Stand: 12. Oktober 2026

Wildcampen auf dem Mettelhorn

Auf dem Mettelhorn, 3'406 m, nördlich von Zermatt über der Trift, stossen Täsch und Zermatt aneinander, und beide Gemeinden büssen ein Zelt. Der Gipfel liegt an der Kante der Nordwand, ohne Platz zum Liegen. Für den Sonnenaufgang schläfst du im Berggasthaus Trift und startest mit Stirnlampe.

Was heisst das?

Illegal Eine konkrete Regel verbietet es, meist mit Busse, und sie wird durchgesetzt. Schlaf woanders.

Nicht erlaubt Hier gibt es keinen echten Platz zum Zelten. Ein abgesperrtes Gelände, ein bebautes Gebiet oder nirgends sinnvoll zum Hinlegen, auch wenn keine Busse droht.

Kommt drauf an Du darfst hier schlafen, aber zuerst gilt eine Bedingung: den Grundeigentümer fragen, einen Platz buchen, in einer festen Zone bleiben oder statt Zelt nur biwakieren. Der Bericht sagt, welche.

Toleriert Keine Regel erlaubt oder verbietet es klar, aber eine einzelne Nacht wird in der Praxis akzeptiert und niemand schreitet ein. Üblich für hohe Biwaks über der Baumgrenze.

Legal Eine Nacht ist hier in Ordnung. Entweder erlaubt es eine Regel, oder wir haben alle Gesetze geprüft und nichts dagegen gefunden. Trotzdem: spät aufbauen, früh weg, keine Spuren.

Was "Wildcampen" hier heisst: eine Nacht. Ein kleines Zelt oder ein Biwaksack, gegen Abend hinauf, am Morgen weg. Kein Basislager, kein Camper. Die meisten Schweizer Verbote sind gegen Campieren geschrieben. Ob eine einzelne Nacht darunter fällt, hängt am genauen Wortlaut, und genau den prüft dieser Artikel. Der ganze Unterschied: Wildcampen und Biwakieren.

Wildcampen auf dem Mettelhorn: Der Gipfel ist die Gemeindegrenze

Das Mettelhorn ist ein Gipfel von 3'406 m nördlich von Zermatt, über der Trift. Das Ortsnamenverzeichnis des Bundes führt es als Hauptgipfel, bei LV95 2'623'452 / 1'100'503. Der Weg von Zermatt steigt zum Berggasthaus Trift, biegt nach Norden in die Triftchumme ab, quert unter dem Gipfel einen Gletscherrest und endet über einen Hang aus Fels und Schutt. Zermatt Tourismus stuft ihn mit T4 ein und nennt ihn anspruchsvoll.110

Der Gipfel ist die Grenze zwischen Täsch und Zermatt. Die Nord- und die Westflanke, auf der Seite des Hohlichtgletschers, gehören zu Täsch. Die Süd- und die Ostflanke und der Zustieg von der Trift durch die Triftchumme gehören zu Zermatt. Der Gletscherrest, den der Weg unter dem Gipfel quert, liegt auf der Täscher Seite.1

Ganz oben gehen die amtlichen Daten um etwa einen Meter auseinander. swissBOUNDARIES3D legt den Vermessungspunkt auf Täscher Boden, ebenso die amtliche Vermessung des Kantons, um 0,13 m. Der kantonale Zonenplan legt ihn nach Zermatt, um 1,22 m. Die Grenze ist dort oben weder vermessen noch markiert, und in der Nähe des Gipfels gibt es keine Parzelle.1

Auf welcher Seite du stehst, entscheidet, welches Reglement gilt: Nach Walliser Recht wird ein Verstoss gegen Gemeinderecht nach dem Strafrecht der Gemeinde beurteilt, in der er geschieht. Auf dem Mettelhorn führen beide Reglemente zum selben Ergebnis.5

Täsch: kein Zelt auf dem ganzen Gemeindegebiet

Das Polizeireglement von Täsch wurde am 11. Februar 1998 vom Staatsrat homologiert und ist am 12. Oktober 2026 noch immer die Fassung im Reglementsverzeichnis der Gemeinde. Sein Art. 13 mit dem Titel "Unerlaubtes Campieren" entscheidet über die Nord- und Westseite:2

"Wer unerlaubt auf dem Gemeindegebiet, ausserhalb des offiziellen Campingplatzes, Zelte oder Wohnmobile aufstellt."Polizeireglement der Gemeinde Täsch, Art. 13.

Der Geltungsbereich ist die ganze Gemeinde, nicht nur der öffentliche Grund. Der Artikel fragt nicht, wem der Hang gehört, und als einzige Ausnahme nennt er den offiziellen Campingplatz. Die Strafe steht in Art. 2: "Haft oder Busse von Fr. 50.-- bis Fr. 5'000.--". Die Haft ist 2007 aus dem Schweizer Strafrecht verschwunden, übrig bleibt eine Busse von 50 bis 5'000 Franken.2

Auch Fahrlässigkeit ist strafbar (Art. 1 Abs. 3). Das kehrt die kantonale Grundregel um, nach der fahrlässige Verstösse gegen Gemeinderecht straflos bleiben, wenn die Gemeinde nichts anderes bestimmt. Wer nicht weiss, auf welcher Seite einer unmarkierten Grenze sein Zelt steht, kann sich darauf nicht berufen.25

"Unerlaubt" setzt eine Erlaubnis voraus, die niemand erteilt. Kein Täscher Erlass sagt, wer sie geben würde, wie oder gegen welche Gebühr, und Art. 13 ist die einzige Campingregel der Gemeinde: Anders als in Zermatt hat das Täscher Verkehrsreglement keinen Campingartikel. Der Fels hier oben ist öffentliches Eigentum der Gemeinde selbst, erlauben könnte ein Zelt also nur die Gemeinde, die es verbietet.25

Zermatt: zwei Verbote, und der Fels ist öffentlicher Grund

Das Polizeireglement von Zermatt wurde am 26. Januar 2022 homologiert und gilt für die ganze Gemeinde, also für die Süd- und Ostseite des Gipfels und den Zustieg von der Trift. Sein Art. 43 lautet:3

"Unter Campieren versteht man das vorübergehende Verweilen in Zelten, Wohnwagen oder ähnlichen mobilen und unbeweglichen Einrichtungen. Das blosse Aufstellen von Zelten, Wohnwagen etc. fällt ebenfalls unter den Begriff des Campierens. Das Campieren auf öffentlichem Grund ist verboten."Polizeireglement der Einwohnergemeinde Zermatt, Art. 43 Abs. 1 und 2.

Ein Zelt ist damit doppelt erfasst: Eine Nacht darin ist Campieren, und schon das blosse Aufstellen ist es auch. Abs. 3 erlaubt gelegentliches Campieren abseits von Campingplätzen nur mit Zustimmung des Grundeigentümers, und auf dem Mettelhorn gibt es keinen privaten Grundeigentümer. Das Walliser Einführungsgesetz zum Zivilgesetzbuch weist Land, das sich nicht bewirtschaften lässt, dem öffentlichen Eigentum der Gemeinden zu:35

"Die Gemeindestrassen, die nicht kultivierbaren Regionen, wie Felsen, Schutthalden, Schneefelder und Gletscher, Seen, alle Wasserläufe, ab demjenigen Punkt wo sie entspringen, fallen in das öffentliche Eigentum der Gemeinden."Einführungsgesetz zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (EGZGB), RS/VS 211.1, Art. 163 Abs. 3.

Fels, Schutt, Firn und Gletscher über 3'000 m sind genau das, und hier oben gibt es weder eine vermessene Parzelle noch einen Grundbucheintrag. Der Eigentümer, auf den die Zustimmungsklausel verweist, ist Zermatt selbst, und die Gemeinde publiziert für ein Zelt auf ihrem öffentlichen Grund weder Bewilligung noch Formular noch Gebühr.51

Das Verkehrsreglement verbietet es ein zweites Mal. Art. 37 des Zermatter Verkehrsreglements mit dem Titel "Freies Campieren" sagt: "Das freie Zelten und Campieren ist untersagt. Vorbehalten bleibt die Benutzung offizieller Zeltplätze." Gelegentliches Campieren auf privatem Boden braucht die schriftliche Einwilligung des Eigentümers (Abs. 2), und Verstösse kosten bis 5'000 Franken (Art. 53).4

Nach dem Polizeireglement reicht die Busse von 10 bis 5'000 Franken (Art. 49 Abs. 2), Fahrlässigkeit eingeschlossen (Art. 49 Abs. 1), und die Gemeinde kann die Kosten eines ausserordentlichen Polizeieinsatzes zusätzlich verrechnen (Art. 52). In einer Medienmitteilung vom 1. Mai 2026 hat sie die Regel wiederholt, unter dem Titel "Hinweis: Wildcampieren in Zermatt verboten".37

Ein Biwaksack ohne Zelt: eine Lücke im Wortlaut, die das Gelände schliesst

Auf Täscher Boden lässt der Wortlaut eine echte Lücke. Art. 13 erfasst, wer "Zelte oder Wohnmobile" aufstellt. Ein Biwaksack ohne Gestänge ist keines von beiden, eine Nacht ohne Zelt auf der Täscher Seite fällt also nicht unter diesen Text. Die Zermatter Definition reicht weiter: Unter "ähnliche mobile Einrichtungen" lässt sich ein Biwaksack fassen, und kein Gericht hat darüber entschieden.23

Das Gelände schliesst die Lücke. Der Gipfel liegt an der Kante der Nordwand. Im Umkreis von 30 m ist das Gelände im Schnitt etwa 52 Grad steil, und im Umkreis von 40 m gibt es keine einzige Fläche von 4 mal 4 m, die flacher als 20 Grad ist. Auf 150 m fällt der Boden nach Süden um etwa 190 m und nach Norden um etwa 130 m ab.1

Der flachste Boden in Gipfelnähe ist der Gletscher und Firn an der Normalroute, etwa 260 m südwestlich und 150 m tiefer, auf Täscher Boden, und eine Felsinsel zwischen zwei Gletschern etwa 340 m westlich. Keiner der beiden ist ein Ort, an den man jemanden in der Nacht schickt. Der Schutt 450 bis 600 m südlich ist Zermatter Boden und fällt unter das Zermatter Verbot.1

Ein persönlicher Bericht zeigt, was eine Nacht hier oben bedeutet. Alex Roddie schreibt, dass er im Juli 2007 mit seinem Bruder im Gletscher unter dem Gipfel eine Schneehöhle grub und auf einem Hang von etwa 45 Grad lag. Als er 2017 zurückkam, war der Gletscher ein steiler Eishang geworden, und ohne Steigeisen kehrte er um.10

Ein echtes Notbiwak ist eine Rettungssituation und kein Campieren; eine Nacht, die für den Sonnenaufgang geplant ist, ist kein Notfall.

Was Kanton und Bund hinzufügen

Das Wallis kennt kein kantonales Campingverbot. Seine Bauverordnung verlangt eine Bewilligung für Zelte ausserhalb eines Campingplatzes erst, wenn sie länger als 3 Wochen stehen oder mehr als 12 sind (BauV Art. 17 Abs. 2 lit. a). Eine Nacht ist von beidem weit entfernt.5

Kein Schutzgebiet von Bund oder Kanton fügt am Gipfel ein Verbot hinzu. Er liegt in keinem eidgenössischen Jagdbanngebiet, das Zeltverbot für diese Gebiete und seine Ordnungsbusse von 150 Franken gelten also nicht. Er liegt in keiner Wildruhezone, weder des Bundes noch des Kantons, und in keinem Objekt des Bundesinventars der Landschaften, und im Umkreis von 10 km liegt kein kantonales Naturschutzgebiet.16

Die Süd- und die Ostflanke, mit dem Schutt der Normalroute, liegen im kantonalen Banngebiet Nr. 58 "Mettelhorn", die Triftchumme im Banngebiet Nr. 59 "Furgghorn": Beide verbieten nur die Jagd, und keines kennt eine Regel für Besucher oder Zelte.6

Wer kontrolliert, und was es kostet

Zermatt kontrolliert nachts mit der Drohne. Am Boden ist ein Ranger der Gemeinde zu Fuss unterwegs, im Amt seit dem 1. März 2025, und hinter ihm steht die Regionalpolizei Zermatt, die von einem Posten aus Zermatt, Täsch, St. Niklaus und Grächen betreut: +41 27 966 22 22, regionalpolizei@zermatt.ch.7

Einen Tarif gibt es nicht. Keines der beiden Polizeireglemente hat eine Preisliste: Der Rahmen liegt in Täsch bei 50 bis 5'000 Franken, nach dem Zermatter Polizeireglement bei 10 bis 5'000 Franken und nach dem Verkehrsreglement bei bis zu 5'000 Franken. Die einzige Frankenzahl aus der Praxis sind 200 Franken pro Zelt, die die Rhone Zeitung am 16. August 2019 für frühere Einsätze bei der Hörnlihütte und der Monte-Rosa-Hütte nannte. Das ist eine einzelne berichtete Zahl, kein Preis.8234

So geht es: die Trift, dann ein Start mit Stirnlampe

Was man hier oben will, ist der Sonnenaufgang auf dem Gipfel. Der Weg dorthin führt über ein Bett im Berggasthaus Trift, 2'337 m, etwa 2 Stunden zu Fuss über Zermatt. Es ist der klassische Ausgangspunkt für das Mettelhorn, und vom Gasthaus bis zum Gipfel sind es etwa drei Stunden.9

Berggasthaus Trift, 2'337 m, 3920 Zermatt, geführt von Hugo und Fabienne Biner. Reservation nur telefonisch, und sie ist Pflicht: ohne Reservation keine Übernachtung. +41 79 408 70 20. Halbpension CHF 99 pro Person im Zimmer, CHF 84 im Massenlager, inklusive Mehrwertsteuer; keine Kreditkarten. Hüttenschlafsack und Handtuch mitbringen. Die Saison 2026 lief vom 27. Juni bis 20. September, das Gasthaus ist jetzt also geschlossen; die Daten für 2027 sind noch nicht veröffentlicht.9

Das Licht. Die Sonne geht hinter dem Mischabelgrat auf, deshalb erreicht das erste direkte Licht den Gipfel Mitte Juli gegen 6:30 Uhr und am 1. September gegen 7:15 Uhr, Sommerzeit. Brich in der Trift zwischen 3:00 und 4:00 Uhr mit Stirnlampe auf: im Juli eher um 3:00 Uhr, im September gegen 4:00 Uhr.10

Der Gletscher. Zermatt Tourismus stuft seine Route über Platthorn und Mettelhorn mit T4 ein, etwa 7 Stunden und 1'961 m Aufstieg ab Zermatt, und warnt, dass der Weg unter dem Gipfel ein Stück Gletscher quert: Je nach dessen Zustand sind Steigeisen oder Spikes unbedingt nötig. Frag bei der Reservation im Berggasthaus Trift nach den aktuellen Verhältnissen.10

Die Rothornhütte SAC zuhinterst im Trifttal liegt an einer anderen Route: Von dort aus musst du für das Mettelhorn zum Triftweg absteigen und wieder aufsteigen. Der Zermatter Campingplatz blieb 2026 geschlossen.97

Dieselben zwei Gemeinden treffen sich auf dem Oberrothorn auf der anderen Talseite, mit derselben Antwort, und die Zermatter Regeln entscheiden über den Stellisee und das Breithorn. Wie sich die Kantone unterscheiden: Wildcampen in der Schweiz.

Allgemeine Regeln fürs Wildcampen

Auf dem Mettelhorn gibt es keine legale Nacht draussen. Nimm diese Regeln mit an die Orte, wo es eine gibt, und auf den Weg hinauf und hinunter:

  • Kein Feuer. Offenes Feuer hat in den Bergen nichts verloren. Ein Gaskocher reicht.
  • Spät aufstellen, früh abbauen. Erst gegen Abend aufbauen, früh wieder weg. Ein Biwak ist eine Nacht, kein Basislager.
  • Keinen Abfall zurücklassen. Alles, was du hochträgst, trägst du wieder runter, auch Bioabfall und WC-Papier.
  • Mindestens 50 Meter Abstand zu jedem Gewässer fürs grosse Geschäft, damit du nicht verschmutzt, was Mensch und Vieh trinken.
  • Klein und leise bleiben. Kleine Gruppe, kein Lautsprecher, keine Drohne, Hunde an der Leine, und das Wort des Alppersonals gilt.

Disclaimer

Dieser Artikel gibt meine Recherche und Einschätzung wieder, Stand 12. Oktober 2026, gestützt auf die unten verlinkten amtlichen Quellen. Er ersetzt keine Rechtsberatung und ist keine verbindliche Aussage zur aktuellen Rechtslage.

Die Gemeindegrenze folgt der amtlichen Vermessung des Kantons und swissBOUNDARIES3D. Im Gelände ist sie nicht markiert, geh also davon aus, dass beide Verbote auf dem ganzen Gipfel gelten. Ob ein Biwaksack nach den Zermatter Reglementen als Campieren gilt, hat kein Gericht entschieden. Saisons, Preise und Wegverhältnisse stammen von den Betreibern, und die Zeiten für den Sonnenaufgang sind berechnet: Prüf sie vor der Tour und halte dich vor Ort an Anweisungen. Wer draussen übernachtet, trägt die Verantwortung für das eigene Verhalten und dessen Folgen. Hikebeast, Leon Helg und die Saftladen GmbH übernehmen keine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Textes getroffen werden, und rufen niemanden dazu auf, geltendes Recht zu brechen.

Häufige Fragen

Darf man auf dem Mettelhorn wildcampen?
Nein. Die Grenze zwischen Täsch und Zermatt läuft über den Gipfel, und beide Gemeinden verbieten ein aufgestelltes Zelt. Art. 13 des Täscher Polizeireglements verbietet das Aufstellen von Zelten auf dem ganzen Gemeindegebiet ausserhalb des offiziellen Campingplatzes, mit Bussen von 50 bis 5'000 Franken, auch bei Fahrlässigkeit. Art. 43 des Zermatter Polizeireglements verbietet Campieren auf öffentlichem Grund, Bussen 10 bis 5'000 Franken, und Art. 37 des Zermatter Verkehrsreglements verbietet freies Zelten und Campieren, bis 5'000 Franken. Nach Art. 163 Abs. 3 des Walliser Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch sind Fels, Schutthalden, Schneefelder und Gletscher öffentliches Eigentum der Gemeinden, es gibt also keinen privaten Eigentümer, der zustimmen könnte.
Liegt der Gipfel des Mettelhorns in Täsch oder in Zermatt?
Auf der Grenze zwischen beiden. swissBOUNDARIES3D und die amtliche Vermessung des Kantons legen den Vermessungspunkt nach Täsch, die Vermessung um 0,13 Meter; der kantonale Zonenplan legt ihn nach Zermatt, um 1,22 Meter. Die Nord- und Westseite ist Täsch, die Süd- und Ostseite mit dem Zustieg von der Trift ist Zermatt. Die Grenze ist dort oben weder vermessen noch markiert, und die Antwort ist auf beiden Seiten dieselbe: Ein Zelt ist verboten.
Kann ich mit einem Biwaksack ohne Zelt auf dem Gipfel schlafen?
Praktisch nicht. Art. 13 von Täsch nennt Zelte und Wohnmobile, ein Biwaksack ohne Zelt ist also eine echte Lücke in seinem Wortlaut. Art. 43 von Zermatt erfasst auch ähnliche mobile Einrichtungen, worunter sich ein Biwaksack fassen lässt, und kein Gericht hat darüber entschieden. Das Gelände entscheidet die Frage: Der Gipfel liegt an der Kante der Nordwand, im Umkreis von 30 Metern ist das Gelände im Schnitt etwa 52 Grad steil, und der flachste Boden in der Nähe ist Gletscher und Firn etwa 260 Meter südwestlich und 150 Meter tiefer. Ein echtes Notbiwak ist eine Rettungssituation und kein Campieren.
Wo schlafe ich, um den Sonnenaufgang auf dem Mettelhorn zu sehen?
Im Berggasthaus Trift, 2'337 Meter, etwa 2 Stunden zu Fuss über Zermatt und etwa drei Stunden unter dem Gipfel. Die telefonische Reservation ist Pflicht, +41 79 408 70 20; Halbpension kostet CHF 84 im Massenlager und CHF 99 im Zimmer, Kreditkarten werden nicht angenommen. Das erste direkte Licht erreicht den Gipfel Mitte Juli gegen 6:30 Uhr und am 1. September gegen 7:15 Uhr, brich also zwischen 3:00 und 4:00 Uhr mit Stirnlampe auf, mit Steigeisen oder Spikes für den Gletscher. Die Saison 2026 lief vom 27. Juni bis 20. September.
Was kostet ein Zelt auf dem Mettelhorn?
Einen Tarif gibt es nicht. In Täsch reicht die Busse von 50 bis 5'000 Franken, in Zermatt von 10 bis 5'000 Franken nach dem Polizeireglement und bis 5'000 Franken nach dem Verkehrsreglement, und Zermatt kann die Kosten eines ausserordentlichen Polizeieinsatzes dazurechnen. Die einzige berichtete Zahl aus der Praxis sind 200 Franken pro Zelt, von der Rhone Zeitung 2019 für frühere Einsätze bei der Hörnlihütte und der Monte-Rosa-Hütte genannt. Zermatt kontrolliert nachts mit der Drohne, und die Regionalpolizei Zermatt ist auch für Täsch zuständig.
Leon Helg

Leon Helg

Schweizer Filmemacher und Softwareentwickler. Verbringt seine freie Zeit in den Schweizer Alpen und kartiert seine Lieblingsspots für Hikebeast. Postet als @leon.helg auf Instagram und TikTok.

Quellen

  1. Geodaten von Bund und Kanton, gelesen am 12. Oktober 2026. swissNAMES3D: "Mettelhorn", Hauptgipfel, LV95 2'623'451,8 / 1'100'502,9, WGS84 46,05565 / 7,74166, Geländehöhe 3'405,2 m, Kartenhöhe 3'406 m. Gemeindegrenze: swissBOUNDARIES3D (aktuelles Jahr) legt den Punkt nach Täsch, mit Täsch im Norden und Westen und Zermatt im Süden und Osten. Kanton Wallis, amtliche Vermessung: Der Punkt liegt in der unvermessenen Fläche "Täsch 6", 0,13 m von der Fläche "Zermatt 10"; die kantonale Ebene der kommunalen Zonenpläne legt ihn in die Zone "Übriges Gemeindegebiet" von Zermatt, 1,22 m von der Täscher Zone. Keine Grenzpunkte im Umkreis von 300 m; keine Parzelle und kein EGRID am Gipfel, auf dem Firn und im Schutt. Gelände aus swissALTI3D (2 m, 2024): Neigung im Median 51,8 Grad im Umkreis von 30 m um den Punkt; keine Fläche von 4 mal 4 m unter 20 Grad im Umkreis von 40 m; auf 150 m fällt das Gelände nach Süden um 193 m und nach Norden um 128 m. Flachster Boden im Umkreis von 300 m: der Firn an der Normalroute, LV95 2'623'237 / 1'100'349, 3'257 m, 264 m südwestlich und 148 m tiefer, Täsch; eine Felsinsel zwischen zwei Gletschern, 2'623'113 / 1'100'527, 3'210 m, 340 m westlich, Täsch. Zermatter Schutt 448 m südlich (2'623'429 / 1'100'055, 3'043 m) und 602 m südsüdwestlich (2'623'315 / 1'099'917, 2'991 m). Luftbilder © swisstopo: der Gipfel an der Kante der Nordwand, die Firnfläche auf dem Gletscher neben der Spur, kein Wasser und kein Gras in Gipfelnähe. Bundesinventare am Gipfel: kein Jagdbanngebiet, keine Wildruhezone, kein Park, kein BLN-Objekt, kein Moor, keine Aue, keine Trockenwiese, kein Amphibienlaichgebiet, kein Ramsar- oder Smaragdgebiet, kein Waldreservat und kein Militärareal. map.geo.admin.ch, sit.vs.ch (amtliche Vermessung), sit.vs.ch (Zonenplan). ↩
  2. Polizeireglement der Gemeinde Täsch, vom Gemeinderat am 27. November 1997 beschlossen, von der Urversammlung am 11. Dezember 1997 angenommen, vom Staatsrat am 11. Februar 1998 homologiert und am 12. Oktober 2026 noch immer die Fassung im Reglementsverzeichnis der Gemeinde. Art. 13 "Unerlaubtes Campieren": "Wer unerlaubt auf dem Gemeindegebiet, ausserhalb des offiziellen Campingplatzes, Zelte oder Wohnmobile aufstellt." Art. 2: "Haft oder Busse von Fr. 50.-- bis Fr. 5'000.--"; die Haft ist am 1. Januar 2007 aus dem Schweizer Strafrecht verschwunden, die Busse bleibt. Art. 1 Abs. 3: Übertretungen sind strafbar, "auch wenn sie fahrlässig begangen werden". Das Reglement nennt für eine Campingerlaubnis weder Behörde noch Verfahren noch Gebühr. Kein anderer Täscher Erlass enthält eine Campingregel für eine einzelne Nacht: Das Verkehrsreglement von 2011 hat keinen Campingartikel, und das Bau- und Zonenreglement von 2016 verlangt eine Baubewilligung für Zelte ausserhalb eines bewilligten Campingplatzes erst ab mehr als 60 Tagen. gemeinde-taesch.ch (Reglemente), Polizeireglement Täsch (PDF). ↩
  3. Polizeireglement der Einwohnergemeinde Zermatt, vom Gemeinderat am 10. Dezember 2020 und 29. April 2021 beschlossen, von der Urversammlung am 8. Juni 2021 angenommen, vom Staatsrat am 26. Januar 2022 homologiert. Art. 2 Abs. 1: "Das Polizeireglement Zermatt gilt örtlich und sachlich für die Gemeinde Zermatt." Art. 43 "Campieren", Abs. 1 und 2: "Unter Campieren versteht man das vorübergehende Verweilen in Zelten, Wohnwagen oder ähnlichen mobilen und unbeweglichen Einrichtungen. Das blosse Aufstellen von Zelten, Wohnwagen etc. fällt ebenfalls unter den Begriff des Campierens. Das Campieren auf öffentlichem Grund ist verboten." Abs. 3: "Das vereinzelte gelegentliche Campieren abseits von bewilligten Campingplätzen ist nur mit Zustimmung des Grundeigentümers gestattet." Art. 49 Abs. 1: Fahrlässigkeit ist strafbar; Abs. 2: Verstösse gegen die Abschnitte V und VI, in denen Art. 43 steht, werden mit Bussen von 10 bis 5'000 Franken bestraft. Art. 52: Die Kosten eines ausserordentlichen Polizeieinsatzes können dem Verursacher auferlegt werden. Art. 53 behält das Verkehrsreglement vor, und Art. 54 Abs. 1 hebt nur widersprechende kommunale Bestimmungen auf. Einen Tarif enthält das Reglement nicht. cms.ewg-zermatt.ch (PDF). ↩
  4. Verkehrsreglement der Einwohnergemeinde Zermatt, Art. 37 von der Urversammlung am 6. Mai 2004 revidiert und vom Staatsrat am 16. August 2004 homologiert. Art. 37 "Freies Campieren", Abs. 1: "Das freie Zelten und Campieren ist untersagt. Vorbehalten bleibt die Benutzung offizieller Zeltplätze." Abs. 2: "Gelegentliches, nicht kommerzielles Campieren auf privatem Boden ist gestattet, falls die schriftliche Einwilligung des Bodeneigentümers vorliegt." Art. 53 Abs. 1: Verstösse werden mit einer Busse bis 5'000 Franken bestraft. cms.ewg-zermatt.ch (PDF). ↩
  5. Kanton Wallis. Einführungsgesetz zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (EGZGB), RS/VS 211.1, Fassung in Kraft seit 1. Januar 2023, Art. 163 Abs. 3: "Die Gemeindestrassen, die nicht kultivierbaren Regionen, wie Felsen, Schutthalden, Schneefelder und Gletscher, Seen, alle Wasserläufe, ab demjenigen Punkt wo sie entspringen, fallen in das öffentliche Eigentum der Gemeinden." Die Fassung, die ab 1. Januar 2027 gilt, übernimmt den Absatz unverändert. Einführungsgesetz zum Schweizerischen Strafgesetzbuch (EGStGB), RS/VS 311.1, Fassung in Kraft seit 1. Oktober 2026: Art. 72 Abs. 2 wendet auf Verstösse gegen Gemeinderecht auf dem Gemeindegebiet das kommunale Strafrecht an; nach Art. 73 bleiben fahrlässige Übertretungen von kantonalem oder kommunalem Recht straflos, wenn nichts anderes bestimmt ist; Art. 74 Abs. 1 setzt Bussen von 10 bis 10'000 Franken fest. Bauverordnung (BauV), RS/VS 705.100, Fassung in Kraft seit 1. Januar 2026, Art. 17 Abs. 2 lit. a: Eine Baubewilligung braucht es nur für "das Aufstellen von Wohnwagen, Zelten und dergleichen ausserhalb eines bewilligten Campingplatzes, wenn sie länger als 3 Wochen aufgestellt sind oder ihre Anzahl 12 übersteigt". lex.vs.ch (EGZGB), lex.vs.ch (EGStGB), lex.vs.ch (BauV). ↩
  6. Kanton Wallis, Jagd. Beschluss über die Ausübung der Jagd im Wallis 2026-2027, RS/VS 922.110, in Kraft seit 1. Juli 2026, Art. 37 Abs. 3: "Unter Vorbehalt gegenteiliger Bestimmungen dieses Beschlusses sowie von Anhang 4 dieses Beschlusses ist jegliche Jagd in den KBG und den gemischten KBG verboten." Sein Anhang 4 enthält keine Sonderbestimmung für die Banngebiete Mettelhorn und Furgghorn, und der Beschluss enthält keine Regel für Besucher zu Zelten oder Biwaks. Kantonales Jagdgesetz, RS/VS 922.1, geltende Fassung und Fassung ab 1. November 2026: keine Regel zu Besuchern, Zelten oder Campieren. Jagdkarte des Kantons: kantonales Banngebiet (KBG) Nr. 58 "Mettelhorn", 5,79 km², an der Süd- und Ostflanke, mit dem Schutt der Normalroute, seine Grenze 2,4 m südlich des Gipfelpunkts, Gipfel, Firn und Täscher Westseite ausserhalb; KBG Nr. 59 "Furgghorn", 5,05 km², über der Triftchumme. Am Gipfel keine rechtsverbindliche oder empfohlene Wildruhezone auf der Karte des Kantons. Es sind kantonale Banngebiete, keine eidgenössischen Jagdbanngebiete: Die Bundesregeln für diese Gebiete und ihre Ordnungsbusse von 150 Franken gelten nicht. lex.vs.ch (RS/VS 922.110), lex.vs.ch (RS/VS 922.1), sit.vs.ch (Jagdkarte). ↩
  7. Einwohnergemeinde Zermatt, eigene Publikationen, gelesen am 12. Oktober 2026. Medienmitteilung vom 1. Mai 2026, "Hinweis: Wildcampieren in Zermatt verboten": "Das Wildcampieren ist in der Gemeinde Zermatt nicht erlaubt. Gemäss Art. 43 des Polizeireglements der Einwohnergemeinde Zermatt gilt bereits das vorübergehende Verweilen in Zelten, Wohnwagen oder ähnlichen mobilen Einrichtungen sowie das blosse Aufstellen solcher Einrichtungen als Campieren. Das Campieren auf öffentlichem Grund ist verboten, das gilt auch für die Bergseen." Meldung "Campingplatz Zermatt bleibt 2026 geschlossen". Der Ranger der Gemeinde, angekündigt in einer Medienmitteilung vom 30. Oktober 2024 und im Amt seit 1. März 2025, kontrolliert das wilde Campieren zu Fuss. Regionalpolizei Zermatt, Am Bach 7, 3920 Zermatt, regionalpolizei@zermatt.ch, +41 27 966 22 22, im Einsatz in Zermatt, Täsch, St. Niklaus und Grächen. Medienmitteilung vom 1. Mai 2026 (PDF), gemeinde.zermatt.ch (Aktuelles). ↩
  8. Rhone Zeitung, 16. August 2019, über zwölf Zelte am Stellisee, die höchstwahrscheinlich ohne Folgen blieben. Zu früheren Einsätzen rund um die Hütten, vor allem bei der Hörnlihütte und der Monte-Rosa-Hütte, zitiert sie die Gemeindepräsidentin: "Die Bussen beliefen sich auf 200 Franken pro Zelt". Zitiert als einzelne berichtete Zahl, nicht als Tarif: Keines der beiden Polizeireglemente enthält eine Preisliste. 1815.ch. ↩
  9. Berggasthaus Trift, 2'337 m, 3920 Zermatt, geführt von Hugo und Fabienne Biner, Seiten des Betreibers, gelesen am 12. Oktober 2026: Saison 2026 vom 27. Juni bis 20. September; Reservation nur telefonisch und obligatorisch, ohne Reservation keine Übernachtung, +41 79 408 70 20; 8 Doppelzimmer, 1 Zimmer mit 3 Betten und 30 Plätze im Massenlager; Hüttenschlafsack und Handtuch mitbringen; Zimmer mit Frühstück und Abendessen CHF 99, Massenlager mit Frühstück und Abendessen CHF 84, pro Person und Nacht, inklusive Mehrwertsteuer; keine Kreditkarten. SAC-Tourenportal: Das Gasthaus ist Ausgangspunkt für das Mettelhorn; Zermatt bis Trift über Alterhaupt, T2, 2 h und 750 m; Mettelhorn von Zermatt über die Trift, T4, 4 h 30 bis 5 h 30 und 1'800 m Aufstieg, ab dem Gasthaus also 2 h 30 bis 3 h 30. Rothornhütte SAC, 3'180 m, SAC-Sektion Oberaargau, zuhinterst im Trifttal 3,5 km westsüdwestlich des Gipfels. zermatt.net/trift, Preise, sac-cas.ch (Berggasthaus Trift), sac-cas.ch (Route Mettelhorn), sac-oberaargau.ch (Rothornhütte). ↩
  10. Zermatt Tourismus, Route "Platthorn / Mettelhorn", gelesen am 12. Oktober 2026: anspruchsvoll, T4, 7 h 05 min, 11,4 km, 1'961 m Aufstieg, von Zermatt, 1'620 m, zum Mettelhorn, 3'406 m. Die Seite mahnt zur Vorsicht, weil der Wanderweg zum Gipfel des Mettelhorns ein Stück Gletscher quert; Steigeisen oder Spikes seien je nach Zustand des Gletschers unbedingt nötig, und für die aktuellen Wegverhältnisse verweist sie an das Berggasthaus Trift. Licht: Sonnenaufgang für den Gipfel berechnet, Sommerzeit, mit dem Horizont des Mischabelgrats, etwa 4'160 bis 4'375 m hoch und 9,5 bis 11 km östlich; erstes direktes Licht gegen 6:05 Uhr am 27. Juni, 6:30 Uhr am 15. Juli, 6:40 Uhr am 1. August, 6:55 Uhr am 15. August, 7:15 Uhr am 1. September und 7:25 Uhr am 20. September. Persönlicher Bericht, Kolorit und keine Grundlage für das Urteil: Alex Roddie, "A test of Mettel", 2020, über eine Schneehöhle im Gletscher unter dem Gipfel im Juli 2007 und über die Umkehr ohne Steigeisen im September 2017, als der Gletscher zu einem steilen Eishang geworden war. zermatt.swiss (Route), alexroddie.com. ↩