Fälensee, der See zwischen den Wänden
Ein langgezogenes Band Wasser zwischen zwei Felswänden im Alpstein. Wie du hinkommst, wo die bekannte Aussicht ist, und warum Nebel in der Prognose eine gute Nachricht ist.
Swiss Gems · 141 Spots in der Schweiz
Anreise, bestes Licht und Wildcamping-Status pro Spot. Einmalig CHF 27, kostenlose Updates.
Anreise
Zum Fälensee fährt kein Auto. Egal wie du es machst, du gehst zu Fuss. Die meisten machen es wie ich, als Verlängerung der Saxer Lücke: mit der Staubern-Bahn aus dem Rheintal hoch, dem Grat entlang zur Lücke, dann den Weg nach Südosten nehmen und Richtung Bollenwees absteigen. Der See liegt direkt am Fuss, ein langgezogenes Band Wasser in einem engen Tal zwischen Hundsteingrat und Roslen-Saxer First1.
Die reine Fussvariante startet in Brülisau und führt am Sämtisersee vorbei nach Bollenwees. Schön von Anfang bis Ende, ohne Bahn als Abkürzung, und genau das macht daraus eine richtige lange Tageswanderung. Plane sie als Haupttour, nicht als Abstecher. So oder so kommst du direkt beim Berggasthaus Bollenwees am See an, und das wird gleich noch wichtig.
Das Foto
Die Aussicht, die diesen Ort verkauft, ist nicht vom Ufer. Sie ist vom Grat oberhalb des Sees, mit Blick längs über die ganze Länge, das Wasser nur noch ein heller Streifen zwischen zwei dunklen Wänden. Nimm ein Tele mit, 85 bis 135mm, und lass es die Wände stauchen, bis sie sich stapeln. Weitwinkel am Ufer geht auch, aber es ist nicht das Foto.
Und das ist der eine bekannte Spot, bei dem ich dir sage: warte nicht auf blauen Himmel. Trübes Wetter ist hier das Feature. Graues Licht macht die Wände schwerer und den See dunkler. Wenn du Nebel aufziehen siehst, bleib, statt einzupacken. Wolken, die durch die Lücke am hinteren Ende des Sees ziehen, sind der Bonus, das ist das Bild, für das du hergelaufen bist.
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Kannst du am See übernachten?
Hier kommt der Teil, der mich überrascht hat: Stand Juni 2026 ist im Kanton Appenzell Innerrhoden kein kantonales Gesetz gegen Wildcampen in Kraft. Ich habe im Juni 2026 einen offiziellen Alpstein-Ranger gefragt, und seine Antwort war klar: nichts ist in Kraft, eine Busse musst du heute nicht fürchten, eine Regelung kommt. Die Kommunikation des Kantons sagt dasselbe: die Standeskommission hat 2025 entschieden, eine gesetzliche Grundlage ausarbeiten zu lassen2. Geplant sind unter anderem ein Campingverbot auf öffentlichen und privaten Parkplätzen und für Biwaks im Alpstein eine ausdrückliche Erlaubnis der Grundeigentümer, möglicherweise mit Reservationssystem. Das wird sich also ändern, prüfe den aktuellen Stand, bevor du gehst.
Kein Gesetz in Kraft heisst nicht, dass alles geht. Die offizielle Alpstein-Info ist deutlich: «Der Alpstein ist weder ein Zelt- noch ein Campingplatz. Wildes Zelten ist nicht erlaubt.»3 Die gleiche Seite verweist auf die Berggasthäuser, das Schlafen auf der Alp und die offiziellen Campingplätze rund um Appenzell, und sie bittet dich, den Anweisungen des Alppersonals zu folgen. Gleichzeitig haben Behördenvertreter in den Regionalmedien gesagt, dass Biwakieren mit einfachen Zelten vorerst toleriert wird, wo die zuständigen Sennen es erlauben. Was der Kanton nicht will, sind Zustände wie auf einem Campingplatz mitten im Alpstein.
Für den Fälensee heisst das konkret: das Ufer ist der Vorgarten der Alp Bollenwees, frag also im Haus. Mit dem Okay der Wirtsleute ist eine ruhige einzelne Nacht im Moment toleriert, und auf Privatland ist Fragen sowieso das, was das Schweizer Zivilrecht erwartet. Und rechne am Wochenende mit Besuch: seit 2026 patrouillieren freiwillige Ranger des Bergwirtevereins Alpstein im Gebiet, fünfzehn Leute, an Wochenenden und Feiertagen sind jeweils zwei bis vier unterwegs4. Sie haben keine polizeilichen Befugnisse und können keine Bussen verteilen, ihr Job ist Aufklärung und das Gespräch, die Polizei rufen können sie aber, wenn jemand gar nicht hören will. Genau so einer war es, mit dem ich gesprochen habe.
Der Rest ist die übliche Etikette in den Alpen. Das Becken steht im BLN-Inventar Säntisgebiet5, das ist eine geschützte Landschaft, kein Camping-Verbot. Wildruhezonen gelten dort, wo sie eingezeichnet sind, schau den Layer auf map.geo.admin.ch an. Und die SAC-Etikette6 bleibt der Standard: eine Nacht, spät aufstellen, früh weiter, nichts zurücklassen.
Und wenn dir Fragen und frühes Zusammenpacken zu mühsam ist, gibt es ein Bett direkt am Wasser.
Berggasthaus Bollenwees
Liegt direkt am See7. Ehrlich gesagt sowieso die bequemere Nacht: Abendessen, ein Bett, die Wände direkt vor der Tür, und du unterstützt die Gastgeber, denen die Wiese gehört. Im Sommer beliebt, reserviere früh.
Die Hütten rund um den Sämtisersee
Ein Tal weiter Richtung Brülisau gibt es weitere Berggasthaus-Betten rund um den Sämtisersee. Ein solider Plan B, wenn Bollenwees voll ist, und er teilt den langen Weg ab Brülisau in zwei Hälften.
Der ganze rechtliche Deep-Dive, inklusive Zustimmungsweg an der Fälenalp, steht in Wildcampen am Fälensee.
Die beste Zeit
Mai bis Oktober, wie fast überall im Alpstein. Innerhalb dieses Fensters würde ich bewusst die instabilen Tage nehmen. Die Prognose, die die Schönwetter-Leute fernhält, ist die, die den Nebel liefert.
Der Andrang liegt bei 3 von 5, damit ist der Fälensee der ruhigste der bekannten Alpstein-Spots. Der Seealpsee bekommt die Familien, die Saxer Lücke den Feed-Andrang, und unterhalb der Lücke wird der Weg schnell leer. Ein Wochentag mit Wolken in der Prognose, und du hast den Grat fast für dich.
Der Fälensee steht im Swiss Gems Guide mit GPS-Pin, Anreise-Notizen und Wildcamping-Verdict, neben 140 anderen Spots, die ich in der Schweiz kartiert habe. Wenn dir diese Art Feldnotiz etwas bringt, dort liegen alle.
Swiss Gems · 141 Spots in der Schweiz
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Häufige Fragen
Wie kommst du zum Fälensee?
Darf man am Fälensee zelten?
Welches Objektiv brauchst du für das Fälensee-Foto?
Wie voll ist es am Fälensee?
Quellen
- Fälensee, 1.446 m, im Alpstein, Kanton Appenzell Innerrhoden, in einem engen Tal zwischen Hundsteingrat und Roslen-Saxer First. Wikipedia. ↩
- appenzell24.ch, «Innerrhoden schränkt den Camping-Tourismus ein», 18. Juni 2025: die Standeskommission lässt eine gesetzliche Grundlage ausarbeiten, geplant sind ein Campingverbot auf öffentlichen und privaten Parkplätzen und für Biwaks im Alpstein eine ausdrückliche Erlaubnis der Grundeigentümer, möglicherweise mit Reservationssystem. appenzell24.ch. ↩
- Appenzell Tourismus, offizielle Alpstein-Info «Zelten und Camping»: verweist auf die Berggasthäuser, das Schlafen auf der Alp und die offiziellen Campingplätze rund um Appenzell, mit der Bitte, den Anweisungen des Alppersonals zu folgen. appenzell.ch. ↩
- stgallen24.ch, «Ranger patrouillieren erstmals im Alpstein», 15. Mai 2026: fünfzehn Freiwillige des Bergwirtevereins Alpstein, zwei bis vier an Wochenenden und Feiertagen, ausdrücklich ohne polizeiliche Befugnisse, das Projekt läuft bis 2028 mit kantonaler Unterstützung von bis zu CHF 35'000. stgallen24.ch. ↩
- Bundesamt für Umwelt (BAFU), Geoportal mit BLN-Inventar und den Layern «Wildruhezonen» und «Eidgenössische Jagdbanngebiete». map.geo.admin.ch. ↩
- Schweizer Alpen-Club, Merkblatt «Campieren und Biwakieren in den Alpen»: einzelne Biwaks oberhalb der Waldgrenze sind toleriert, wo keine lokalen Regeln dagegenstehen. sac-cas.ch. ↩
- Berggasthaus Bollenwees, direkt am Fälensee. bollenwees.ch. ↩