Wildcampen am Lai da Rims
Der Lai da Rims liegt auf 2'395 m über dem Val Müstair, 1,7 km von der Grenze zu Italien. Die Gemeinde verbietet das Campieren ausserhalb ihrer Campingplätze, also bleibt das Zelt im Tal. Eine Nacht im Biwaksack regelt weder der Bund noch der Kanton noch die Gemeinde.
Was heisst das?
Illegal Eine konkrete Regel verbietet es, meist mit Busse, und sie wird durchgesetzt. Schlaf woanders.
Nicht erlaubt Hier gibt es keinen echten Platz zum Zelten. Ein abgesperrtes Gelände, ein bebautes Gebiet oder nirgends sinnvoll zum Hinlegen, auch wenn keine Busse droht.
Kommt drauf an Du darfst hier schlafen, aber zuerst gilt eine Bedingung: den Grundeigentümer fragen, einen Platz buchen, in einer festen Zone bleiben oder statt Zelt nur biwakieren. Der Bericht sagt, welche.
Toleriert Keine Regel erlaubt oder verbietet es klar, aber eine einzelne Nacht wird in der Praxis akzeptiert und niemand schreitet ein. Üblich für hohe Biwaks über der Baumgrenze.
Legal Eine Nacht ist hier in Ordnung. Entweder erlaubt es eine Regel, oder wir haben alle Gesetze geprüft und nichts dagegen gefunden. Trotzdem: spät aufbauen, früh weg, keine Spuren.
Wildcampen am Lai da Rims: ein See auf 2'395 m über dem Val Müstair
Wildcampen am Lai da Rims heisst: eine Nacht an einem Bergsee auf 2'395 m in der Gemeinde Val Müstair, Kanton Graubünden, hoch über dem Val Vau und Sta. Maria. Auf deutschen Karten heisst er Rimsersee, auf italienischen Lago di Rims. Die Landeskarte setzt den Namen aufs Wasser (WGS84 46.565285 / 10.388165, LV95 2'826'095 / 1'161'362), also prüft dieser Bericht den offenen Boden rund ums Ufer. Nicht zu verwechseln mit dem Gebiet Lais da Rims über Scuol, 21 km weiter nördlich.5
Der See ist rund 14 Hektaren gross und liegt in einem offenen Becken aus Alpweide und Geröll. Von Süden fliessen Bäche über eine Kiesebene zu, der Abfluss fällt nach Norden über eine steile Stufe Richtung Val Vau. Der nächste Wald endet rund 200 m tiefer, 350 m vom Ufer entfernt; die nächsten Gebäude, auf den Alpen Clastras und Praveder, stehen 1,3 bis 1,5 km weg und 300 bis 450 m tiefer, ausser Sicht unter der Stufe. Eine Strasse gibt es nicht. Die Grenze zu Italien verläuft 1,7 km südlich.5
Würde hier jemand schlafen, wenn es erlaubt wäre? Ja. Der See liegt gut 200 m über der Waldgrenze, und die Grasebene am Ostufer ist fast flach und trocken. Er gehört zugleich zu den meistbesuchten Orten im Tal: Das Kloster, dem der See gehört, schreibt, eine Wanderung zum Lai da Rims stehe bei den meisten Gästen des Val Müstair an erster Stelle, und die Destination regelt auf dem Weg vom Umbrail den Vortritt zwischen Wandernden und Bikern. Am Abend steigen sie ab, und das Becken wird leer.910
Ein romanischer Satz verbietet das Campieren im ganzen Val Müstair
Die Regel, die über diesen See entscheidet, ist kommunal und steht auf Romanisch, der Amtssprache der Gemeinde. Die Ledscha da pulizia dal cumün da Val Müstair, das Polizeigesetz der Gemeinde, hat die Gemeindeversammlung am 13. Dezember 2017 beschlossen, an der Urne wurde es am 4. März 2018 angenommen, und seit diesem Tag ist es in Kraft. Es ersetzt alle älteren Vorschriften, die ihm widersprechen (Art. 42); die geltende Fassung vom April 2023 änderte nur den Artikel über das Feuerwerk. Art. 7 heisst «Campar»:1
«Sün tuot il territori dal cumün da Val Müstair esa scumandà da campar sco eir da pernottar aint in autorulottas o oters veiculs da tuot gener, cun excepziun dals lös cha las autoritats definischan per quist scopo.»Ledscha da pulizia dal cumün da Val Müstair, Art. 7 «Campar», in Kraft seit 4. März 2018, Fassung April 2023.
Auf Deutsch: Auf dem ganzen Gebiet der Gemeinde Val Müstair ist es verboten zu campieren und in Wohnmobilen oder anderen Fahrzeugen jeder Art zu übernachten, ausgenommen an den Orten, die die Behörden dafür bestimmen. Das ganze Gebiet heisst: auch der See. Die dafür bestimmten Orte sind in der Praxis die zwei Campingplätze unten im Tal, Camping Pé da Munt in Sta. Maria und Camping Muglin in Müstair, die beiden Campingzonen im Zonenplan. Am See ist nichts bestimmt.14
Ein Zelt fällt unter diesen Satz. Das Wörterbuch der Lia Rumantscha, der Pledari Grond, übersetzt campar mit «lagern (ein Lager aufschlagen), campen, campieren, zelten». Ein Zelt für eine Nacht ist all das. Am Lai da Rims ist ein Zelt verboten, zu jeder Jahreszeit und egal wie unauffällig.2
Der Biwaksack kommt darin nicht vor. Derselbe Satz greift zu einem zweiten Verb, pernottar, übernachten, und braucht es nur für Wohnmobile und andere Fahrzeuge. Für das Biwakieren hat das Romanische ein eigenes Wort, bivacar, im selben Wörterbuch ein eigener Eintrag, und es steht weder im Polizeigesetz noch in einem anderen Erlass der Gemeinde. Ein Wort fürs Übernachten hatten die Verfasser also zur Hand, und sie haben es nur für Fahrzeuge verwendet. Eine Nacht in Schlafsack und Biwaksack, ohne Zelt, nennt Art. 7 deshalb nicht.12
Das ist eine Lesart des Wortlauts, und geprüft hat sie niemand: Kein Gericht, kein Entscheid und keine Äusserung der Gemeinde sagt, wie weit campar reicht. Das Risiko steckt in der ersten Bedeutung, «ein Lager aufschlagen»: Damit kann ein strenger Polizist auch einen Biwaksack am Boden ein Lager nennen. Bleib also eindeutig: kein Zelt und keine aufgespannte Blache, eine Nacht, spät hin, früh weg, und wenn die Polizei oder die Alp dich wegschickt, gehst du. Dieselbe Frage stellt sich im Val Frisal, wo Art. 11 des Polizeigesetzes von Breil/Brigels campar ebenfalls nur auf bezeichneten Plätzen zulässt.2
Was ein Zelt kostet. Art. 35 büsst vorsätzliche oder fahrlässige Verstösse ab 50 Franken bis zum Höchstbetrag im Ordnungsbussenreglement der Gemeinde, im Wiederholungsfall und in anderen schweren Fällen bis 5'000 Franken. Dieses Reglement erlässt der Gemeindevorstand (Art. 36), veröffentlicht ist es nicht, der Tarif vor Ort ist also nicht öffentlich. Nach Art. 37 darf ein Polizist, der den Verstoss selbst gesehen hat, die Busse an Ort und Stelle einziehen, und wer im Ausland wohnt und nicht sofort zahlt, muss den Betrag hinterlegen oder eine andere Sicherheit leisten; die Grenze zu Italien liegt 1,7 km entfernt. Die Aufgaben der Gemeindepolizei erledigt im Val Müstair die Kantonspolizei.1
Die Destination sagt es auf ihrer Camping-Seite noch direkter: «Im ganzen Areal der Gemeinde Val Müstair ist wildcampieren verboten!», und sie bittet die Gäste, auf einem der beiden offiziellen Campingplätze zu übernachten. Das ist das Tourismusbüro, das Art. 7 wiederholt und eine Bitte anfügt, keine zweite Regel.3
Sonst reicht nichts an den See: Park, Kanton, Wald
Bund. Kein Schutzinstrument des Bundes deckt den See oder den Boden darum. Das nächste eidgenössische Jagdbanngebiet liegt mehr als 12 km weg, und am See gibt es kein BLN-Objekt, keine Aue, kein Flach- oder Hochmoor, keine Moorlandschaft, kein Amphibienlaichgebiet und keine Trockenwiese von nationaler Bedeutung, kein Ramsar- oder Smaragdgebiet und kein Militärgebiet. Die nächste verbindliche Wildruhezone, Patlarsch - Spi da Vau, beginnt 1,8 km entfernt und ist nur vom 1. Februar bis 30. April gesperrt.5
Der Naturpark ist kein Regelbuch. Der See liegt im Regionalen Naturpark Biosfera Val Müstair, einem Park von nationaler Bedeutung, und im UNESCO-Biosphärenreservat Engiadina Val Müstair, dessen Kernzone der Nationalpark ist; das Val Müstair gehört zur Pflege- und Entwicklungszone. Keines der beiden Labels bringt eine Campingregel. Die Pärkeverordnung des Bundes schränkt Besucher nur in der Kernzone eines Nationalparks ein, wo das Verlassen der Wege ausgeschlossen ist (Art. 17 PäV, SR 451.36). Für einen Regionalen Naturpark legt sie Fläche und Ziele fest, vom Erhalt der Lebensräume bis zum naturnahen Tourismus (Art. 19 bis 21 PäV), aber keine Regel für Besucher.7
Das ist nicht der Nationalpark. Der Schweizerische Nationalpark beginnt 12 km westnordwestlich vom See. Dort verbietet die Nationalparkordnung das Biwakieren ausdrücklich, «zu biwakieren», mit einer Ordnungsbusse von 200 Franken (BR 498.200, Art. 5 lit. a; BR 498.210), und deshalb ist eine Nacht im Val Mingèr ausgeschlossen. Diese Regel endet an der Parkgrenze. Wer gehört hat, in der «Nationalparkregion» sei das Biwakieren verboten, meint meist den Park selbst, und darin liegt der Lai da Rims nicht.7
Kanton. Graubünden kennt keine Campingregel für Wandernde. Sein einziger Artikel übers Campieren bindet Jägerinnen und Jäger während der Jagd, und seine Formulierung sagt viel: Für die Jagd ist «das Aufschlagen von Zelten und Blachen zur Übernachtung» nur auf gekennzeichneten Campingplätzen erlaubt (JBV, BR 740.025, Art. 13). Das kantonale Raumplanungsgesetz schützt Natur- und Landschaftsschutzzonen vor neuen Bauten, Entwässerung und Dünger (KRG, BR 801.100, Art. 33 und 34) und sagt nichts übers Betreten oder Übernachten.8 Wie diese Ebenen in der ganzen Schweiz zusammenspielen, steht in der Übersicht für die Schweiz.
Gemeinde, über Art. 7 hinaus. Die Waldordnung der Gemeinde verbietet das Campieren im Wald ohne Bewilligung, mit Bussen von 100 bis 5'000 Franken (Uorden da god, Art. 23 und 25). Der See liegt rund 200 m über dem Wald und 350 m von seinem nächsten Rand, diese Regel bleibt also unter dir. Der Zonenplan legt das Wasser in eine Landschaftsschutzzone und die Ufer in die Landwirtschafts- und die Landschaftsschutzzone; keine davon sagt etwas übers Schlafen. Das Baugesetz erlaubt dem Gemeindevorstand, «zeitlich befristete Zeltlager» ausserhalb der Campingzone zu bewilligen (Baugesetz, Art. 35 Abs. 5). Das ist der einzige Weg zu einem legalen Zelt am See, und er ist für organisierte Gruppen gedacht, nicht für eine einzelne Wanderin.45
Zwei kleine Naturschutzzonen am Westufer. Der Zonenplan schützt zwei nasse Flächen als kommunale Naturschutzzonen: die sumpfige Südwestecke, wo die Zuflüsse ankommen, rund 4'700 m², und einen Streifen am Nordwestufer beim Abfluss, rund 3'700 m². Das kantonale Gesetz verbietet dort Bauen und Entwässern, nicht das Betreten, aber genau diesen Boden beschädigt eine Nacht auf der Matte. Bleib weg davon.58
Der See des Klosters, und was sein Ja nicht ändern würde
Der See gehört dem Benediktinerinnenkloster St. Johann in Müstair, dem Kloster am unteren Ende des Tals, das zum UNESCO-Welterbe gehört. Auf der Seite zu einer geführten Wanderung zum «Klostersee Lai da Rims» schreibt das Kloster, der See habe vermutlich schon im 12. Jahrhundert den Klosterfrauen gehört, ihr Landbesitz umfasse heute 1'930 Hektaren, und bis vor Kurzem seien die Schwestern jedes Jahr zur Alp Praveder und weiter zu ‹ihrem› Rimsersee gestiegen. Der Kanton bestätigt es von der anderen Seite: Seine Fischereiverordnung führt den Lai da Rims bei den privaten Gewässern, in denen man mit dem kantonalen Fischereipatent nicht fischen darf (FBV, BR 760.155, Art. 7 Abs. 1 lit. o). Die Rute bleibt zu Hause.98
Was das Wort der Eigentümerin kann und was nicht: Art. 7 ist öffentliches Recht, auch ein Ja des Klosters würde ein Zelt also nicht legal machen, und für eine Nacht ohne Zelt verlangt keine Norm die Zustimmung der Eigentümerin. Das Kloster publiziert für den See keine Regel, weder dafür noch dagegen, im kantonalen Amtsblatt ist seit 2016 kein gerichtliches Verbot für sein Land am See erschienen, und für diesen Bericht wurde im Kloster niemand gefragt. Eine höfliche Nachricht schadet nicht, eine Bewilligung ist sie nicht.9
So geht es: eine Nacht im Biwaksack auf der Ebene am Ostufer
Der Boden, den du suchst, ist die trockene Grasebene am Ostufer, 6 bis 10 m über dem Wasser. Um LV95 2'826'340 / 1'161'500 (WGS84 46.56644 / 10.39142), auf 2'404 m, liegt sie mit 1,4 Grad fast flach, rund 90 m vom Wasser, und der markierte Weg quert die Ebene ein paar Dutzend Meter daneben. Weit genug vom Ufer, um den See in Ruhe zu lassen, nah genug am Weg, um ihn im ersten Licht wiederzufinden: Leg dich deutlich abseits vom Weg, nicht direkt daneben.5
Wo du nicht liegst. Nicht in den zwei Naturschutzzonen am Westufer. Auch nicht auf der Ebene südlich vom See: Sie sieht aus wie der flachste Boden im Becken und ist eine aktive Schwemmebene, mit einem mäandrierenden Bach in der Mitte, einer verzweigten Kiesrinne im Westen und einem grossen Schuttfächer im Osten. Das Nordufer ist Fels und die Schlucht des Abflusses.5
Die Alp und ihre Herdenschutzhunde. Von Juni bis September ist das Becken Weide. Die Karte des Bundes zu den Alpweiden mit Herdenschutzhunden zeigt das ganze Becken um den See, jede flache Stelle am Ufer eingeschlossen, als Weide der Alp Praveder, mit Hunden «in der Regel von Anfang Juni bis Ende September». Die Empfehlungen zum Herdenschutz erklären, warum das nachts zählt: Die Hunde bewachen die Herde selbständig, Tag und Nacht, und sind in der Dämmerung, im Dunkeln und wenn die Herde zieht besonders wachsam. Wo eine Alp keine Sektoren ausweist, ist die ganze Weide für die ganze Saison markiert, die Herde kann in einer bestimmten Nacht also überall darauf sein.6
Wen du von Juni bis September anrufst. Johannes Fallet, +41 78 670 94 12, den Kontakt, den die Herdenschutzkarte des Bundes für die Alp Praveder angibt. Frag vor dem Aufstieg, wo die Herde ist. Ist sie auf der Ebene am See, such dir eine andere Nacht aus. Leg dich nie zwischen die Hunde und die Tiere, und halte viel Abstand zur Herde. Ab Oktober sind die Hunde normalerweise weg. Die Karte selbst: map.geo.admin.ch, Weiden mit Herdenschutzhunden.6
Spät hin, früh weg. Warte, bis die letzten Wandernden und Biker abgestiegen sind, bevor du auspackst, und sei weg, bevor am Morgen die ersten vom Umbrail herüberkommen.10
Anreise, Feuer und der lange Tag
Vom Umbrailpass. Im Sommer fährt ein Postauto von Sta. Maria auf den Umbrailpass, Haltestelle «Umbrail, Schweizer Zoll». Von dort führt ein Weg, den sich Wandernde und Biker teilen, zum See, am Mittwoch, Donnerstag und Samstag mit Vortritt für die Wandernden. Die Tour der Destination geht stattdessen über den Gipfel des Piz Umbrail: Umbrail, Piz Umbrail, Lai da Rims und durchs Val Vau hinunter nach Sta. Maria, 15 km und 6:20 Stunden, beschrieben als anspruchsvoll und hochalpin, mit einem kurzen Stück, das Schwindelfreiheit verlangt.10
Von Sta. Maria durchs Val Vau. Der kürzere Aufstieg beginnt in Pra da Vau, 1'779 m, rund 1,6 km nördlich vom See und 620 m tiefer: an den Alpen Clastras und Praveder vorbei, dann im Zickzack steil neben dem Bach hinauf. Ein Postauto ab Fuldera bedient Pra da Vau im Sommer, und die Destination richtet ihre Vortrittstage für Wandernde danach aus: Mittwoch, Donnerstag und Samstag. Es braucht eine Gratisreservation über die SBB bis 19 Uhr am Vortag. 2025 fuhr es vom 11. Juni bis 22. Oktober, einmal am Morgen hinauf und einmal am Nachmittag hinunter; der Fahrplan 2026 war bei der Prüfung nicht online, schau also nach, bevor du dich darauf verlässt. Zu Fuss ab Sta. Maria liegt der See rund 1'000 m höher.10
Kein Feuer. Am See gibt es keine Feuerstelle, und die Region bittet, nur an Feuerstellen zu grillieren. Das Polizeigesetz selbst verbietet, im Freien etwas anderes als sauberes, trockenes Holz und Holzkohle zu verbrennen (Art. 9). Am 24. September 2026 stand die Waldbrandgefahr des Bundes für die Gegend auf «Mässige Gefahr», ohne kantonale Massnahme; nach einer Trockenperiode kann sich das innert Tagen ändern. Nimm einen Kocher mit.110
Keine Hütte. In der Nähe vom See steht keine Hütte, alles, was du brauchst, trägst du hinauf und wieder hinunter.5
Wo du legal schlafen kannst
- Im Biwaksack, ohne Zelt, auf der Ebene am Ostufer. Eine Nacht auf rund 2'404 m, 90 m vom Wasser: Art. 7 nennt sie nicht, eine Lesart, die kein Gericht geprüft hat. Keine Blache, kein Feuer.1
- Camping Pé da Munt, Sta. Maria. Via Umbrail 165, +41 81 858 71 33, im Wald über dem Dorf an der Umbrailstrasse, am Fuss des Aufstiegs; jeder Platz hat eine eigene Feuerstelle.3
- Camping Muglin, Müstair. Via Muglin, +41 81 858 59 90.3
- Gästehaus im Kloster St. Johann, Müstair. Das Gästehaus der Eigentümerin selbst, im Kloster.9
- Ein Zelt am See nur mit Bewilligung des Gemeindevorstands. Gedacht für organisierte Gruppen, nicht für eine einzelne Person: Cumün da Val Müstair, +41 81 851 62 00.4
- Nicht in den Naturschutzzonen und nicht auf der Ebene im Süden. Der nasse Boden am Westufer ist geschützt, die Ebene südlich vom See eine aktive Schwemmebene.5
Allgemeine Regeln fürs Wildcampen
Das gilt überall dort, wo du wirklich draussen schlafen darfst, am Lai da Rims also eine Nacht im Biwaksack ohne Zelt oder ein Platz auf einem der zwei Campingplätze im Tal. Es ist kein Gesetzestext, es ist Anstand und gesunder Menschenverstand auf einer Alp, auf der eine Herde mit ihren Hunden den Sommer verbringt.
- Kein Feuer. Offenes Feuer hat in den Bergen nichts verloren. Ein Gaskocher reicht.
- Spät aufstellen, früh abbauen. Erst gegen Abend aufbauen, früh wieder weg. Ein Biwak ist eine Nacht, kein Basislager.
- Keinen Abfall zurücklassen. Alles, was du hochträgst, trägst du wieder runter, auch Bioabfall und WC-Papier.
- Mindestens 50 Meter Abstand zu jedem Gewässer fürs grosse Geschäft, damit du nicht verschmutzt, was Mensch und Vieh trinken.
- Klein und leise bleiben. Kleine Gruppe, kein Lautsprecher, keine Drohne, Hunde an der Leine, und das Wort des Alppersonals gilt.
Disclaimer
Dieser Artikel gibt meine Recherche und Einschätzung nach bestem Wissen wieder, Stand September 2026. Er stützt sich auf die unten verlinkten öffentlich zugänglichen und amtlichen Quellen. Er ersetzt keine Rechtsberatung und ist keine verbindliche Auskunft über die geltende Rechtslage.
Das Urteil teilt sich nach der Unterkunft. Art. 7 des Polizeigesetzes der Gemeinde Val Müstair verbietet das Campieren auf dem ganzen Gemeindegebiet ausserhalb der Orte, die die Behörden bestimmen, und dieser Artikel sagt klar, dass ein Zelt am See darunter fällt. Der weitere Schluss, dass eine Nacht im Biwaksack ohne Zelt von diesem Wortlaut nicht erfasst ist, ist eine Lesart des Textes, die weder ein Gericht noch die Gemeinde geprüft hat; die Gemeinde oder ein Gericht kann campar weiter lesen. 50 Franken sind das Minimum von Art. 35, und der Ordnungsbussentarif der Gemeinde ist nicht veröffentlicht. Die Saison der Herdenschutzhunde, der Fahrplan, die Campingplätze und die Zonengrenzen stammen von ihren Herausgebern, Stand September 2026, und können sich von Saison zu Saison ändern; was am See angeschlagen ist, wurde nicht vor Ort geprüft. Prüfe vor jeder Tour die aktuellen Quellen selbst und befolge Anweisungen vor Ort. Ein echtes Notbiwak in einer Notlage ist eine andere Frage als ein geplantes Lager. Wer draussen übernachtet, trägt die Verantwortung für sein Verhalten und die Folgen selbst. Hikebeast, Leon Helg und die Saftladen GmbH übernehmen keine Haftung für Entscheidungen auf Grundlage dieses Textes und rufen niemanden dazu auf, geltendes Recht zu brechen.
Häufige Fragen
Ist Wildcampen am Lai da Rims erlaubt?
Darf ich am Lai da Rims ohne Zelt schlafen?
Liegt der Lai da Rims im Schweizerischen Nationalpark?
Was ist mit den Herdenschutzhunden der Alp Praveder?
Wo kann ich in der Nähe vom Lai da Rims zelten, und wie komme ich hin?
Quellen
- Ledscha da pulizia dal cumün da Val Müstair, das Polizeigesetz der Gemeinde Val Müstair, beschlossen von der Gemeindeversammlung am 13. Dezember 2017 und an der Urne am 4. März 2018, in Kraft seit 4. März 2018; Fassung «stadi avrigl 2023», in der nur Art. 10 (Feuerwerk) revidiert wurde. Art. 42: «Ella rimplazza tuot las prescripziuns chi cuntrafan a quista ledscha.» Art. 2: Die suprastanza cumünala, der Gemeindevorstand, ist die Polizeibehörde und erteilt die Bewilligungen, die das Gesetz vorsieht. Art. 7 «Campar»: «Sün tuot il territori dal cumün da Val Müstair esa scumandà da campar sco eir da pernottar aint in autorulottas o oters veiculs da tuot gener, cun excepziun dals lös cha las autoritats definischan per quist scopo.» Art. 9 «Far fö»: «Id es scumandà d'arder material da tuot gener i'l liber, cun excepziun da laina netta e sütta sco eir da charbun.» Art. 35: Verstösse «vegnan chastiadas cun multa minimala da fr. 50.00 fin fin a la summa maximal, circumscritta i'l reglamaint da multas disciplinaras dal cumün da Val Müstair. In cas da repetiziun ed in oters cas agravants fin a fr. 5'000.00». Art. 36: Der Gemeindevorstand erlässt dieses Ordnungsbussenreglement, das in der Sammlung der Gemeinde nicht veröffentlicht ist. Art. 37: Ordnungsbussen dürfen an Ort und Stelle eingezogen werden, wenn ein Polizeiorgan den Verstoss selbst beobachtet hat, zahlbar sofort oder innert 30 Tagen; «Üna persuna cuolpabla cun domicil dadour la Svizra chi nu paja la multa subit sto depositar l'import o dar ün'otra garanzia adequata.» Kein Erlass der Sammlung braucht das Verb «bivacar». Die Polizeiseite der Gemeinde: Die Kantonspolizei erledigt im Val Müstair die Aufgaben der Gemeindepolizei. Ledscha da pulizia (PDF), cdvm.ch, collecziun da las ledschas, cdvm.ch, polizia cumünala. ↩
- Lia Rumantscha, Pledari Grond, das Wörterbuch Rumantsch Grischun und Deutsch, abgefragt am 24. September 2026: «campar» = «lagern» («ein Lager aufschlagen»), «campen», «campieren», «zelten», «kampieren»; «pernottar» = «übernachten», «über Nacht bleiben», «nächtigen»; «bivacar» = «biwakieren», ein eigenes Stichwort. pledarigrond.ch, Eintrag «campar». ↩
- Gäste-Information Val Müstair (Biosfera Val Müstair), Seite «Camping», abgerufen am 24. September 2026: «Wildcampieren verboten. Im ganzen Areal der Gemeinde Val Müstair ist wildcampieren verboten! Wir bitten Sie auf einem der beiden offiziellen Campingplätze zu übernachten.» Camping Pé da Munt, Via Umbrail 165, 7536 Sta. Maria Val Müstair, +41 81 858 71 33: «liegt mitten im Wald, oberhalb von Sta. Maria. Jeder Stellplatz hat eine eigene Feuerstelle». Camping Muglin, Via Muglin, 7537 Müstair, +41 81 858 59 90. val-muestair.ch, Camping, Camping Pé da Munt, campingmuglin.ch. ↩
- Gemeinderecht von Val Müstair zu Wald und Bauen, abgerufen am 24. September 2026. Uorden da god, die Waldordnung der Gemeinde, Art. 23 «Campar»: «Sainza permis esa scumandà da campar aint il god.»; Art. 25: Bussen «da fr. 100.00 fin fr. 5'000.00». Baugesetz der Gemeinde Val Müstair, beschlossen am 7. August 2013, genehmigt von der Regierung mit RB Nr. 800 vom 13. September 2016, zuletzt geändert am 29. Mai 2024 (genehmigt mit RB Nr. 771 vom 24. September 2024), Art. 35 «Campingzone», Abs. 5: «Zeitlich befristete Zeltlager können vom Gemeindevorstand ausserhalb der Campingzone bewilligt werden. Das Aufstellen von Wohnwagen zu Wohnzwecken ist ausserhalb der Campingzone verboten.» RB Nr. 800 genehmigt die zwei Campingzonen, Camping Muglin in Müstair und Pé da Munt in Sta. Maria. Gemeinde: Cumün da Val Müstair, Forum, 7537 Müstair, +41 81 851 62 00, administraziun@cdvm.ch. Uorden da god (PDF), Baugesetz Val Müstair (PDF), RB Nr. 800 (PDF). ↩
- Amtliche Geodaten, abgefragt am 24. September 2026. Identify-Dienst des Bundes am See, LV95 2'826'095.3 / 1'161'362.0 (WGS84 46.565285 / 10.388165; Name «Lai da Rims», See, Val Müstair), swissALTI3D 2'395,2 m auf der Wasserfläche, und auf der Ebene am Ostufer, LV95 2'826'340 / 1'161'500 (WGS84 46.56644 / 10.39142), 2'403,8 m, Neigung 1,4 Grad, 92 m vom Ufer und 38 m vom markierten Weg; Toleranz 0, mit einer Kontrolle mit ungültiger Ebene, die HTTP 400 lieferte, und dem Jagdbanngebiet Kiental als Positivkontrolle im selben Lauf. An beiden Punkten: Regionaler Naturpark «Biosfera Val Müstair» und UNESCO-Biosphärenreservat Engiadina Val Müstair. Leer: eidgenössische Jagdbanngebiete (keines im Umkreis von 12 km), Wildruhezonen, BLN, Auen, Flachmoore, Hochmoore, Moorlandschaften, Amphibienlaichgebiete, Trockenwiesen, Ramsar, Smaragd, Waldreservate, Militärgebiete. Nächste verbindliche Wildruhezone «Patlarsch - Spi da Vau», 1'766 m vom Ufer, 1. Februar bis 30. April. Gemeinde Val Müstair nach der Grenze des laufenden Jahres (bis 2008 die Gemeinde Müstair); die Grenze zu Italien 1,7 km südlich. ÖREB-Auszug der Parzelle 797 (EGRID CH799477759640), mit Geometrie gelesen: am See «Zone übriges Gemeindegebiet (Gewässer)» und Landschaftsschutzzone; auf den Uferebenen Landwirtschaftszone und Landschaftsschutzzone; zwei kommunale Naturschutzzonen am Westufer, 4'739 m² bei den Zuflüssen im Südwesten und 3'667 m² beim Abfluss; nächster Wald 350 m nordnordwestlich, auf rund 2'140 bis 2'180 m. Seeumriss 14,0 ha, 438 auf 478 m; nächstes Gebäude 1,3 km nordwestlich, rund 450 m tiefer. Orthofoto SWISSIMAGE: trockene Alpweide auf der Ebene am Ostufer; südlich vom See ein mäandrierender Bach, eine verzweigte Kiesrinne und ein Schuttfächer. Das Gebiet «Lais da Rims» in Scuol liegt rund 21 km nördlich. map.geo.admin.ch, ÖREB-Auszug, Parzelle 797 (PDF). ↩
- Bundesamt für Umwelt (BAFU), Karte «Alpweiden geschützt durch Herdenschutzhunde 2026», Datenstand 18. Mai 2026, abgefragt am 24. September 2026: Objekt «Alp Praveder», 5,12 km², mit dem Becken des Sees und jeder flachen Stelle an seinem Ufer; «Anwesenheit Schutzhunde: In der Regel von Anfang Juni bis Ende September»; Kontakt «Johannes Fallet», «+41 (0)78 670 94 12». Empfehlungen von AGRIDEA zum Herdenschutz (protectiondestroupeaux.ch): Herdenschutzhunde schützen die Herde selbständig, Tag und Nacht, und sind in der Dämmerung, in der Nacht, bei schlechtem Wetter und wenn die Herde zieht besonders wachsam; wo eine Alp keine Sektoren ausweist, ist die ganze Alp für die ganze Saison markiert. map.geo.admin.ch, Weiden mit Herdenschutzhunden, Verhaltensempfehlungen, wo sich die Hunde aufhalten. ↩
- Pärke. Verordnung über die Pärke von nationaler Bedeutung (Pärkeverordnung, PäV), SR 451.36, Stand 1. April 2018: Art. 17 nennt, was in der Kernzone eines Nationalparks ausgeschlossen ist, darunter «das Betreten ausserhalb der vorgegebenen Wege und Routen sowie das Mitführen von Tieren»; Art. 19 bis 21 regeln Fläche, Erhaltung und Aufwertung von Natur und Landschaft und die Stärkung der nachhaltig betriebenen Wirtschaft eines Regionalen Naturparks, ohne Regel für Besucher; die Verordnung enthält keine Bestimmung zum Campieren. Kanton Graubünden, UNESCO-Biosphärenreservat Engiadina Val Müstair: «Kernzone des Reservats ist der Nationalpark; die übrigen Gebiete gehören zur Pflege- und Entwicklungszone.» Zum Vergleich: Verordnung über den Schutz des Schweizerischen Nationalparks (Nationalparkordnung), BR 498.200, Art. 5 lit. a: Im Park ist es verboten, «Feuer zu machen, zu biwakieren oder die ganze Nacht auf Parkplätzen zu verbringen»; die Bussenliste BR 498.210 setzt das Biwakieren mit 200 Franken an. Die Parkgrenze liegt 12,1 km westnordwestlich vom See. fedlex.admin.ch (PäV), gr.ch, Biosphärenreservat, gr-lex.gr.ch (BR 498.200), BR 498.210. ↩
- Recht des Kantons Graubünden, gr-lex, abgerufen am 24. September 2026. Verordnung über den Fischereibetrieb (Fischereibetriebsvorschriften, FBV), BR 760.155, Fassung in Kraft seit 1. Januar 2026, Art. 7 Abs. 1: «In folgenden Gewässern mit privaten Fischereirechten darf mit dem kantonalen Fischereipatent nicht gefischt werden: ... o) Lai da Rims, Gemeinde Val Müstair (5001).»; Anhang A1-7: «Lai da Rims (privat)». Jagdbetriebsvorschriften (JBV), BR 740.025, Art. 13 «Campieren und Biwakieren»: «Für die Ausübung der Jagd sind das Aufschlagen von Zelten und Blachen zur Übernachtung sowie die Übernachtung in Motorfahrzeugen, Wohnwagen, Anhängern und dergleichen nur auf gekennzeichneten Campingplätzen erlaubt.» Raumplanungsgesetz für den Kanton Graubünden (KRG), BR 801.100: Art. 33 (Naturschutzzonen) verbietet neue Bauten und Anlagen, Entwässerung, Bewässerung und Düngung; Art. 34 (Landschaftsschutzzonen) verbietet neue Bauten; keiner der beiden sagt etwas über den Zutritt oder das Übernachten. Kein anderer geltender Erlass der kantonalen Sammlung regelt das Campieren von Wandernden. gr-lex.gr.ch (FBV), JBV, KRG. ↩
- Kloster St. Johann Müstair, Veranstaltungsseite «Hoch hinaus wandern zum Klostersee Lai da Rims» (8. September 2024), abgerufen am 24. September 2026: «Eine Wanderung zum Lai da Rims steht an erster Stelle der Aktivitäten der meisten Gäste des Val Müstair.» und «Vermutlich bereits im 12. Jahrhundert gehörte der See zum Besitz der Klosterfrauen, deren Landbesitz heute 1930 Hektar umfasst. Noch bis vor Kurzem machten die Schwestern jährlich einen Ausflug zur Alp Praveder und von dort zu ‹ihrem› Rimsersee.» Der ÖREB-Auszug enthält keine Eigentümerdaten; die kantonale Fischereiverordnung führt den See als privates Gewässer (Quelle 8). Die Kontaktseite des Klosters (Konvent, kloster@muestair.ch) und sein Gästehaus im Kloster. Kantonsamtsblatt Graubünden, gerichtliche Verbote 2016 bis 2026: keines für das Land des Klosters am See. muestair.ch, Klostersee Lai da Rims, muestair.ch, Zuständigkeiten, Gästehaus im Kloster, kantonsamtsblatt.gr.ch. ↩
- Anreise und Praktisches, abgerufen am 24. September 2026. Biosfera Val Müstair, Tour «Piz Umbrail und Abstieg zum Lai da Rims»: «Mittel», «15 km», «6:20 h», «Anspruchsvolle und hochalpine Tour mit Gipfelerlebnis auf einem 3000er», «In den Sommermonaten fährt ein Postauto von Sta. Maria hinauf zum Umbrailpass», «Nach einem Geröllfeld ist für ein kurzes Stück Schwindelfreiheit gefragt», «Entlang eines Baches im Zickzack steil hinab». Seite «Koexistenz», «Piz Umbrail - Lai da Rims»: «The right-of-way regulations are based on the Postbus Val Vau: Wednesday, Thursday and Saturday priority for hikers.» Fairtrail-Seite: grillieren nur an Feuerstellen. Fahrplan 90.831 Fuldera - Val Vau, 2025: 11. Juni bis 22. Oktober, Fuldera 09:06, Sta. Maria Val M., Pra da Vau 09:26, zurück ab Pra da Vau 16:03, «Obligatorische Reservation (gratis) via SBB Mobile od. sbb.ch bis 19.00 Uhr am Vortag»; bis 24. September 2026 kein Fahrplan 2026 veröffentlicht. Waldbrandgefahr des Bundes am 24. September 2026: «Mässige Gefahr» in der Region, keine kantonale Präventionsmassnahme in Kraft. Bündner Bergmanifest (Graubünden Ferien): draussen übernachten nur, wo es erlaubt ist, Feuer nur an markierten Feuerstellen. val-muestair.ch, Tour, val-muestair.ch, Koexistenz, Fairtrail, Fahrplan 90.831 (2025, PDF), map.geo.admin.ch (Waldbrandgefahr), graubuenden.ch, Bergmanifest. ↩