Wildcampen auf dem Hochstollen
Eine Nacht auf dem Hochstollen ist erlaubt, ohne Bewilligung und ohne jemanden zu fragen. Obwalden hat diese Erlaubnis ins Campiergesetz geschrieben, sie gilt aber nur für eine einzige Nacht. Östlich des Gipfels ist nur Fels: Der Platz ist die Grasschulter knapp westlich davon, in Lungern.
Was heisst das?
Illegal Eine konkrete Regel verbietet es, meist mit Busse, und sie wird durchgesetzt. Schlaf woanders.
Nicht erlaubt Hier gibt es keinen echten Platz zum Zelten. Ein abgesperrtes Gelände, ein bebautes Gebiet oder nirgends sinnvoll zum Hinlegen, auch wenn keine Busse droht.
Kommt drauf an Du darfst hier schlafen, aber zuerst gilt eine Bedingung: den Grundeigentümer fragen, einen Platz buchen, in einer festen Zone bleiben oder statt Zelt nur biwakieren. Der Bericht sagt, welche.
Toleriert Keine Regel erlaubt oder verbietet es klar, aber eine einzelne Nacht wird in der Praxis akzeptiert und niemand schreitet ein. Üblich für hohe Biwaks über der Baumgrenze.
Legal Eine Nacht ist hier in Ordnung. Entweder erlaubt es eine Regel, oder wir haben alle Gesetze geprüft und nichts dagegen gefunden. Trotzdem: spät aufbauen, früh weg, keine Spuren.
Obwalden hat die Erlaubnis ins Gesetz geschrieben, und das ist selten
Wildcampen auf dem Hochstollen ist einer der wenigen Fälle in dieser Reihe, in denen die Antwort nicht an einer Lücke im Recht hängt. Sie hängt an einem Satz, den jemand mit Absicht geschrieben hat.
Das Gesetz ist das Gesetz über das Campieren vom 4. Dezember 2014, GDB 971.4, in Kraft seit dem 1. März 2015. Es ist kurz und in zwei Schritten gebaut. Artikel 6 stellt die Grundregel auf, und die ist ein Verbot:
"Das Aufstellen von Zelten, Wohnwagen und Wohnmobilen zum Campieren ausserhalb behördlich bewilligter Campingplätze ist nicht gestattet."Gesetz über das Campieren, GDB 971.4, Artikel 6 "Campieren ausserhalb von Campingplätzen · a. Grundsatz".
Dann schneidet Artikel 8 die Ausnahme heraus, und das ist der ganze Artikel in einem Satz:
"Zum einmaligen Übernachten darf ein Zelt, ein Wohnwagen oder ein Wohnmobil ohne Bewilligung ausserhalb bewilligter Campingplätze aufgestellt werden, wenn keine öffentlichen oder privaten Interessen beeinträchtigt werden."Dasselbe Gesetz, Artikel 8 "c. Einmaliges Übernachten", Absatz 1. Absatz 2 ergänzt: "Das einmalige Übernachten erfolgt auf eigenes Risiko."
Lies die Sachüberschrift, nicht nur den Satz. Artikel 8 heisst "Einmaliges Übernachten", und der Text wiederholt es. Das ist keine Erlaubnis zu campieren. Das ist die Erlaubnis, einmal irgendwo zu schlafen. Ab der zweiten Nacht bist du ausserhalb von Artikel 8 und wieder im Verbot von Artikel 6, und Artikel 11 stellt Verstösse gegen das Gesetz unter Busse und hebt hervor, wer "wiederholt gegen das Campingverbot ausserhalb eines Campingplatzes verstösst". Einen Frankenbetrag nennt das Gesetz nicht, wer dir also eine genaue Zahl für Obwalden hinstellt, zitiert etwas anderes.1
Die dehnbare Klausel ist ebenfalls echt. "Wenn keine öffentlichen oder privaten Interessen beeinträchtigt werden" arbeitet. Das ist der Haken, an dem ein Grundeigentümer oder die Gemeinde dich packen würde, wenn deine Nacht wirklich etwas stört: Vieh, eine Heuwiese, eine Wasserfassung, andere Leute. Hier oben auf Fels und alpinem Rasen auf 2'480 m ist ein kleines Zelt für eine Nacht ungefähr das Gegenteil davon. Unten auf der Frutt sieht das anders aus, und darauf kommt der Artikel zurück.1
Eine Korrektur, weil das Netz sie ständig wiederholt. Die Obwaldner Regel wird oft als GDB 971.41 zitiert. Diese Nummer ist die Verordnung über das Kampieren vom 25. Februar 1977, und die ist ausser Kraft. Das geltende Gesetz ist 971.4. Inhaltlich ändert das nichts, aber wenn du selber nachliest, lies das richtige.1
Die Gemeinde sieht es gleich, und das zählt, weil Schweizer Campingregeln meistens genau dort versteckt sind. Kerns führt eine Online-Schalter-Seite "Campieren ausserhalb Campingplatz" und gibt die kantonale Regel wörtlich wieder, samt der Ausnahme für die einmalige Übernachtung. Ein strengeres Kernser Campingreglement liess sich nicht finden.6
Ein Vorbehalt mit Datum: Am 26. März 2026 hat der Kantonsrat mit 48 zu 2 Stimmen ein Postulat überwiesen, das die einmalige Übernachtung im Wohnwagen und Wohnmobil einschränken will; Wandernde mit Zelt sollen laut Postulat weiterhin übernachten dürfen. Der Regierungsrat will in seiner Antwort vom 3. März 2026 auch die Nacht im Zelt überprüfen. Eine Gesetzesvorlage gab es bis zum 29. September 2026 nicht; Artikel 8 gilt unverändert, prüfe aber vor der Tour die Gesetzessammlung.101
Die Linie 38 Meter westlich, und auf welcher Seite des Gipfels du sein willst
Der Gipfelpunkt selbst, LV95 2'661'092 / 1'180'556, 2'480,8 m, ist sauber. Abgefragt am 5. August 2026: kein eidgenössisches Jagdbanngebiet, keine Wildruhezone, keine BLN-Landschaft, keine Moorlandschaft, kein Flachmoor, kein Hochmoor, keine Aue. Das Einzige, was die Landeslayer am Punkt liefern, ist die Gemeinde: Kerns, Kanton Obwalden.2
Achtunddreissig Meter weiter westlich ändert sich das. Die kantonale Wildruhezone Gibel - Kleines Melchtal (Nr. 17.1) hat ihre Grenze 38 m vom Gipfel entfernt in westlicher Richtung und deckt die West- und Südwestflanke hinunter in die Mulde des Kleinen Melchtals ab. Sie ist keine Empfehlung. Das Bundesverzeichnis führt sie als rechtsverbindlich, gestützt auf RRB Nr. 283 vom 21. Januar 2014 und den Kantonsratsbeschluss vom 20. März 2014.3
Was sie tatsächlich verbietet, lohnt sich genau zu lesen, denn es ist nicht das Campieren. Die Zone trägt die Bestimmung R70: "Zutrittsverbot abseits der eingezeichneten Wege, Leinenpflicht", dazu ein Start- und Landeverbot für Luftfahrzeuge einschliesslich Gleitschirme, Fallschirme und Speedflyer. Und sie gilt nur vom 1. Dezember bis zum 30. April. Im Sommer legt dir die Zone also gar nichts auf, und im Winter stoppt sie nicht dein Zelt, sondern dein Verlassen des markierten Wegs, um an den Platz zu kommen. Praktisch läuft es aufs Gleiche hinaus, deshalb steht es oben in der Zusammenfassung, aber der Mechanismus ist eine Zutrittsregel.3
Die Zone lässt die Ostseite frei, und die Ostseite ist Fels. Nach Norden, Nordosten, Osten und Südosten bleibt die Zone auf 400 m vom Gipfel weg; nach Westen und Südwesten beginnt sie innerhalb von 50 m. Östlich des Gipfels fällt das Gelände aber ab: 2'413 m auf 50 m östlich des 2'481 m hohen Gipfels, 2'345 m auf 60 m, 2'141 m auf 140 m, Kalkfels und Platten auf dem Luftbild von swisstopo. Auf der Frutt-Seite liegt der erste Boden unter 15 Grad 442 m vom Gipfel entfernt und 462 m tiefer. In Gipfelnähe ist die einzige Stelle unter 20 Grad, flach genug für ein Zelt, eine Grasschulter 66 m westnordwestlich und 10 m tiefer.2
Daraus wird die Regel für diesen Gipfel: Schlaf auf dieser Schulter, LV95 2'661'031 / 1'180'579 (WGS84 46.77359 / 8.23772), 2'471 m. Sie liegt in Lungern, 10 m jenseits der Grenze zu Kerns. Derselbe Kanton, dasselbe Gesetz, derselbe Artikel 8, und Lungern hat kein eigenes Campingreglement. Wem die Parzelle gehört, Lungern Nr. 32, wurde nicht abgeklärt; Artikel 8 verlangt keine Bewilligung, aber wenn ein Älpler oben ist, gilt sein Wort.26
Die Schulter liegt 5 m ausserhalb der Wildruhezone. Im Sommer spielt das keine Rolle. Vom 1. Dezember bis 30. April ist die Zone ein verbindliches Zutrittsverbot abseits der markierten Routen; ihre Linie verläuft 5 m südlich der Schulter, und die Grasflanke dahinter liegt drin: Bleib in dieser Zeit auf der markierten Route und auf der Schulter selbst. Korrigiert am 2. Oktober 2026: Eine frühere Fassung dieses Artikels schickte dich östlich des Gipfels, wo nur Fels ist.23
Das absolute Verbot gibt es, und es liegt in derselben Gemeinde
Ein Artikel, der "ja, erlaubt" sagt, schuldet dir die andere Hälfte: wo in dieser Landschaft die Antwort ein klares Nein ist. Es ist nicht weit, und es ist nicht in einem anderen Kanton.
Das eidgenössische Jagdbanngebiet Hutstock, Objekt Nr. 11, 3'502,9 Hektaren, ein Gebiet mit integralen Schutzbestimmungen, beginnt 4'483 Meter nordöstlich des Hochstollen-Gipfels und liegt in der Gemeinde Kerns, derselben Gemeinde wie der Gipfel. Drinnen ist die Bundesverordnung eindeutig:
"Das freie Zelten und Campieren ist verboten. Vorbehalten bleibt die Benutzung offizieller Zeltplätze. Die Kantone können Ausnahmen bewilligen."Verordnung über die eidgenössischen Jagdbanngebiete (VEJ), SR 922.31, Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe e, Fassung in Kraft seit 1. Februar 2025.
Dieses Verbot interessiert sich nicht dafür, wem das Land gehört. Der einzige Weg wäre eine kantonale Ausnahme, und die gibt es für touristisches Biwakieren nicht. Es interessiert sich auch nicht dafür, dass Artikel 8 in Obwalden Ja sagt, denn Artikel 8 ist kantonal und das hier ist Bundesrecht.4
Der Kanton sagt dasselbe mit eigenen Worten. Das Amt für Wald und Landschaft hat am 1. Juni 2025 nach einer Reihe von Verstössen eine Mitteilung veröffentlicht, und sie zieht genau die Linie, die dieser Artikel zieht. Ausserhalb der Schutzgebiete: "Im Kanton Obwalden ist es grundsätzlich erlaubt, ein Zelt, einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil für eine einmalige Übernachtung ausserhalb bewilligter Campingplätze aufzustellen." Drinnen:
"In Schutzgebieten jedoch gilt ein absolutes Campierverbot. Hier sind das Campieren, Biwakieren sowie das Abstellen von Wohnmobilen ausdrücklich untersagt."Kanton Obwalden, Amt für Wald und Landschaft, Mitteilung vom 1. Juni 2025. Beachte, dass dieser Wortlaut auch das Biwakieren erfasst, nicht nur Zelte.
Die Mitteilung nennt die Gebiete, die sie meint: die Moorlandschaft Glaubenberg mit den Hotspots Mittaggüpfi und Blauer Tossen in Alpnach sowie Sewensee, Rickhubel und Jänzi in Sarnen; die Jagdbanngebiete, "z.B. Huetstock, Gemeinde Kerns"; Naturschutzzonen wie den Wichelsee; und geschützte Auen wie die Aue Laui in Giswil. Wer dagegen verstösst, muss mit einer Busse rechnen, und auch die Mitteilung nennt keinen Betrag.5
Nichts davon berührt diesen Gipfel. Gegen die tatsächliche Polygongeometrie gemessen, nicht von Punkt zu Punkt: Hutstock 4'483 m nordöstlich, das Jagdbanngebiet Schwarzhorn 8'614 m südwestlich, die nächste Moorlandschaft 8'872 m südwestlich, das nächste Flachmoor von nationaler Bedeutung 1'503 m nordnordwestlich. Das Becken von Melchsee-Frutt ist berühmtes Moorland und die Sorge ist berechtigt; die Flachmoore sind real, und sie liegen weit genug vom Gipfel weg, dass ein Platz auf der Schulter knapp unter dem Gipfel nicht in eines hineinrutschen kann.2
Wo du tatsächlich schläfst, und warum die Frutt eine andere Frage ist
Der realistische Platz ist die Grasschulter knapp westnordwestlich des Gipfels, in Lungern. Der Gipfel selbst ist ein schmaler, exponierter Punkt mit Fels auf der Ostseite, und es gibt keinen Grund, dort zu schlafen. Die Schulter liegt 66 m entfernt und 10 m tiefer; stell das Zelt auf ihr Gras und nicht in die steilere Flanke darunter, die von Dezember bis April zur Wildruhezone gehört. Nimm Wasser mit: hier oben gibt es keines, und die Seen liegen weit unten.2
Für die Frutt unten gilt diese Begründung nicht, und genau das wird oft falsch verstanden. Melchsee-Frutt ist kein leeres Land. Es ist eine bewirtschaftete Alp, ihre Grundeigentümerin ist die Alpgenossenschaft a.d.st. Brücke Kerns, und der aktuelle Zelt-Flyer "Zelten auf Melchsee-Frutt", im Juli 2026 unter frutt.ch herausgegeben und auf der Startseite des Orts verlinkt, beginnt mit zwei Sätzen:
"Gesetzlich ist eine Übernachtung bei der signalisierten Zone bei der Talstation Balmeregg für eine Nacht erlaubt. Ausserhalb der signalisierten Zone braucht es das Einverständnis des jeweiligen Landbesitzers.""Zelten auf Melchsee-Frutt / Übernachten im Zelt", frutt.ch, erstellt am 15. Juli 2026.
Derselbe Flyer sagt, was folgen kann: "Widerhandlungen gegen das Campinggesetz des Kantons Obwalden können durch die Grundeigentümerin an die zuständige Strafbehörde zur Anzeige gebracht werden". Das ist kein zweites Verbot. Das ist die Grundeigentümerin, die auf die dehnbare Klausel aus Artikel 8 zeigt, die mit den privaten Interessen, und ankündigt, dass ein Verstoss bei den Behörden landen kann. Auf einer beweideten Alp mit einer signalisierten Alternative 500 Meter weiter ist dieses Argument nicht schwach.7
Die Frutt hat damit eine saubere Antwort, die dich nichts kostet: die signalisierte Zone bei der Talstation Balmeregg, eine Nacht, mit öffentlicher Toilette bei der Station und Nachtruhe ab 22.00 Uhr. Lass sie sauber zurück, geh sparsam mit dem Holz um. Willst du die Nacht auf dem Gipfel, nimm die Nacht auf dem Gipfel; bleibst du auf der Frutt, nimm Balmeregg, oder hol dir das Ja der Grundeigentümerin, bevor du anderswo aufstellst. Die ganze Frutt behandelt Wildcampen in Kerns.7
Eins sage ich dir nicht. Es hält sich die Behauptung, auf der Frutt gebe es einen "Zeltplatz Tannalp". Ich habe keinen Beleg gefunden, dass er 2026 betrieben wird, und schicke dich nicht hin. Wenn du vor einer Tour Sicherheit willst, das Tourismusbüro ist unter +41 41 669 70 60 erreichbar.7
Anstand, der kein Recht ist. Das Merkblatt des Alpen-Clubs ist hier der Massstab, dem man folgen sollte, und es landet nahe bei dem, was Obwalden gesetzlich geregelt hat:
"Ansonsten ist eine einzelne Übernachtung einer kleinen Anzahl Personen im Gebirge oberhalb der Waldgrenze in der Regel unproblematisch, wenn sie rücksichtsvoll erfolgt. Zudem ist ein Notbiwak grundsätzlich erlaubt."SAC, Merkblatt "Campieren und Biwakieren in den Schweizer Bergen", Ausgabe 2026.
Beachte, was dieser Satz ist und was nicht. Er ist eine ökologische Einschätzung eines Vereins, und er ist der Satz, den das Internet zu "oberhalb der Waldgrenze ist Wildcampen in der Schweiz erlaubt" verarbeitet hat, was fast überall falsch ist. Auf dem Hochstollen deckt er sich zufällig mit dem Recht, und dieser Zufall ist das Werk des Obwaldner Gesetzgebers, keine Regel, die du in den nächsten Kanton mitnehmen kannst.8
Und das Zivilgesetzbuch macht es auch nicht zulässig. Artikel 699 öffnet Wald und Weide im ortsüblichen Umfang für alle, und das ist ein Zutrittsrecht, nie ein Recht zu übernachten. Zulässig macht es Artikel 8.9
Wo du legal schlafen kannst
- Auf der Grasschulter 66 m westnordwestlich des Gipfels, LV95 2'661'031 / 1'180'579, 2'471 m, für eine Nacht. In Lungern, 5 m ausserhalb der Wildruhezone und mitten in Artikel 8. Nicht östlich des Gipfels, dort ist Fels12.
- Nicht auf der West- oder Südwestflanke zwischen dem 1. Dezember und dem 30. April. Das ist die Wildruhezone Gibel - Kleines Melchtal, rechtsverbindlich; sie beginnt 38 m vom Gipfel und 5 m südlich der Schulter3.
- Keine zweite Nacht am selben Ort. Artikel 8 deckt die einmalige Übernachtung; Nacht zwei fällt zurück unter das Verbot von Artikel 61.
- Auf der Frutt: die signalisierte Zone bei der Talstation Balmeregg, eine Nacht, öffentliche Toilette bei der Station, Nachtruhe ab 22.00 Uhr. Überall sonst auf der Alp nur mit dem Einverständnis der Grundeigentümerin7.
- Nirgends im Jagdbanngebiet Hutstock, 4'483 m nordöstlich, dieselbe Gemeinde. Freies Zelten und Campieren sind dort bundesrechtlich verboten, und Einwilligung hilft nicht4.
Allgemeine Regeln fürs Wildcampen
Diese Liste zählt mehr, wo die Antwort Ja lautet, als wo sie Nein lautet. Die Obwaldner Erlaubnis ist schmal, bedingt und eine Nacht lang, und sie hält hier nur, weil auf diesem Gipfel niemand ein Interesse hat, das zu schützen wäre. Verhalte dich so, als stimme das.
- Kein Feuer. Offenes Feuer hat in den Bergen nichts verloren. Ein Gaskocher reicht.
- Spät aufstellen, früh abbauen. Erst gegen Abend aufbauen, früh wieder weg. Ein Biwak ist eine Nacht, kein Basislager.
- Keinen Abfall zurücklassen. Alles, was du hochträgst, trägst du wieder runter, auch Bioabfall und WC-Papier.
- Mindestens 50 Meter Abstand zu jedem Gewässer fürs grosse Geschäft, damit du nicht verschmutzt, was Mensch und Vieh trinken.
- Klein und leise bleiben. Kleine Gruppe, kein Lautsprecher, keine Drohne, Hunde an der Leine, und das Wort des Alppersonals gilt.
Disclaimer
Dieser Artikel gibt meine Recherche und Einschätzung nach bestem Wissen wieder, Stand August 2026. Er beruht auf den unten verlinkten, öffentlich zugänglichen und amtlichen Quellen. Er ersetzt keine Rechtsberatung und ist keine verbindliche Auskunft über die aktuelle Rechtslage.
Das Urteil stützt sich auf eine ausdrückliche kantonale Erlaubnis für eine einmalige Übernachtung, unter der gesetzlichen Bedingung, dass keine öffentlichen oder privaten Interessen beeinträchtigt werden. Diese Bedingung ist offen formuliert und für ein Gipfelbiwak nicht gerichtlich geklärt. Das Urteil gilt für den Gipfel und die Grasschulter knapp westlich davon, in Lungern, und nicht für die Wildruhezone auf der Westflanke in ihrer Schutzzeit, nicht für das Jagdbanngebiet Hutstock und nicht für einen Platz auf der Frutt ausserhalb der signalisierten Zone ohne das Einverständnis der Grundeigentümerin. Die Regel zur einmaligen Übernachtung steht zudem politisch zur Diskussion: Ein am 26. März 2026 überwiesenes Postulat zielt auf Wohnwagen und Wohnmobile, und der Regierungsrat will auch die Nacht im Zelt überprüfen; eine Gesetzesvorlage gab es bis zum 29. September 2026 nicht. Prüfe vor jeder Tour die aktuellen Quellen selbst und halte dich an die Anweisungen vor Ort. Ein echtes Notbiwak in einer Notlage ist eine andere Frage als ein geplantes Lager. Wer draussen übernachtet, trägt die Verantwortung für sein Verhalten und allfällige Folgen selbst. Hikebeast, Leon Helg und die Saftladen GmbH übernehmen keine Haftung für Entscheidungen auf Basis dieses Textes und rufen niemanden dazu auf, geltendes Recht zu brechen.
Häufige Fragen
Ist Wildcampen auf dem Hochstollen erlaubt?
Brauche ich eine Bewilligung oder die Erlaubnis von jemandem?
Darf ich zwei Nächte bleiben?
Was ist die Wildruhezone, und wann stoppt sie mich wirklich?
Darf ich unten auf der Frutt zelten?
Quellen
- Kanton Obwalden, Gesetz über das Campieren, GDB 971.4, beschlossen am 4. Dezember 2014, in Kraft seit 1. März 2015, geltend und nicht aufgehoben, Volltext am 5. August 2026 aus der kantonalen Gesetzessammlung gelesen. Artikel 6 "Campieren ausserhalb von Campingplätzen · a. Grundsatz": "Das Aufstellen von Zelten, Wohnwagen und Wohnmobilen zum Campieren ausserhalb behördlich bewilligter Campingplätze ist nicht gestattet." Artikel 7 "b. Ausnahmen" erlaubt der Einwohnergemeinde Ausnahmen für Zeltlager von Jugendorganisationen, für Grossanlässe während höchstens vier Veranstaltungstagen und in anderen begründeten Ausnahmefällen, unter derselben Bedingung der Nichtbeeinträchtigung. Artikel 8 "c. Einmaliges Übernachten", Absatz 1: "Zum einmaligen Übernachten darf ein Zelt, ein Wohnwagen oder ein Wohnmobil ohne Bewilligung ausserhalb bewilligter Campingplätze aufgestellt werden, wenn keine öffentlichen oder privaten Interessen beeinträchtigt werden."; Absatz 2: "Das einmalige Übernachten erfolgt auf eigenes Risiko." Artikel 10 setzt kommunale Gebühren von 100 bis 1'000 Franken für Bewilligungen und Verfügungen. Artikel 11 "Strafbestimmungen", Absatz 1: "Mit Busse wird bestraft, wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen dieses Gesetz oder darauf gestützte Verfügungen verstösst, insbesondere wer: a. ohne Bewilligung campiert; b. Auflagen oder Bedingungen der Bewilligungsbehörde nicht einhält; c. wiederholt gegen das Campingverbot ausserhalb eines Campingplatzes verstösst." Das Gesetz nennt keinen Frankenbetrag. Zu beachten: GDB 971.41, die Verordnung über das Kampieren vom 25. Februar 1977, die zweiter Hand immer noch als Obwaldner Regel zitiert wird, ist in derselben Sammlung als "Ausser Kraft" markiert. gdb.ow.ch. ↩
- Amtliche Geodaten von Bund und Kanton, abgefragt am 5. August 2026 am Gipfelpunkt LV95 2'661'092 / 1'180'556, WGS84 46.7733856 / 8.2385179, Höhe 2'480,8 m aus dem Höhendienst von swisstopo, Eintrag im Namenverzeichnis "Hochstollen", Gipfel. Am Punkt mit Toleranz null liefern die Inventare der Jagdbanngebiete, Wildruhezonen, des BLN, der Moorlandschaften, Flachmoore, Hochmoore und Auen durchwegs ein leeres Ergebnis; der einzige Datensatz ist die Gemeindeebene, Kerns, Kanton Obwalden, gefiltert auf das laufende Jahr. Nächste Objekte, gegen die Polygongeometrie gemessen und nicht von Punkt zu Punkt: Wildruhezone "Gibel - Kleines Melchtal (Nr. 17.1)" 38 m westlich, nächste weitere Wildruhezone 1'017 m südwestlich, Jagdbanngebiet "Hutstock" (Objekt 11) 4'483 m nordöstlich, Jagdbanngebiet "Schwarzhorn" (Objekt 4) 8'614 m südwestlich, nächste Moorlandschaft 8'872 m südwestlich, nächstes Flachmoor von nationaler Bedeutung 1'503 m nordnordwestlich. Prüfraster zur Wildruhezone in acht Richtungen auf 50, 100, 200 und 400 m: West und Südwest auf allen Radien innerhalb der Zone; Süd und Nordwest bis 200 m frei und auf 400 m innerhalb; Nord, Nordost, Ost und Südost auf allen vier Radien frei. Gelände aus dem Höhenmodell swissALTI3D (2 m) und dem Luftbild SWISSIMAGE (10 cm), gelesen am 1. und 2. Oktober 2026: Im Umkreis von 30 m um den Gipfel beträgt die mittlere Neigung 42 Grad, und 74 % des Bodens sind steiler als 30 Grad; Ost-West-Profil 2'481 m am Gipfel, 2'413 m 50 m östlich, 2'345 m 60 m östlich, 2'141 m 140 m östlich, auf dem Bild Kalkfels und Platten östlich und südöstlich des Gipfels. Im Umkreis von 400 m um den Gipfel bleibt kein Feld von 10 auf 10 m unter 15 Grad; das erste auf der Frutt-Seite liegt 442 m entfernt in Richtung 120, LV95 2'661'477 / 1'180'337, 2'018 m. Das einzige Feld unter 20 Grad im Umkreis von 400 m liegt 66 m entfernt in Richtung 291, LV95 2'661'031 / 1'180'579, WGS84 46.77359 / 8.23772, 2'470,7 m laut Höhendienst, auf Gras: Gemeinde Lungern auf der Ebene des laufenden Jahres, Grundstück Nr. 32, 10,4 m jenseits der Grenze zu Kerns, kein Schutzgebiet des Bundes am Punkt, und 5,1 m nördlich der Linie der Wildruhezone Gibel - Kleines Melchtal. Korrigiert am 2. Oktober 2026: Eine frühere Fassung dieses Artikels setzte den Platz östlich des Gipfels, auf die Felsseite. map.geo.admin.ch. ↩
- Wildruhezone "Gibel - Kleines Melchtal (Nr. 17.1)", Kanton Obwalden, Attribute am 5. August 2026 aus dem Bundeslayer der Wildruhezonen gelesen: Schutzstatus "rechtsverbindlich"; Bestimmung "R70", beschrieben als "Zutrittsverbot abseits der eingezeichneten Wege, Leinenpflicht"; Schutzzeit "01.12. - 30.04."; Zusatzinformation ein "Start- und Landeverbot für Luftfahrzeuge einschliesslich Gleit-, Fallschirme und Speedflyer"; Grundlage "RRB Nr. 283, 21.01.2014, KRB 20.03.2014", Beschlussjahr 2014. Das eigentliche Verbot betrifft den Zutritt abseits der eingezeichneten Wege und nicht das Campieren als solches; in der Schutzzeit ist die praktische Wirkung auf einen Platz an der Westflanke dieselbe. ow.ch. ↩
- Eidgenössisches Jagdbanngebiet "Hutstock", Objekt Nr. 11, 3'502,9 ha, "Gebiet mit integralen Schutzbestimmungen", in der Gemeinde Kerns gelegen und 4'483 m nordöstlich des Hochstollen-Gipfels beginnend. Verordnung über die eidgenössischen Jagdbanngebiete (VEJ), SR 922.31, Fassung in Kraft seit 1. Februar 2025, Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe e, Text aus dem Fedlex-Dateispeicher: "Das freie Zelten und Campieren ist verboten. Vorbehalten bleibt die Benutzung offizieller Zeltplätze. Die Kantone können Ausnahmen bewilligen." Das Verbot gilt unabhängig von jeder Zustimmung des Grundeigentümers, und die kantonale Erlaubnis in Artikel 8 GDB 971.4 kann es nicht verdrängen. fedlex.admin.ch. ↩
- Kanton Obwalden, Amt für Wald und Landschaft, Mitteilung vom 1. Juni 2025 nach wiederholten Verstössen. Ausserhalb der Schutzgebiete: "Im Kanton Obwalden ist es grundsätzlich erlaubt, ein Zelt, einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil für eine einmalige Übernachtung ausserhalb bewilligter Campingplätze aufzustellen." Innerhalb: "In Schutzgebieten jedoch gilt ein absolutes Campierverbot. Hier sind das Campieren, Biwakieren sowie das Abstellen von Wohnmobilen ausdrücklich untersagt." Die Mitteilung nennt die Moorlandschaft Glaubenberg mit den Hotspots Mittaggüpfi und Blauer Tossen in Alpnach sowie Sewensee, Rickhubel und Jänzi in Sarnen, die Jagdbanngebiete "z.B. Huetstock, Gemeinde Kerns", Naturschutzzonen wie den Wichelsee in Sarnen und Alpnach und geschützte Auen wie die Aue Laui in Giswil. Wer dagegen verstösst, "muss mit einer Busse rechnen"; ein Betrag wird nicht genannt. Die kantonseigene Fassung der Mitteilung unter ow.ch/aktuellesinformationen/126685 lieferte am 5. August 2026 HTTP 404, der Text wird deshalb nach dem Polizeimeldungsdienst zitiert, der sie verbreitet hat. polizei.news. ↩
- Einwohnergemeinde Kerns, Online-Schalter-Eintrag "Campieren ausserhalb Campingplatz", gelesen am 5. August 2026. Die Gemeinde gibt das kantonale Gesetz wieder, samt der Ausnahme für die einmalige Übernachtung im Wortlaut: "zum einmaligen Übernachten darf ein Zelt, ein Wohnwagen oder ein Wohnmobil ohne Bewilligung ausserhalb bewilligter Campingplätze aufgestellt werden, wenn keine öffentlichen oder privaten Interessen beeinträchtigt werden." Die Seite wickelt Gesuche für Zeltlager und Anlässe über die Abteilung Ordnung und Sicherheit ab und stellt keine strengere kommunale Campingregel auf; ein eigenes Kernser Campingreglement wurde nicht gefunden. Gemeindeverwaltung Kerns, Sarnerstrasse 5, 6064 Kerns. kerns.ch. Einwohnergemeinde Lungern, wo die Grasschulter westlich des Gipfels liegt, Rechtssammlung gelesen am 16. und 29. September 2026: kein Camping-, Polizei- oder Ordnungsbussenreglement, Artikel 8 des kantonalen Gesetzes gilt dort also so, wie er geschrieben ist. lungern.ch. ↩
- Melchsee-Frutt, Zelt-Flyer "Zelten auf Melchsee-Frutt / Übernachten im Zelt", herausgegeben unter frutt.ch, dem Bahnbetrieb der Korporation Kerns, an derselben Adresse wie die Alpverwaltung der Alpgenossenschaft; PDF erstellt am 15. Juli 2026, verlinkt auf der Start- und der Anreiseseite von melchsee-frutt.com, gelesen am 2. Oktober 2026. Er führt keine Unterzeichnenden auf und nennt "die Grundeigentümerin", die der Flyer von 2021 als Alpgenossenschaft a.d.st. Brücke Kerns auswies. Voller Wortlaut des Hinweises: "Gesetzlich ist eine Übernachtung bei der signalisierten Zone bei der Talstation Balmeregg für eine Nacht erlaubt. Ausserhalb der signalisierten Zone braucht es das Einverständnis des jeweiligen Landbesitzers. Das Übernachten erfolgt auf eigenes Risiko. Bitte entsorge den Abfall ordentlich und gehe mit dem Holz sparsam und nachhaltig um. Eine öffentliche Toilette befindet sich bei der Talstation Balmeregg. Hinterlasse diese sauber. Wir bitten, die Nachtruhe ab 22.00 Uhr einzuhalten und Rücksicht auf Nachbarn zu nehmen. Widerhandlungen gegen das Campinggesetz des Kantons Obwalden können durch die Grundeigentümerin an die zuständige Strafbehörde zur Anzeige gebracht werden." Er ersetzt den Flyer "Übernachten mit Zelt" vom Juni 2021, unterzeichnet von der Alpgenossenschaft als Grundeigentümerin mit dem Tourismusverein, der Gemeinde Kerns, der Korporation Kerns, den Sportbahnen und Bergsee-Fischen, der weder den Satz zum Einverständnis noch die Nachtruhe enthielt und sagte, Widerhandlungen werden angezeigt, wo der neue sagt, sie können angezeigt werden. Die Gästeinformationsseite, gelesen am 1. Oktober 2026, sagt weiterhin: "Eine Übernachtung bei der signalisierten Fläche bei der Talstation Balmeregg ist erlaubt." Für einen "Zeltplatz Tannalp" fand sich kein Beleg eines Betriebs im Jahr 2026. Tourismusbüro +41 41 669 70 60. Korrigiert am 2. Oktober 2026: Eine frühere Fassung zitierte den Flyer von 2021 und schrieb, er sei nicht mehr online. Zelt-Flyer 2026 (PDF), melchsee-frutt.com, Flyer 2021 (Archiv). ↩
- Schweizer Alpen-Club SAC, Merkblatt "Campieren und Biwakieren in den Schweizer Bergen", Ausgabe 2026. Zitiert: "Ansonsten ist eine einzelne Übernachtung einer kleinen Anzahl Personen im Gebirge oberhalb der Waldgrenze in der Regel unproblematisch, wenn sie rücksichtsvoll erfolgt. Zudem ist ein Notbiwak grundsätzlich erlaubt." Das Merkblatt ist eine Empfehlung eines Vereins und keine Norm, und sein eigener Text betont, dass die Rechtslage nicht einheitlich ist und zahlreiche Gemeinden zusätzliche Regeln kennen. Seine Definitionen werden hier für die Wortlautfrage verwendet: Biwakieren ist eine Nacht ohne Zelt unter freiem Himmel, Campieren eine Nacht im kleinen Zelt ausserhalb offizieller Zeltplätze. sac-cas.ch. ↩
- Schweizerisches Zivilgesetzbuch (ZGB), SR 210, Artikel 699: Wald und Weide sind im ortsüblichen Umfang für jedermann zugänglich. Ein Zutrittsrecht und nie ein Recht zu übernachten, und nicht das, was diesen Ort zulässig macht. Zulässig macht ihn die ausdrückliche Erlaubnis in Artikel 8 GDB 971.4. fedlex.admin.ch. ↩
- Kanton Obwalden, Postulat 53.25.05 "Anpassung Campinggesetz (GDB 971.4), Steuerungsmöglichkeit der einmaligen Übernachtung", am 4. Dezember 2025 von den Kantonsräten Niklaus Vogler und Franco Castelanelli aus Lungern mit 25 Mitunterzeichnenden eingereicht, im Amtsblatt vom 11. Dezember 2025 publiziert und vom Kantonsrat am 26. März 2026 mit 48 zu 2 Stimmen überwiesen. Es verlangt zu prüfen, ob die einmalige Übernachtung im Wohnwagen und Wohnmobil nur noch auf ausgeschilderten öffentlichen oder bewilligungspflichtigen privaten Stellplätzen erlaubt sein soll, und klammert das Zelt ausdrücklich aus: "Für Reisende mit Rucksack und Zelt soll es hingegen weiterhin erlaubt sein, in der Natur im Sinne von Art. 8 einmalig zu übernachten." Die Antwort des Regierungsrats, RRB Nr. 326 vom 3. März 2026, beantragt die Annahme und geht weiter: "Das Postulat bezieht sich ausdrücklich auf Wohnwagen und Wohnmobile. Im Rahmen einer allfälligen Gesetzesanpassung soll jedoch auch die Regelung der einmaligen Übernachtung mit dem Zelt überprüft und mitgedacht werden." Eine Gesetzesvorlage gab es bis zum 29. September 2026 nicht, und die Gesetzessammlung führte GDB 971.4 unverändert und ohne künftige Fassung. RRB Nr. 326 (PDF), Postulat (PDF), ow.ch, swissinfo.ch. ↩