Stand: 7. Oktober 2026

Wildcampen am Oberhoresee

Wildcampen am Oberhoresee über Lauterbrunnen ist nur im Rahmen enger Ausnahmen möglich. Im Schutzgebiet gibt es eine Regel für echte Hochtouren, daneben gelten die Gemeindeauflagen. Wer nur für eine Nacht zum See wandert, bucht ein Bett oder einen Campingplatz im Tal.

Was heisst das?

Illegal Eine konkrete Regel verbietet es, meist mit Busse, und sie wird durchgesetzt. Schlaf woanders.

Nicht erlaubt Hier gibt es keinen echten Platz zum Zelten. Ein abgesperrtes Gelände, ein bebautes Gebiet oder nirgends sinnvoll zum Hinlegen, auch wenn keine Busse droht.

Kommt drauf an Du darfst hier schlafen, aber zuerst gilt eine Bedingung: den Grundeigentümer fragen, einen Platz buchen, in einer festen Zone bleiben oder statt Zelt nur biwakieren. Der Bericht sagt, welche.

Toleriert Keine Regel erlaubt oder verbietet es klar, aber eine einzelne Nacht wird in der Praxis akzeptiert und niemand schreitet ein. Üblich für hohe Biwaks über der Baumgrenze.

Legal Eine Nacht ist hier in Ordnung. Entweder erlaubt es eine Regel, oder wir haben alle Gesetze geprüft und nichts dagegen gefunden. Trotzdem: spät aufbauen, früh weg, keine Spuren.

Eine Nacht draussen. Kleines Zelt oder Biwaksack, gegen Abend aufgestellt und morgens wieder eingepackt. Ein Basislager oder die Nacht im Camper sind andere Nutzungen. Jede Regel hat ihren eigenen Wortlaut: Wildcampen oder Biwakieren.

Wildcampen am Oberhoresee: die Hochtouren-Ausnahme

Eine gewöhnliche geplante Zeltnacht am Oberhoresee ist verboten. Der See und seine unmittelbar angrenzenden trockenen Ufer liegen im kantonalen Naturschutzgebiet Hinteres Lauterbrunnental. Der Schutzbeschluss RRB 3804 vom 21. Juni 1960 ist im aktuellen Kataster weiterhin als rechtskräftig eingetragen. Ziff. 5 lit. e verbietet Feuer, Kampieren und das Aufschlagen von Zelten. Ein kleines Zelt von der Dämmerung bis zum Morgen bleibt ein Zelt, auch wenn die ganze Tour nur eine Nacht dauert. 1 4

Im selben Beschluss steht die entscheidende Einschränkung des Verbots. Ziff. 7 lit. b behält Ausnahmen anlässlich der Ausführung von Hochtouren im Schutzgebiet vor. Die Nacht muss zu einer echten alpinistischen Unternehmung gehören. Zum hoch gelegenen See zu wandern, um dort die Aussicht zu erleben, macht aus dem Ausflug keine solche Ausnahme. 1

"Ausnahmen von Ziff. 5 lit. e anlässlich der Ausführung von Hochtouren im Schutzgebiet."

Die Schmadrihütte ist ein Ausgangspunkt für das Lauterbrunner Breithorn, Grosshorn, Tschingelhorn und Mittaghorn. Ihr Betreiber beschreibt auch einen Zustieg über den Oberhornsee. Das sind konkrete alpinistische Ziele, die den Begriff im Beschluss verständlich machen. Die Namen allein erteilen keine Bewilligung. Entscheidend sind deine tatsächliche Route, der Zeitpunkt, die Ausrüstung und der Schlafplatz. 8

Wer nur wandert, schläft in einem gebuchten Bett oder auf einem Campingplatz im Tal statt am See. Bei einer echten Hochtour besprichst du den Plan vor dem Aufbruch mit der Schutzgebietsbetreuung und der Gemeinde. Die Ausnahme hat eine Rechtsgrundlage, ist aber kein öffentliches Campingangebot, keine Einladung gegen Gebühr und keine Zusage für jeden Tourenplan. 1 2 6

Ziff. 8 gibt der kantonalen Behörde eine weitere Ausnahmebefugnis für dringende Fälle, nach Anhörung der Naturschutzorganisation. Das ist ein eigener, enger Weg. Das freundliche Ja eines Alpmitarbeiters kann ihn nicht ersetzen. Auch die kommunale Sicherheitskommission darf die verbindliche kantonale Schutzregel nicht aufheben. 1 2

Wen du vor einer solchen Nacht kontaktierst

Beginne beim Rangerdienst und nenne eine konkrete Route. Pro Natura Bern nennt für Fragen zum Hinteren Lauterbrunnental +41 77 523 59 60. Die Geschäftsstelle ist unter +41 31 352 66 00 erreichbar. Ranger sind von Mai bis Ende Oktober im Gebiet präsent. Frage, wie Ziff. 7 lit. b auf deine Hochtour angewandt wird, wer den Grundeigentümer vertritt und ob der vorgesehene Übernachtungsplatz akzeptabel ist. 6

Die beiden Kontakte für eine geplante Nacht: Pro Natura Bern, Rangerdienst +41 77 523 59 60, für Schutzgebiet und Eigentümer. Lauterbrunnens Sicherheitskommission, Sekretär Marcel Sarro, marcel.sarro@lauterbrunnen.ch, Gemeinde +41 33 856 50 50, für die eigenständigen Gemeindeauflagen. 6 7

Lauterbrunnens Camping-Reglement gilt seit 1. Januar 2025. Art. 2 Abs. 1 erfasst vorübergehendes Verweilen und Übernachten in Zelten oder ähnlichen Unterkünften. Art. 3 Abs. 1 untersagt grundsätzlich Camping ausserhalb von Campingplätzen. Ausgenommen ist vereinzeltes Camping auf privatem Gelände zu privaten Zwecken, wobei der Grundeigentümer für die notwendigen hygienischen Einrichtungen sorgt. Freier Zugang zum Wanderweg und eine leere Wiese schaffen weder diese Vereinbarung noch die Einrichtungen. 2

Nach Art. 3 Abs. 2 kann die Sicherheitskommission mit Zustimmung des Grundeigentümers und des zuständigen Tourismus-Vereins eine individuelle Ausnahme erteilen. Art. 3 Abs. 3 verlangt Hygiene-, Sauberkeits-, Ruhe- und Ordnungsauflagen sowie eine Befristung. Die Hochtourenregel betrifft das Verbot im Schutzgebiet. Sie sagt nicht, dass damit diese separaten Gemeindeanforderungen verschwinden. Frage die Kommission, welche Entscheidung und Zustimmungen für deine konkrete Nacht nötig bleiben. 2

Nenne als Koordinaten des Sees 46.50367, 7.87318, dazu den vorgesehenen trockenen Boden, Datum, Gruppengrösse, Unterkunft und ganze Route. Im Kataster liegen See und westliches Ufer auf Parzelle 2399, EGRID CH222403463586. Beschreibe Toilette und Abfallentsorgung. Hol dir vor der Wanderung eine klare Antwort. Schweigen und ein noch offenes Gesuch sind keine Bewilligung. 4 7

Der Beschluss von 1960 nennt Parzelle 2399 als Unterer-Steinberg-Grundstück der Naturschutzorganisation; Pro Natura bestätigt den Erwerb der Alp Untersteinberg 1947. Aktuelle Eigentümerdaten gibt es über Berns Grundbuchauskunft mit Login. Pro Natura und die Kommission führen dich zum richtigen Vertreter. Ein dauerhaftes Zeltangebot oder einen veröffentlichten Preis pro Campingnacht gibt es für diesen See nicht. 1 6 7

Für die kantonale Auslegung oder eine dringende Ausnahme erreichst du die Abteilung Naturförderung unter +41 31 636 14 50, info.anf@be.ch. Gemeindebewilligung und Eigentümerzustimmung müssen zwingendes kantonales Recht einhalten, wie Art. 26 ausdrücklich vorsieht. Hol die nötigen Antworten ein, bevor du den See als Schlafplatz einplanst. 2 6

Alpine Ufer mitten im Schutzgebiet

Oberhoresee ist der Kartenname, Oberhornsee die im Tourismus verbreitete Schreibweise. Swisstopo gibt für den See etwa 2'062 m an; Tourismus und ältere Routenbeschreibungen runden oft auf 2'065 m. Er liegt oberhalb der Waldgrenze, südlich von Obersteinberg. Die Jungfrau-Ausflugsseite nennt ungefähr vier Stunden ab Stechelberg durch das Naturschutzgebiet. Am See gibt es weder Strasse noch Bergstation. 5 9

Der Referenzpunkt des Sees liegt auf der Karte im Wasser. Am Ufer gibt es alpine Wiesen, einzelne Felsen, Wege und unterschiedlich steile Hänge. Trockener Boden ist in wenigen Gehminuten erreichbar; die Mulde südwestlich des Sees enthält aber einen weiteren kleinen Tümpel und nasses Gras. Ein flach aussehender Kartenbereich reicht nicht zur Platzwahl. Auch wo das Ufer zum Schlafen taugt, bleibt die Nacht dort ohne die richtige Ausnahme verboten. 5

Die unmittelbaren Ufer liegen vollständig im Hinteren Lauterbrunnental. Die nächste Schutzgebietsgrenze ist vom Referenzpunkt des Sees in Luftlinie etwa 526 m entfernt. Auch ein paar Meter weg vom Wasser bist du noch im Schutzgebiet und in der Gemeinde Lauterbrunnen. Die Distanz zur Grenze dient nur der Einordnung und ist kein empfohlener Weg zu einem erlaubten Zeltplatz, gerade dort, wo das Gelände zum unteren Tal abfällt. 5

Das überlagernde kantonale Wildschutzgebiet Breithorn hat eigene Regeln. WTSchV Anhang 2, Objekt 5, verwendet die Kategorien C, E und F: Jagd nur im September, Hunde an der Leine und Einschränkungen für Motorfahrzeuge. Eine Camping- oder Biwakregel steht dort nicht. Das Campingverbot am See stammt aus dem Naturschutzbeschluss und dem Gemeindereglement, nicht aus jeder Wildschutzfarbe auf der Karte. 5

Kein eidgenössisches Jagdbanngebiet und keine eidgenössische Wildruhezone umfassen den See oder das westliche Ufer. Auch die Bundesinventare für Feuchtgebiete und Trockenwiesen haben an diesen Punkten keinen Eintrag. Das BLN Berner Hochalpen und Aletsch-Bietschhorn-Gebiet, nördlicher Teil, umfasst den See, schafft aber keine eigene Campingbusse. Das Fehlen eines Bundesverbots beseitigt die vorhandenen kantonalen und kommunalen Regeln nicht. 5

Der Kataster zeigt Landwirtschaftsgebiet und Naturschutzgebiet um das Wasser. Das genehmigte Baureglement und das geschützte Stillgewässer betreffen ebenfalls die Bodennutzung. Halte Wege frei, schone Pflanzen und verschmutze weder See noch Viehtränken. Eine kleine Gruppe und eine einzelne Nacht stören weniger, ersetzen aber weder Schutzgebietsausnahme noch Zustimmungen. 4 1

Die Berichte zu Lauterbrunnen und Tanzbödeli zeigen die Unterschiede zwischen benachbarten Zielen. Das Tanzbödeli liegt ausserhalb dieses Naturschutzgebiets, der Oberhoresee innerhalb. Beide liegen auf Lauterbrunner Boden mit dem aktuellen Camping-Reglement. 2 5

Biwaksack und die tatsächliche Strafbestimmung

Der Schutzbeschluss verbietet ausdrücklich Camping und Zelte. Seine Begriffe sind Kampieren und Aufschlagen von Zelten; Biwakieren nennt er nicht ausdrücklich. Die Gemeindedefinition nennt vorübergehendes Übernachten in Zelten und ähnlichen Unterkünften. Eine geplante Nacht im Kleinzelt fällt damit unter beide Bestimmungen, auch wenn das Zelt nur kurz steht. 1 2

Ein Schlafsack unter freiem Himmel ist nicht ausdrücklich genannt. Keine veröffentlichte örtliche Auslegung erlaubt eine geplante zeltlose Nacht an diesem See. Beschreibe bei der Abklärung von Hochtourenausnahme und Gemeindeauflagen genau, womit du übernachtest. Ein Schlafsack ersetzt die nötige Antwort nicht verlässlich. Eine bewusst geplante Panoramanacht unterscheidet sich von einem unvorhergesehenen Notfall. 1 2

Die Sanktion steht im heutigen bernischen Naturschutzrecht. NSchG Art. 57 Abs. 1 nennt für entsprechende Verstösse gegen Naturschutzverbote den ordentlichen gesetzlichen Rahmen von CHF 100 bis 50'000. In schweren Fällen sind nach Abs. 2 CHF 100'000 möglich; in besonders leichten Fällen kann nach Abs. 3 auf eine Strafe verzichtet werden. Das ist kein fester Preis für eine Campingnacht. Die alte Formulierung des Beschlusses von 1960, Busse oder Haft, ist historischer Wortlaut. Massgebend ist die heutige Strafregel. 3

Kommunal sieht Art. 24 Abs. 2 subsidiär höchstens CHF 5'000 für Verstösse gegen Art. 3 vor, soweit keine eidgenössischen oder kantonalen Strafregeln greifen. Die verlinkte Camping-Verordnung von 2010 nennt noch CHF 200 für Camping auf öffentlichem Boden nach dem alten Art. 4. Das heutige Reglement hob den alten Erlass auf und verwendet Art. 3. Der frühere Betrag ist keine belegte automatische Busse nach dem neuen Artikel. 2

Die zuständige Stelle kann nach Art. 24 Abs. 1 den rechtmässigen Zustand wiederherstellen lassen. Praktisch kann das heissen: Das Zelt muss weg. Die eidgenössische Campingbusse für Jagdbanngebiete greift hier mangels eines solchen Gebiets nicht. Rangerpräsenz bedeutet Aufsicht und Information, keinen anderen Bussentarif. Trage die nötige Entscheidung bei dir und halte Ort, Zweck und Zeitraum ein. 2 5 6

Wo du bei einer normalen Seewanderung schläfst

Das Berghotel Obersteinberg ist im Sommer das nächste Bett unterhalb des Sees. Es liegt auf 1'778 m und ist normalerweise von Juni bis September offen. Reservationen sind ausschliesslich telefonisch möglich, +41 33 855 20 33. Buche das Bett und plane vor dem Seebesuch eine Rückkehr mit genügend Tageslicht. Im Oktober liegt das Hotel ausserhalb seiner veröffentlichten Saison. 8

Die Schmadrihütte hat acht Schlafplätze auf 2'260.8 m, mit obligatorischer Online-Reservation und Zahlung beim Betreiber AACB. Die Buchung sichert das Bett, keine Zeltbewilligung neben der Hütte. Erwachsene Nichtmitglieder zahlen CHF 35, Mitglieder berechtigter alpiner Vereine CHF 25. Die Hütte ist unbewartet. Nimm Hüttenschlafsack und Vorräte mit und kläre die Verpflegung für deinen Termin ab. 8

Lies vor dem Schmadrihüttenbesuch die aktuelle Zustiegswarnung. Am 7. Oktober 2026 meldet der Betreiber Schwand/Breitlouwena wegen Gletschereisabbruch als gesperrt, Obersteinberg-Schafslägercheere wegen einer weggespülten Brücke ebenfalls. Er verweist ausschliesslich auf den grün eingezeichneten Weg seiner aktuellen Karte. Hole diese Karte und die aktuellen Verhältnisse beim Betreiber ein. Ältere Routenbeschreibungen über den See belegen nicht, dass deine geplante Querung offen ist. 8

Für eine Talnacht buchst du Camping Jungfrau in Lauterbrunnen, +41 33 856 20 10, und besuchst den Oberhoresee tagsüber. Lass dir Stellplatz oder Unterkunft für deinen Termin bestätigen. Mit dem Campingplatz ist die Nacht unabhängig vom geschützten See geregelt. Der Bergtag hängt weiter von Wetter und Wegzustand ab. 8

Die Schweizer Wildcamping-Übersicht erklärt die alpine Praxis. Auch der SAC verlangt oberhalb der Baumgrenze Rücksicht auf örtliche Regeln, Schutzgebiete und Eigentümer. Am See bleibt die Wahl zwischen einer konkret abgeklärten echten Hochtourennacht und einer gebuchten Alternative. Plane den Schlafplatz vor dem Aufstieg. 9

Allgemeine Regeln fürs Wildcampen

Für eine bewilligte Hochtourennacht gelten die Entscheidung und diese Bergregeln:

  • Kein Feuer. Offenes Feuer hat in den Bergen nichts verloren. Ein Gaskocher reicht.
  • Spät aufstellen, früh abbauen. Erst gegen Abend aufbauen, früh wieder weg. Ein Biwak ist eine Nacht, kein Basislager.
  • Keinen Abfall zurücklassen. Alles, was du hochträgst, trägst du wieder runter, auch Bioabfall und WC-Papier.
  • Mindestens 50 Meter Abstand zu jedem Gewässer fürs grosse Geschäft, damit du nicht verschmutzt, was Mensch und Vieh trinken.
  • Klein und leise bleiben. Kleine Gruppe, kein Lautsprecher, keine Drohne, Hunde an der Leine, und das Wort des Alppersonals gilt.

Disclaimer

Diese Einschätzung nutzt öffentlich verfügbare Regeln und Geodaten vom 7. Oktober 2026. Sie ist keine Rechtsberatung. Die Hochtouren-Ausnahme existiert; ihre Anwendung auf die konkrete Route und die verbleibenden Gemeindeanforderungen brauchen eine konkrete Antwort. Für den Leser wurden keine Bewilligung und keine Eigentümerzustimmung eingeholt. Der veröffentlichte Wortlaut klärt nicht jede geplante zeltlose Nacht.

Prüfe vor dem Aufbruch Route, Wetter, Einschränkungen und nötige Entscheidungen. Beachte Schilder und rechtmässige Anweisungen, schone den alpinen Boden und nimm allen Abfall mit. Hikebeast, Leon Helg und Saftladen GmbH haften nicht für Entscheidungen auf Grundlage dieses Textes und rufen niemanden zum Rechtsbruch auf. Ein unvorhergesehener Notfall ist etwas anderes als eine geplante Seenacht.

Häufige Fragen

Darf ich eine Nacht am Oberhoresee campieren?
Eine Zeltnacht fürs Panorama ist verboten. RRB 3804 Ziff. 5 lit. e untersagt Camping und Zelte im Hinteren Lauterbrunnental; Ziff. 7 lit. b nimmt echte Hochtouren aus. Lauterbrunnens Art. 3 hat eigene Campingbedingungen. Besprich den konkreten Hochtourenplan mit der Schutzgebietsbetreuung und der Gemeinde, bevor du die Ausnahme nutzt. Für die normale Seewanderung buchst du ein Bett oder einen Talcampingplatz.
Deckt eine Hochtour automatisch alle Regeln ab?
Die Schutzgebietsausnahme ist enger. Ziff. 7 lit. b betrifft das Schutzgebietsverbot bei echten Hochtouren. Sie hebt Lauterbrunnens Camping-Reglement Art. 3 nicht ausdrücklich auf. Frage die Sicherheitskommission, welche Gemeindeentscheidung und Zustimmungen von Eigentümer und Tourismusverein für deine Route nötig bleiben. Art. 26 erlaubt kein Umgehen zwingender kantonaler Regeln.
Wer hilft bei einer Nacht am Oberhoresee?
Pro Natura Bern und die Sicherheitskommission. Rangerdienst +41 77 523 59 60; Kommissionssekretär marcel.sarro@lauterbrunnen.ch, Gemeinde +41 33 856 50 50. Nenne 46.50367, 7.87318, Parzelle 2399, Route, Datum und Unterkunft. Kantonale Naturförderung: info.anf@be.ch, +41 31 636 14 50. Der Eigentümer allein kann das Schutzgebietsverbot nicht aufheben.
Umgeht ein Biwaksack das Verbot, und was kostet ein Verstoss?
Keine veröffentlichte örtliche Auslegung garantiert eine geplante zeltlose Nacht. Der Beschluss nennt Camping und Zelte; Gemeinde-Art. 2 umfasst vorübergehende Zeltnächte und ähnliche Unterkünfte. Kläre deine genaue Ausrüstung ab. NSchG Art. 57 nennt als ordentlichen Rahmen CHF 100 bis 50'000, keine feste Ordnungsbusse. Gemeinde-Art. 24 Abs. 2 sieht subsidiär höchstens CHF 5'000 vor.
Wo buche ich die praktische Alternative?
Im Sommer Obersteinberg, sonst einen bestätigten Talcampingplatz. Das Hotel auf 1'778 m ist normalerweise von Juni bis September offen, Telefon +41 33 855 20 33. Camping Jungfrau: +41 33 856 20 10. Die Schmadrihütte hat acht reservierbare Schlafplätze auf 2'260.8 m; wegen aktueller Zustiegssperren brauchst du vor dem Aufbruch die grüne Route und aktuellen Verhältnisse vom Betreiber AACB.
Leon Helg

Leon Helg

Schweizer Filmemacher und Softwareentwickler. Verbringt seine freie Zeit in den Schweizer Alpen und kartiert seine Lieblingsspots für Hikebeast. Postet als @leon.helg auf Instagram und TikTok.

Quellen

  1. Kanton Bern, RRB 3804 vom 21. Juni 1960, im aktuellen Kataster rechtskräftig: Ziff. 5 lit. e, Feuer, Camping und Zelte; Ziff. 7 lit. b, echte Hochtouren-Ausnahmen; Ziff. 8, weitere dringende Ausnahmen kantonal nach Anhörung der Naturschutzorganisation. Parzelle 2399 ist als Unterer-Steinberg-Grundstück der Organisation genannt. Aktueller Schutzbeschluss (PDF). ↩
  2. Lauterbrunnen, Camping-Reglement seit 1. Januar 2025, Gemeindeversammlung 17. Juni 2024, Rechtskraft publiziert 22. August 2024. Art. 2, 3(1) bis 3(3), 24(1) bis 24(2), 26 und 27. Aktuelles Reglement (PDF). Verlinkte Camping-Verordnung von 2010, geändert 2012, nennt CHF 200 nach dem alten Art. 4, ohne belegte Verbindung zu heutigem Art. 3. Alter Tarif (PDF); Gemeindesammlung. ↩
  3. Bern NSchG BSG 426.11, aktueller Art. 57 Abs. 1: ordentliche Busse CHF 100 bis 50'000; Abs. 2, schwere Fälle bis CHF 100'000; Abs. 3, besonders leichte Fälle können straflos bleiben. Gesetzliche Rahmen, keine feste Camping-Ordnungsbusse. Aktuelles Naturschutzgesetz. ↩
  4. Bern ÖREB, Auszug vom 7. Oktober 2026: Parzelle 2399, EGRID CH222403463586. See und westliches Ufer in Landwirtschaftszone, Gewässerbereich üB und Hinteres Lauterbrunnental NSG 39. Der See überlagert auch das geschützte Stillgewässer. Aktueller Auszug mit Geometrie. Genehmigtes Baureglement vom 5. November 2018. Baureglement (PDF). ↩
  5. swisstopo swissNAMES3D, SWISSIMAGE, swissALTI3D und aktuelle Bundesinventare, gelesen am 7. Oktober 2026: Referenzpunkt des Sees 46.50367, 7.87318, LV95 2'633'355 / 1'150'354, etwa 2'062 m. BLN 1507 erfasst sie; kein eidgenössisches Jagdbanngebiet oder Ruhegebiet. Amtliche Karte. Aktuelle Berner NSG und WILDSG: See 526 m innerhalb Hinteres Lauterbrunnental; Breithorn Nr. 5 überlagert, C, E und F ohne Campingmassnahme. Naturschutzgeometrie; Wildschutzgeometrie; WTSchV Anhang 2; Objektblatt Breithorn (PDF). ↩
  6. Pro Natura Bern, Schutzgebietsbetreuung, Erwerb Alp Untersteinberg 1947, Rangerpräsenz Mai bis Ende Oktober, +41 77 523 59 60, Geschäftsstelle +41 31 352 66 00. Betreuung und Kontakte. Kantonales Schutzgebietsregister. Kantonale Naturförderung: info.anf@be.ch, +41 31 636 14 50. Kontakt Abteilung Naturförderung. ↩
  7. Lauterbrunnen Sicherheitskommission: Sekretär Marcel Sarro, marcel.sarro@lauterbrunnen.ch; Gemeinde +41 33 856 50 50. Kommissionsverzeichnis. Aktuelle Berner Eigentümerdaten über authentifiziertes GRUDIS public. Grundbuch-Eigentumsauskunft. ↩
  8. AACB, aktuelle Schmadrihüttenseite vom 7. Oktober 2026: echte alpine Ziele, 2'260.8 m, acht Plätze, Pflichtreservation, Erwachsene CHF 35 oder berechtigte Mitglieder CHF 25. Aktueller Hinweis sperrt Schwand/Breitlouwena und Obersteinberg-Schafslägercheere und verweist nur auf grüne Kartenroute. Hüttenbetreiber, Buchung und aktueller Zustieg. Obersteinberg: 1'778 m, Juni bis September, Reservation nur +41 33 855 20 33. Hotelbetreiber. Camping Jungfrau, Lauterbrunnen: +41 33 856 20 10, konkretes Datum bestätigen. Campingbetreiber und Buchung. ↩
  9. Jungfrau-Ausflugsseite, Oberhornsee: ungefähr vier Stunden von Stechelberg durchs Naturschutzgebiet, gerundete Höhe 2'065 m. Primärquelle zum Ausflug, keine Campingnorm. Ausflugsseite Oberhornsee. SAC-Biwakempfehlungen verlangen Rücksicht auf Schutzgebiete und örtliche Regeln. SAC Camping- und Biwakhinweise. ↩