Massiv, zwei Kantone
Wildcampen in den Diablerets ist eine Frage nach einem Massiv auf einer Kantonsgrenze. Die Bergstation Scex Rouge von Glacier 3000, das Oldenhorn, das Plateau von Pierredar und die ganze Nordseite des Massivs liegen in der Waadtländer Gemeinde Ormont-Dessus, wie das Dorf Les Diablerets darunter. Östlich vom Scex Rouge geht das Gelände in den Glacier de Tsanfleuron über, in sein Karrenfeld aus Kalk und in den Col du Sanetsch, und all das ist die Walliser Gemeinde Savièse. Der Gipfel selbst steht wenige Dutzend Meter innerhalb von Conthey VS, an dessen Grenze zu Ormont-Dessus, die Südwand fällt nach Conthey ab, und die Berner Grenze von Gsteig verläuft 300 bis 600 m östlich der Cabane des Diablerets.5
Ein Massiv hat keinen einzelnen Platz, also lautet die Frage, wo eine Nacht tatsächlich stattfände. Nicht im Dorf, nicht im Talboden des Creux de Champ und nicht am Lac Retaud: ein Dorf, ein beweideter Talkessel unter der Waldgrenze und ein See mit Strasse und Restaurant. Weiter oben findet sie auf dem Plateau von Pierredar statt, rund um das Refuge auf etwa 2'290 m, im Karrenfeld von Tsanfleuron, auf das die Gäste von Glacier 3000 hinüberschauen, und auf dem Bahn- und Hüttengelände am Scex Rouge.5
Die Antwort teilt sich an der Kantonsgrenze. Auf der Waadtländer Seite ist eine Nacht mit dem Ja der Eigentümerschaft erlaubt. In Savièse verbietet die Gemeinde das Campieren ganz. Kein Jagdbanngebiet des Bundes und keine Wildruhezone deckt einen dieser Orte: Die Linie, auf die es ankommt, ist die Gemeindegrenze, und die kannst du auf map.geo.admin.ch prüfen.165
Das Plateau von Pierredar: die Nacht, mit dem Ja der Eigentümerschaft
Auf dem Plateau von Pierredar findet eine Nacht in den Diablerets realistischerweise statt. Es ist eine Terrasse auf etwa 2'290 m unter der Nordwand des Massivs, mit dem Refuge de Pierredar, von Les Diablerets durch den Creux de Champ in rund 3 h 15 und 1'100 m Aufstieg auf einem T3-Weg erreichbar. Südlich vom Refuge liegt eine graue Schotterebene mit verzweigten Bächen; im Westen und Südwesten Karrenkalk mit Grasflecken.58
Ziel ist der grösste Grasfleck. Um WGS84 46.320653 / 7.193127 (LV95 2'581'091 / 1'129'947), auf 2'275 m, rund 148 m westsüdwestlich vom Refuge und 19 m tiefer, liegen etwa 484 m² mit höchstens 5 Grad Neigung, im Mittel 2,5. Der markierte Weg führt 102 m entfernt vorbei, aber ein Trampelpfad quert den Fleck: Stell das Zelt an seinen Nord- oder Südrand, neben den Pfad. Nicht auf die Schotterebene, deren Boden nass ist und sich bewegt, und nicht auf das Moos und die Zwergweiden an ihrem Rand.58
Wen du fragst, bevor du aufsteigst. Die Gemeindekanzlei von Ormont-Dessus, Rue de la Gare 1, 1865 Les Diablerets, +41 24 492 00 20, greffe@ormont-dessus.ch: Frag, welche Stelle für den Boden des Kantons auf Pierredar zuständig ist, und hol das Ja ein, bevor du gehst. Der Club, der das Refuge führt, hat nur das Gebäude und kann es nicht geben.24
Ein Bett statt Zelt. Das Refuge de Pierredar hat 20 Plätze, 25 Franken die Nacht, 20 Franken für SAC-Mitglieder, Halbpension 35 Franken. Seine publizierte Saison 2027 läuft vom 19. Juni bis 19. September; bis dahin gibt es keinen Zugang ins Innere, auch keinen Winterraum. In der Saison reservierst du per Telefon, +41 79 127 56 67, sonst per Mail an refuge@pierredar.ch.8
Wessen Ja: der Kanton Waadt, ohne publizierten Weg
Das Plateau gehört dem Kanton. Das Refuge und die Wiese darum liegen auf der Parzelle 3084 von Ormont-Dessus, 11'189'026 m², einer gewöhnlichen Parzelle in der Landwirtschaftszone. Der Beschluss vom 16. August 1972, mit dem das Pflanzenschutzgebiet Col du Pillon-Becca d'Audon geschaffen wurde, führt als Eigentümer "ÉTAT DE VAUD" auf, und der Betreiber des Refuge schreibt heute, der Boden gehöre dem Kanton Waadt. Der Club de Pierredar hat für das Refuge ein Baurecht von 300 m², nicht das Plateau.48
Ein Weg zum Ja des Kantons ist nicht publiziert. Keine kantonale Stelle veröffentlicht eine Praxis zum Campieren auf dieser Parzelle, und eine Gebühr ist nicht bekannt. Die Gemeindekanzlei ist die Tür: Frag sie, wer für den Boden des Staates antwortet. Kann niemand rechtzeitig Ja sagen, ist die ehrliche Antwort für diese Nacht das Refuge in der Saison oder eine Tagestour.24
Eine Frage ist offen, und sie trennt die Wiese vom Fels. Nach Waadtländer Recht sind Fels, Geröll, Firn und Gletscher öffentlicher Grund des Kantons. Ormont-Dessus verbietet das Campieren auf öffentlichem Grund ausser an Plätzen, die es bezeichnet, und hier oben hat es keine bezeichnet. Würde die Gemeinde dieses Verbot je auf Fels und Geröll des Kantons anwenden, wäre die Antwort dort nein. Der Grasfleck liegt auf der eingetragenen Parzelle, die nach der Definition der Gemeinde selbst privater Grund ist, wo das Ja die Regel ist. Also aufs Gras, nicht auf den nackten Kalk.32
Die Schutzgebiete verbieten keine Nacht. Das Plateau liegt im kantonalen Wildschutzgebiet Diablerets-Muveran, wo Hunde an die Leine gehören, im Objekt BLN 1503 des Bundesinventars der Landschaften und in einem regionalen Inventar des Gletschervorfelds; keines davon hat eine Campingregel. Das Pflanzenschutzgebiet von 1972, das Pflücken und Beschädigen von Pflanzen verbietet, liegt um die Cabane des Diablerets, nicht auf dem Plateau.74
Tsanfleuron und Sanetsch: das eine klare Nein
Hier stellen sich viele ein Biwak in den Diablerets vor: das helle Karrenfeld von Tsanfleuron, gesehen von der Bergstation Glacier 3000. Es ist der eine Ort im Massiv, an dem die Antwort eindeutig ist. Vom Glacier de Tsanfleuron ostwärts liegen das ganze Karrenfeld, die Cabane de Prarochet, der Col du Sanetsch auf 2'252 m und der Lac de Sénin in der Gemeinde Savièse.5
Savièse verbietet das Campieren auf dem ganzen Gemeindegebiet. Sein Polizeireglement, vom Staatsrat am 16. April 2025 homologiert, gilt für die ganze Gemeinde (Art. 4) und verbietet Campieren, Caravaning und Gleichgestelltes ausserhalb der Plätze, welche die Behörde ausdrücklich bezeichnet hat (Art. 35 Abs. 2). Die Busse reicht von 10 bis 10'000 Franken (Art. 77). Der einzige bezeichnete Platz ist ein Wohnmobilstellplatz beim Binii, unten im Tal.6
Die Grundeigentümerin kann es nicht aufheben. Die Alp Tsanfleuron gehört der Burgergemeinde Savièse, aber das Verbot verlangt einen von der Gemeinde bezeichneten Platz, keine Zustimmung der Eigentümerin. Ein Biwaksack ist nicht genannt, doch die Worte "ce qui leur est assimilable" erfassen ihn wohl, und kein Entscheid sagt etwas anderes: Verlass dich nicht darauf. Der Boden sagt dasselbe: nackter, zerklüfteter Kalk mit kleinen Tümpeln und fast ohne Rasen. Ein Bett in der Cabane de Prarochet ist kein Campieren.65
Ort für Ort: Was wo gilt
- Plateau von Pierredar, 2'275 m: eine Nacht mit dem Ja des Kantons. Auf dem Grasfleck westsüdwestlich vom Refuge, neben dem Trampelpfad.14
- Karrenfeld von Tsanfleuron, Glacier de Tsanfleuron, Cabane de Prarochet, Col du Sanetsch, Lac de Sénin: nein. Savièse verbietet das Campieren auf dem ganzen Gemeindegebiet ausserhalb bezeichneter Plätze, und am Berg gibt es keine.6
- Glacier 3000, Scex Rouge und Cabane des Diablerets, 2'486 m: kein Ort für ein Zelt. Bahn-, Pisten- und Hüttengelände, seit 2017 als Zone für touristische Infrastruktur ausgeschieden. Reservier stattdessen die Hütte.9
- Creux de Champ, 1'405 m: nein. Ein beweideter Talboden unter der Waldgrenze, durchzogen von Murgangrinnen; das Landschaftsinventar darum hat keine Campingregel, das Problem ist der Boden.57
- Lac Retaud, 1'685 m: nein. Strasse, Restaurant, Parkplatz und Bushaltestelle am Ufer; der See selbst ist öffentlicher Grund, auf dem Ormont-Dessus das Campieren verbietet.52
- Dorf Les Diablerets: nein. Auf öffentlichem Grund ist Campieren verboten, und der Rest sind Gärten und Wiesen. Schlaf auf dem Campingplatz in Vers-l'Eglise.210
- Isenau, 1'864 m: eine Nacht mit einem Ja, im Sommer vom Älpler, sonst von der Gemeinde, der die Alp gehört. Wildcampen auf Isenau.
- Derborence, am Südfuss in Conthey VS: ein eigenes Ziel, auf dieser Seite nicht behandelt.
Wo nicht: das Dorf, der Creux de Champ und der Lac Retaud
Das Dorf ist kein Ort für ein Zelt. Auf öffentlichem Grund ist das Campieren in Ormont-Dessus in jeder Form verboten, ausser an Plätzen, welche die Municipalité bezeichnet. Alles andere in Les Diablerets ist jemandes Garten, Wiese oder Parkplatz, also gehört das Zelt hier unten auf den Campingplatz.2
Der Creux de Champ ist ein beweideter Talkessel, kein Zeltplatz. Sein Boden auf 1'405 m liegt unter der Waldgrenze, Wald 170 bis 500 m rundum, ein Alpgebäude am Nordwestrand und breite Murgang- und Lawinenrinnen der Grande Eau quer darüber. Auf dem Papier würde das Ja der Berechtigten eine Nacht erlauben; im Gelände ist es Weide im Weg der Wildbäche. Geh weiter bis Pierredar.52
Der Lac Retaud ist ein See an der Strasse. Auf 1'685 m hat er das Restaurant du Lac Retaud am Südwestufer, Strasse und Parkplatz entlang zweier Seiten und eine Bushaltestelle. Das Wasser ist öffentlicher Grund, auf dem Campieren verboten ist, und ein Laichgebiet für Amphibien; das Ufer ist privater Alpboden.57
Legal schläfst du im Tal auf dem Campingplatz. Der Camping de la Murée in Vers-l'Eglise, in derselben Gemeinde, hat 25 Zeltplätze, +41 24 492 15 58, camp.muree@gmail.com. Sein Eintrag sagt, er sei ganzjährig offen, und zugleich, er schliesse von November bis Mitte Dezember: Ruf vor einer Herbstnacht an.10
Das Recht: eine Zustimmungsregel des Kantons, eine der Gemeinde, und ein Verbot in Savièse
Auf der Waadtländer Seite entscheidet das kantonale Campinggesetz schon über die erste Nacht:
"Le camping occasionnel, hors des places autorisées, n'est permis qu'avec l'assentiment du propriétaire du fonds ou, le cas échéant, du fermier ou du locataire. Pour une durée de plus de 4 jours, l'autorisation de la commune est requise."Loi sur les campings et caravanings résidentiels (LCCR), BLV 935.61, Art. 27 Abs. 1. Auf Deutsch: Gelegentliches Campieren ausserhalb bewilligter Plätze ist nur mit der Zustimmung des Grundeigentümers oder gegebenenfalls des Pächters oder Mieters erlaubt; für mehr als 4 Tage braucht es die Bewilligung der Gemeinde.
Schon die erste Nacht braucht das Ja. Das Gesetz gilt ausdrücklich für das gelegentliche Campieren (Art. 42), und Art. 44 büsst einen Verstoss mit bis zu 10'000 Franken. Es definiert Campieren nicht, und ein Biwaksack ist nicht genannt; kein Gericht hat darüber entschieden. Behandle den Biwaksack wie ein Zelt und frag.1
Die Gemeinde sagt dasselbe und fügt ein Verbot hinzu. Das Polizeireglement von Ormont-Dessus, genehmigt am 5. Juli 2021, verbietet Campieren und Caravaning in jeder Form auf öffentlichem Grund, ausser wo die Municipalité Plätze bezeichnet (Art. 76 Abs. 1). Auf privatem Grund erlaubt es gelegentliches Campieren nur mit dem Einverständnis von Eigentümer, Mieter, Pächter oder anderem Besitzer und verlangt über vier Tage, 3 Nächte, die Bewilligung der Municipalité (Art. 76 Abs. 2). Die Bussen reichen bis 500 Franken, im Wiederholungsfall bis 1'000 Franken (Art. 11, mit dem kantonalen Übertretungsgesetz).2
Was keine Nacht verbietet. Kein Jagdbanngebiet des Bundes, keine Wildruhezone und kein Park deckt das Plateau, das Karrenfeld, den Creux de Champ oder den Lac Retaud. Das kantonale Wildschutzgebiet verlangt Hunde an der Leine, das Landschaftsinventar BLN 1503 bindet die Behörden, nicht die Campierenden, und das Auenobjekt des Bundes am Glacier de Tsanfleuron, das Prarochet deckt, verpflichtet den Kanton zum Schutz, ohne Regel für Besucher.57
Jenseits der Grenze ein Verbot ohne Zustimmungsweg. In Savièse lässt Art. 35 Abs. 2 des Polizeireglements nur Plätze zu, welche die Gemeinde bezeichnet, egal was die Eigentümerin sagt. Wie die Ebenen zusammenspielen: die Übersicht Waadt, die Übersicht Wallis und die Übersicht Schweiz; das nächste Massiv südlich steht in Wildcampen rund um Bex.6
Anreise, Saison und Gelände
Bis Ende Dezember 2026 gibt es dort oben kein Bett. Das Refuge de Pierredar ist geschlossen, ohne Zugang ins Innere bis Juni 2027. Die Cabane des Diablerets, 32 Plätze, öffnet für den Winter am 31. Dezember 2026, abhängig von den Bahnen von Glacier 3000, bis 30. April 2027, und hat ebenfalls keinen Winterraum: "La cabane n'est ouverte qu'en présence du gardien. Il n'y a ni local de secours, ni local d'hiver." +41 24 492 21 02. Eine Oktobernacht auf Pierredar ist eine Nacht draussen mit dem Ja des Kantons, oder keine.89
Der Aufstieg. Von Les Diablerets durch den Creux de Champ auf dem Weg Prapio, T3, rund 3 h 15 und 1'100 m Aufstieg. Der Weg Drudy ist T4. Vom Scex Rouge erreichst du das Plateau nur über den Klettersteig Dames Anglaises.8
Empfindlicher Boden. Der Betreiber weist auf die Zwerg-Polarweide auf dem Plateau hin. Bleib auf dem Gras, versetz keine Steine, halt alles aus den Bächen und hinterlass den Fleck, wie du ihn angetroffen hast. Das Wort des Alp- und Hüttenpersonals gilt.8
Allgemeine Regeln fürs Wildcampen
Das gilt überall, wo du tatsächlich draussen schlafen darfst, in den Diablerets also eine Nacht auf dem Plateau von Pierredar mit dem Ja des Kantons, oder ein Platz auf dem Campingplatz. Es ist kein Gesetzestext, sondern Anstand auf einem empfindlichen Gletschervorfeld, das der Öffentlichkeit gehört, in einem Schutzgebiet für Wildtiere.
- Kein Feuer. Offenes Feuer hat in den Bergen nichts verloren. Ein Gaskocher reicht.
- Spät aufstellen, früh abbauen. Erst gegen Abend aufbauen, früh wieder weg. Ein Biwak ist eine Nacht, kein Basislager.
- Keinen Abfall zurücklassen. Alles, was du hochträgst, trägst du wieder runter, auch Bioabfall und WC-Papier.
- Mindestens 50 Meter Abstand zu jedem Gewässer fürs grosse Geschäft, damit du nicht verschmutzt, was Mensch und Vieh trinken.
- Klein und leise bleiben. Kleine Gruppe, kein Lautsprecher, keine Drohne, Hunde an der Leine, und das Wort des Alppersonals gilt.
Disclaimer
Dieser Artikel gibt meine Recherche und Einschätzung nach bestem Wissen wieder, Stand Oktober 2026. Er stützt sich auf die unten verlinkten öffentlich zugänglichen und amtlichen Quellen. Er ersetzt keine Rechtsberatung und ist keine verbindliche Auskunft über die aktuelle Rechtslage.
Das Urteil stützt sich auf die Zustimmungsregeln von Kanton und Gemeinde und auf die Eigentümerin des Plateaus von Pierredar, wie der Beschluss von 1972 und der Betreiber des Refuge sie nennen; das aktuelle Grundbuch wurde nicht eingesehen, und welche kantonale Stelle das Ja gibt, ist nicht publiziert. Ob das Verbot der Gemeinde auf öffentlichem Grund auch Fels und Geröll des Kantons erfasst und ob das Verbot von Savièse einen Biwaksack erfasst, hat keine Behörde entschieden. Alle Distanzen und Koordinaten stammen aus amtlichen Geodaten, so genau wie diese Daten und nicht wie eine Markierung im Gelände. Saisons, Preise und Kontakte stammen von ihren Herausgebern, Stand Oktober 2026, und können sich ändern. Bei Gemeinden, Kanton und Refuge wurde niemand angefragt. Die Urteile gelten für die schneefreie Zeit. Prüf vor jeder Tour die aktuellen Quellen selbst und befolge Anweisungen vor Ort. Ein echtes Notbiwak in einer Notlage ist eine andere Frage als ein geplantes Lager. Wer draussen übernachtet, trägt die Verantwortung für sein Verhalten und dessen Folgen selbst. Hikebeast, Leon Helg und die Saftladen GmbH übernehmen keine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Textes getroffen werden, und rufen niemanden dazu auf, geltendes Recht zu brechen.
Häufige Fragen
Ist Wildcampen in den Diablerets erlaubt?
Wen frage ich auf Pierredar um Erlaubnis?
Darf ich im Karrenfeld von Tsanfleuron oder am Col du Sanetsch biwakieren?
Darf ich bei Glacier 3000, am Lac Retaud oder im Dorf Les Diablerets zelten?
Warum lautet die Einschätzung "Kommt darauf an" und nicht "Verboten"?
Quellen
- Kanton Waadt. Loi du 11 septembre 1978 sur les campings et caravanings résidentiels (LCCR), BLV 935.61, in Kraft seit 1. Januar 1979, konsolidierte Fassung gelesen am 18. Oktober 2026. Art. 27, "Camping occasionnel", Abs. 1: "Le camping occasionnel, hors des places autorisées, n'est permis qu'avec l'assentiment du propriétaire du fonds ou, le cas échéant, du fermier ou du locataire. Pour une durée de plus de 4 jours, l'autorisation de la commune est requise." Abs. 2: "Demeurent réservées les dispositions communales sur cet objet." Art. 42 Abs. 1 wendet das Gesetz auf neue Campingplätze an "ainsi qu'au camping occasionnel". Art. 44 Abs. 1: "Est passible d'une amende jusqu'à 10 000 francs sans préjudice de toutes autres poursuites civiles ou pénales, toute personne physique ou morale qui contrevient intentionnellement ou par négligence aux dispositions de la présente loi", und gegen die Ausführungsbestimmungen und Entscheide; Abs. 2: Verfolgung nach dem kantonalen Übertretungsgesetz. LCCR, lexfind.ch. ↩
- Commune d'Ormont-Dessus, Règlement communal de police, beschlossen von der Municipalité am 2. Februar 2021 und vom Conseil communal am 18. März 2021, genehmigt von der Vorsteherin des kantonalen Département des institutions et du territoire am 5. Juli 2021. Art. 76 Abs. 1: "Le camping et le caravaning sous toutes leurs formes sont interdits sur le domaine public, excepté sur les emplacements désignés par la Municipalité." Abs. 2: "Sur le domaine privé, le camping occasionnel n'est permis qu'avec l'accord du propriétaire, du locataire, du fermier ou du possesseur à un autre titre de l'immeuble. L'autorisation de la Municipalité ou de l'autorité délégataire est obligatoire pour toute durée excédant quatre jours (3 nuits)." Art. 3 lit. h: "domaine privé : toutes les parties du territoire communal sur lesquels un ayant droit peut faire valoir un titre de propriété, de possession ou d'usage exclusif". Art. 11 Abs. 1: "Toute infraction aux dispositions du présent règlement est passible d'une amende dans les limites fixées par la loi sur les contraventions." Waadtländer Übertretungsgesetz (LContr), Art. 25 Abs. 1: "Les contraventions réprimées par l'autorité municipale sont passibles d'une amende de 500 francs au plus, contre chaque contrevenant, sous réserve des cas où la loi prévoit un montant inférieur." Abs. 2: "L'amende peut être portée à 1000 francs en cas de récidive ou de contravention continue." Gemeindekanzlei: Rue de la Gare 1, 1865 Les Diablerets, +41 24 492 00 20, greffe@ormont-dessus.ch. Règlement communal de police (PDF), LContr, lexfind.ch. ↩
- Kanton Waadt. Code de droit privé judiciaire vaudois (CDPJ), BLV 211.02, Fassung in Kraft seit 1. März 2022, Art. 63 Abs. 1: Unter Vorbehalt gültig begründeter Privatrechte gehören zum öffentlichen Grund unter Ziff. 3 "les régions impropres à la culture, rochers, éboulis, névés, glaciers et les sources en jaillissant". Ob Art. 76 Abs. 1 des Reglements von Ormont-Dessus, der das Campieren auf öffentlichem Grund verbietet, auch solchen öffentlichen Grund des Kantons auf einer eingetragenen Parzelle erfasst, klärt kein publizierter Text und kein Entscheid. CDPJ, lexfind.ch. ↩
- Eigentümerin des Plateaus von Pierredar. Arrêté du Conseil d'Etat du 16 août 1972 classant la réserve floristique Col du Pillon-Becca d'Audon: Art. 3, "il est interdit de cueillir, de déraciner, d'arracher ou d'endommager les plantes"; Art. 4, Busse bis 20000 Franken (Text von 1972); Art. 5 zählt die belasteten Parzellen und ihre Eigentümer auf, darunter 3084, "ÉTAT DE VAUD", und 3086, die Sektion Chaussy des Schweizer Alpen-Clubs. Keine Bestimmung zu Campieren oder Zutritt. Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen, Kanton Waadt, gelesen am 18. Oktober 2026: Parzelle 3084 von Ormont-Dessus, 11'189'026 m², Landwirtschaftszone, mit dem Baurecht 4962, 300 m², für das Refuge. Betreiber des Refuge: "le terrain appartient au Canton de Vaud". Beschluss vom 16. August 1972 (PDF), Katasterauszug Parzelle 3084, Baurecht 4962, pierredar.ch, infrastructures. ↩
- Amtliche Geodaten des Bundes, abgefragt am 18. Oktober 2026. Gemeinden nach der Grenze des laufenden Jahres: Bergstation Scex Rouge, Oldenhorn, Plateau von Pierredar, Creux de Champ, Lac Retaud und das Dorf in Ormont-Dessus VD; der Glacier de Tsanfleuron ab etwa LV95 2'583'000 / 1'130'000 ostwärts, das Karrenfeld, Prarochet und der Col du Sanetsch in Savièse VS; der Gipfel, Le Sommet des Diablerets, LV95 2'580'873 / 1'128'143, in Conthey VS, 20 bis 80 m von der Grenze zu Ormont-Dessus, und die Südwand in Conthey VS; die Grenze von Gsteig BE 300 bis 600 m östlich der Cabane des Diablerets. Zeltplatz auf Pierredar, LV95 2'581'091 / 1'129'947, WGS84 46.320653 / 7.193127, 2'275 m: 484 m² mit höchstens 5 Grad, im Mittel 2,5, 148 m westsüdwestlich vom Refuge und 19 m tiefer; markierter Wanderweg 102 m entfernt; ein Trampelpfad, nicht im Wanderweg-Layer, quert den Fleck; einziges Bundesinventar am Punkt ist BLN 1503; kein Jagdbanngebiet, keine Wildruhezone, kein Park, kein Flachmoor, Hochmoor, Auengebiet, Amphibienlaichgebiet, Trockenwiese oder Waldreservat. Refuge, LV95 2'581'221 / 1'130'017; südlich davon eine Schotterebene des Gletschervorfelds, westlich Karrenkalk mit Gras. Karrenfeld, LV95 2'585'600 / 1'130'100, 2'494 m: nackter, zerklüfteter Kalk mit kleinen Tümpeln und fast ohne Rasen. Creux de Champ, LV95 2'579'581 / 1'130'191, 1'405 m: Parzelle 3079, Landwirtschaftszone, Wald 170 bis 500 m rundum, Murgangrinnen quer über den Boden. Lac Retaud, LV95 2'581'576 / 1'134'327, 1'685 m: der See ist öffentlicher Grund DP 1239, die Uferparzelle 2972; Restaurant, Strasse, Parkplatz und Bushaltestelle am Ufer. map.geo.admin.ch, Gemeinden, map.geo.admin.ch, Pierredar. ↩
- Commune de Savièse. Règlement de police, beschlossen vom Conseil municipal am 6. November 2024, angenommen von der Urversammlung am 9. Dezember 2024, vom Staatsrat homologiert am 16. April 2025 und seither in Kraft (Art. 83). Art. 4 Abs. 1: "Les dispositions du présent Règlement sont applicables sur l'ensemble du territoire de la Commune de Savièse". Art. 35 Abs. 2: "Le camping, le caravaning et ce qui leur est assimilable sont interdits en dehors des emplacements autorisés expressément désignés comme tels par l'Autorité." Art. 77 Abs. 1: Busse für Erwachsene nicht unter 10 und nicht über 10'000 Franken. Règlement relatif au domaine public et à son usage, homologiert am 18. September 2024, Art. 4 Abs. 1 lit. j: In allen öffentlichen Räumen ist verboten, "faire du camping et du caravaning, à l'exception des places désignées à cet effet". Richtlinie zum Wohnmobilstellplatz beim Binii, neu publiziert am 19. August 2026: "il n'y a pas de dérogation pour stationner un camping-car ailleurs sur le territoire communal". Règlement bourgeoisial, homologiert am 14. Juni 2017, Art. 6 Ziff. 1, die Alpen der Burgergemeinde im Wallis: "Genièvre - Tsanfleuron - l'Infloria - La Lé - La Crêta et Prabé". Règlement de police (PDF), domaine public (PDF), Richtlinie Binii (PDF), Règlement bourgeoisial (PDF). ↩
- Schutzgebiete. Kanton Waadt, Règlement d'exécution de la loi sur la faune (RLFaune), BLV 922.03.1, Art. 2b und seine Liste der Schutzgebiete: Nr. 1, Réserve des Diablerets-Muveran, mit Leinenpflicht für Hunde und ohne Bestimmung zum Campieren. Kantonale Geodaten, gelesen am 18. Oktober 2026: auf dem Plateau von Pierredar das Schutzgebiet, das Landschaftsobjekt 188 Alpes vaudoises und das regionale Gletschervorfeld-Objekt 1172 Pierredar; am Lac Retaud das Landschaftsobjekt 194 Lac Retaud und das Amphibienlaichgebiet VD51; bei der Cabane des Diablerets das Pflanzenschutzgebiet Col du Pillon-Becca d'Audon; an keinem dieser Punkte eine kantonale Ruhezone. Bundesinventare: BLN 1503 Diablerets, Vallon de Nant, Derborence (westlicher Teil); Auenobjekt 1203 Glacier de Tsanfleuron, 421,52 ha, Gemeinden Conthey und Savièse, aufgenommen 2017, das Prarochet deckt. RLFaune, lexfind.ch, geo.vd.ch, Objektblatt BLN 1503 (PDF), Auenobjekt 1203 (PDF). ↩
- Refuge de Pierredar, Club de Pierredar, 1865 Les Diablerets, gelesen am 18. Oktober 2026: von Clubmitgliedern bewartet von Mitte Juni bis Mitte September, Saison 2027 vom 19. Juni bis 19. September 2027; Startseite: "IL N'Y A DÉSORMAIS PLUS AUCUN ACCÈS À L'INTÉRIEUR PENDANT L'HIVERNAGE, SOIT JUSQU'EN JUIN 2027." 20 Plätze; die Nacht 25 Franken, 20 Franken für SAC-Mitglieder, 10 Franken für Clubmitglieder; Halbpension 35 Franken für Erwachsene. Reservation in der Saison nur per Telefon, +41 79 127 56 67; ausserhalb per Mail, refuge@pierredar.ch; keine Reservationen ausserhalb der Bewartungszeit. Zugang: Weg Prapio, T3, von Les Diablerets durch den Creux de Champ, 3 h 15 und 1'100 m Aufstieg; Weg Drudy, T4; vom Scex Rouge nur über den Klettersteig Dames Anglaises. Seite zur Flora: Zwerg-Polarweide auf dem Plateau. pierredar.ch, Preise, Reservation, Zugang, Fauna und Flora. ↩
- Glacier 3000 und Cabane des Diablerets. Plan partiel d'affectation Glacier des Diablerets, in Kraft seit 5. Juli 2017: die Hütte liegt in der Zone für touristische Infrastruktur, Sektor Cabane CAS (Art. 8), die Umgebung in der touristischen Aktivitätszone A für Ski- und Sommerpisten und Bahnen (Art. 5); keine Bestimmung zum Campieren. Cabane des Diablerets, SAC-Sektion Jaman, 2'486 m, 32 Plätze, gelesen am 18. Oktober 2026: Sommer 2026 vom 1. Juli bis 21. September; Winter vom 31. Dezember 2026 bis 30. April 2027, abhängig von den Bahnen von Glacier 3000; "La cabane n'est ouverte qu'en présence du gardien. Il n'y a ni local de secours, ni local d'hiver." +41 24 492 21 02, info@cabane-diablerets.ch. PPA Glacier des Diablerets (PDF), cabane-diablerets.ch. ↩
- Camping de la Murée, Vers-l'Eglise, Ormont-Dessus, Eintrag gelesen am 18. Oktober 2026: 25 Zeltplätze, 22 für Wohnmobile, ein Gîte mit 19 Betten; als ganzjährig offen und zugleich als von November bis Mitte Dezember geschlossen aufgeführt; +41 24 492 15 58, camp.muree@gmail.com. vaud.ch, Camping de la Murée. ↩