Fälensee, der See zwischen den Wänden
Ein langgezogenes Band Wasser zwischen zwei Felswänden im Alpstein. Wie du hinkommst, wo die bekannte Aussicht ist, und warum Nebel in der Prognose eine gute Nachricht ist.
Anreise
Zum Fälensee fährt kein Auto. Egal wie du es machst, du gehst zu Fuss. Die meisten machen es wie ich, als Verlängerung der Saxer Lücke: mit der Staubern-Bahn aus dem Rheintal hoch, dem Grat entlang zur Lücke, dann den Weg nach Südosten nehmen und Richtung Bollenwees absteigen. Der See liegt direkt am Fuss, ein langgezogenes Band Wasser in einem engen Tal zwischen Hundsteingrat und Roslen-Saxer First1.
Die reine Fussvariante startet in Brülisau und führt am Sämtisersee vorbei nach Bollenwees. Schön von Anfang bis Ende, ohne Bahn als Abkürzung, und genau das macht daraus eine richtige lange Tageswanderung. Plane sie als Haupttour, nicht als Abstecher. So oder so kommst du direkt beim Berggasthaus Bollenwees am See an, und das wird gleich noch wichtig.
Das Foto
Die Aussicht, die diesen Ort verkauft, ist nicht vom Ufer. Sie ist vom Grat oberhalb des Sees, mit Blick längs über die ganze Länge, das Wasser nur noch ein heller Streifen zwischen zwei dunklen Wänden. Nimm ein Tele mit, 85 bis 135mm, und lass es die Wände stauchen, bis sie sich stapeln. Weitwinkel am Ufer geht auch, aber es ist nicht das Foto.
Und das ist der eine bekannte Spot, bei dem ich dir sage: warte nicht auf blauen Himmel. Trübes Wetter ist hier das Feature. Graues Licht macht die Wände schwerer und den See dunkler. Wenn du Nebel aufziehen siehst, bleib, statt einzupacken. Wolken, die durch die Lücke am hinteren Ende des Sees ziehen, sind der Bonus, das ist das Bild, für das du hergelaufen bist.
Kannst du am See übernachten?
Wildcampen am Fälensee ist verboten. Der Kanton Appenzell Innerrhoden erlaubt es am See nicht, und das ganze Becken gehört zur BLN-Landschaft Säntisgebiet4. Das SAC-Merkblatt3 toleriert einzelne Biwak-Nächte oberhalb der Waldgrenze nur dort, wo keine lokalen Regeln dagegenstehen. Hier stehen sie dagegen, also bleibt es bei Nein.
Die gute Seite: du musst keine Regel brechen, um am Wasser aufzuwachen.
Berggasthaus Bollenwees
Liegt direkt am See2. Legal, und ehrlich gesagt sowieso die bessere Nacht: Abendessen, ein Bett, und die Wände direkt vor der Tür. Im Sommer beliebt, reserviere früh.
Die Hütten rund um den Sämtisersee
Ein Tal weiter Richtung Brülisau gibt es weitere Berggasthaus-Betten rund um den Sämtisersee. Ein solider Plan B, wenn Bollenwees voll ist, und er teilt den langen Weg ab Brülisau in zwei Hälften.
Die beste Zeit
Mai bis Oktober, wie fast überall im Alpstein. Innerhalb dieses Fensters würde ich bewusst die instabilen Tage nehmen. Die Prognose, die die Schönwetter-Leute fernhält, ist die, die den Nebel liefert.
Der Andrang liegt bei 3 von 5, damit ist der Fälensee der ruhigste der bekannten Alpstein-Spots. Der Seealpsee bekommt die Familien, die Saxer Lücke den Feed-Andrang, und unterhalb der Lücke wird der Weg schnell leer. Ein Wochentag mit Wolken in der Prognose, und du hast den Grat fast für dich.
Der Fälensee steht im Swiss Gems Guide mit GPS-Pin, Anreise-Notizen und Wildcamping-Verdict, neben 140 anderen Spots, die ich in der Schweiz kartiert habe. Wenn dir diese Art Feldnotiz etwas bringt, dort liegen alle.
Swiss Gems · 141 Spots in der Schweiz
Anreise, bestes Licht und Wildcamping-Status pro Spot. Einmalig CHF 27, kostenlose Updates.
Häufige Fragen
Wie kommst du zum Fälensee?
Darf man am Fälensee zelten?
Welches Objektiv brauchst du für das Fälensee-Foto?
Wie voll ist es am Fälensee?
Quellen
- Fälensee, 1.446 m, im Alpstein, Kanton Appenzell Innerrhoden, in einem engen Tal zwischen Hundsteingrat und Roslen-Saxer First. Wikipedia. ↩
- Berggasthaus Bollenwees, direkt am Fälensee. bollenwees.ch. ↩
- Schweizer Alpen-Club, Merkblatt «Campieren und Biwakieren in den Alpen»: einzelne Biwaks oberhalb der Waldgrenze sind toleriert, wo keine lokalen Regeln dagegenstehen. sac-cas.ch. ↩
- Bundesamt für Umwelt (BAFU), Geoportal mit BLN-Inventar und den Layern «Wildruhezonen» und «Eidgenössische Jagdbanngebiete». map.geo.admin.ch. ↩