Stand: 27. August 2026

Wildcampen auf der Alpe di Manió: das Tessin hat die Ausnahme ins Gesetz geschrieben

Die meisten Schweizer Campingantworten bestehen aus Lücken: keine kantonale Regel, keine kommunale Regel, also vermutlich in Ordnung. Das Tessin ist anders. Es hat ein Campinggesetz, das das Campieren ausserhalb bewilligter Flächen verbietet und im unmittelbar folgenden Absatz das Zelten zum Bergbiwak erlaubt. Das ist die stärkste Rechtsgrundlage, die dieses Journal je publizieren darf.

Was heisst das?

Illegal Eine konkrete Regel verbietet es, meist mit Busse, und sie wird durchgesetzt. Schlaf woanders.

Nicht erlaubt Hier gibt es keinen echten Platz zum Zelten. Ein abgesperrtes Gelände, ein bebautes Gebiet oder nirgends sinnvoll zum Hinlegen, auch wenn keine Busse droht.

Kommt drauf an Du darfst hier schlafen, aber zuerst gilt eine Bedingung: den Grundeigentümer fragen, einen Platz buchen, in einer festen Zone bleiben oder statt Zelt nur biwakieren. Der Bericht sagt, welche.

Toleriert Keine Regel erlaubt oder verbietet es klar, aber eine einzelne Nacht wird in der Praxis akzeptiert und niemand schreitet ein. Üblich für hohe Biwaks über der Baumgrenze.

Legal Eine Nacht ist hier in Ordnung. Entweder erlaubt es eine Regel, oder wir haben alle Gesetze geprüft und nichts dagegen gefunden. Trotzdem: spät aufbauen, früh weg, keine Spuren.

Was "Wildcampen" hier heisst: eine Nacht. Ein kleines Zelt oder ein Biwaksack, am Abend hin, am Morgen weg. Kein Basislager, kein Camper. Die meisten Schweizer Verbote sind gegen das Campieren geschrieben. Ob eine einzelne Nacht auch darunter fällt, hängt am genauen Wortlaut, und genau den prüft dieser Artikel. Der ganze Unterschied: Wildcampen oder Biwakieren.

Verbot und Ausnahme stehen im selben Artikel

Das Tessin hat das Campieren 2004 als eigenes Thema geregelt, was fast kein anderer Kanton getan hat, und die ganze Antwort fürs Valle Bedretto steckt in zwei Absätzen dieses Gesetzes.

"È possibile campeggiare unicamente nelle aree autorizzate destinate a campeggio. Fa eccezione al principio di cui al cpv. 1 l'attendamento a scopo di bivacco in montagna."Legge sui campeggi vom 26. Januar 2004, RL 631, Art. 2 Abs. 1 und 2, konsolidierte Fassung in Kraft seit 1. Januar 2024. Auf Deutsch: Campieren ist nur auf bewilligten Campingflächen möglich; vom Grundsatz nach Abs. 1 ausgenommen ist das Zeltaufstellen zum Zweck eines Bergbiwaks.

Lies den zweiten Satz langsam, denn der Wortlaut arbeitet. Attendamento ist das Aufstellen eines Zeltes. Die Ausnahme ist also nicht auf das Schlafen unter freiem Himmel im Biwaksack beschränkt: Ein Zelt liegt ausdrücklich drin, sofern der Zweck ein bivacco in montagna ist und kein campeggio. Die Trennlinie, die der Kanton gezogen hat, sind Zweck und Dauer, nicht die Ausrüstung.3

Was das Gesetz unter Campieren versteht. Art. 3 definiert campeggiare als das vorübergehende Verweilen und Übernachten ausserhalb des eigenen Wohnsitzes unter Verwendung mobiler Einrichtungen, namentlich Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile. Art. 27 setzt die Sanktion: Bussen von 50 bis 10'000 Franken, ausgesprochen vom Municipio nach dem Gemeindeorganisationsgesetz. Das ist eine echte Strafe, und genau deshalb zählt die Ausnahme so viel: Ohne sie wäre eine einzelne Nacht in den Bergen ihr ausgesetzt.3

Kommunal verdrängt sie nichts. Der Comune di Bedretto publiziert insgesamt acht Dokumente: das Patriziatsreglement, eine Hundeverordnung und sechs Teile des Piano regolatore. Die Normen des Plans umfassen 129'826 Zeichen und enthalten überhaupt keine Campingbestimmung, die einzigen scheinbaren Treffer sind das italienische Verb tendano in den Erhaltungsartikeln. Es gibt kein kommunales Polizeireglement und keine Campingverordnung, die die kantonale Ausnahme überschreiben könnte.4

Bund, kurz, weil es nichts zu sagen gibt. Am Punkt ist jedes Inventar leer: kein Jagdbanngebiet, keine Wildruhezone, kein BLN-Objekt, kein Moor, keine Aue, keine Trockenwiese, kein Amphibienlaichgebiet, kein Park von nationaler Bedeutung. Das nächste BLN-Objekt liegt 3'600 Meter südöstlich in der Val Bavona, und innerhalb von 6 Kilometern gibt es weder ein Jagdbanngebiet noch eine Wildruhezone. Geprüft mit einem Kontrolllayer, der HTTP 400 wirft statt leer zurückzukommen.1

Wessen Alp ist das, und warum die Frage hier zählt

Im Tessin ist die zweite Frage nach dem Gesetz immer das Patriziato. Das sind die alten Korporationen als Grundeigentümer, und sie erlassen für ihren eigenen Boden eigene Reglemente. Das Reglement des Patriziato di Bedretto, publiziert im Dezember 2021, hat ein Kapitel zur Belegung von Boden, und es ist nicht zimperlich:

"Ogni occupazione momentanea di terreno patriziale deve essere autorizzata dall'Ufficio patriziale. Ogni manomissione e occupazione abusiva del terreno patriziale sarà punita."Regolamento Patriziale di Bedretto, Art. 31 "Occupazione di terreno". Auf Deutsch: Jede vorübergehende Belegung patriziale Bodens bedarf der Bewilligung des Patriziatsamtes; jede Beschädigung und unbefugte Belegung wird bestraft.

Art. 32 nimmt sich die Zelte direkt vor. Eine schriftliche Bewilligung kann organisierten Gruppen erteilt werden, und nur in zwei benannten Zonen, Signoi und Chiavöt. Wer ohne diese Bewilligung Zelt, Camper oder Wohnwagen aufstellt, kann zum Abbau gezwungen werden und zahlt eine Busse nach Art. 106, der bei 10'000 Franken plafoniert. Dazu kommt eine Belegungstaxe, festgesetzt vom Patriziatsamt, pro Person und Tag.5

Dann kommt der Befund, der es entscheidet: Manió ist keine Alp des Patriziato di Bedretto. Art. 9 desselben Reglements nennt sie, und die Liste ist abschliessend: Valleggia mit Folcra, Folcra di mezzo und Valpiana; Cioss Prato mit Cassina Baggio, Cruina und Corno; Cavanna mit C'assin di stèrli, Viéi und Al Mött; Pesciora mit C'asina nova und i Pièi. Manió taucht nirgends auf. Art. 20 zieht die Grenze der patriziale Wälder sogar "fino ai confini con l'alpe di Manegorio", also bis an die Grenze zu dieser Alp unter ihrem zweiten Namen, und behandelt sie damit als fremden Boden.5

Wem dann? Das Grundbuch publiziert das Eigentum nicht parzellenweise, dieser Artikel behauptet es also nicht als Tatsache. Was im Tal übereinstimmend gesagt wird: Die Alpe Maniò, auch Manegorio genannt, gehöre dem Patriziato di Sobrio, einem Patriziat aus der Leventina rund vierzig Kilometer talauswärts, und werde von jemandem aus Bedretto bestossen. Behandle das als Ortswissen und nicht als Grundbucheintrag, und wenn dir eine bestimmte Ecke wichtig ist, frag nach. Patriziato di Sobrio, 6749 Sobrio, 091 873 52 25, conta@faido.ch. Comune di Bedretto, CH-6781 Bedretto, 091 869 17 17.6

Warum das zählt, wenn der Kanton doch schon Ja gesagt hat. Weil eine kantonale gesetzliche Ausnahme öffentliches Recht regelt und ein Eigentümerreglement daneben den eigenen Boden. Auf den vier in Art. 9 genannten Bedretto-Alpen wärst du in einem aktiven Bewilligungsregime mit Taxe und Busse. Hier bist du es nach der besten verfügbaren Lesart nicht, und der anständige Zug bleibt derselbe: Wenn Vieh da ist und jemand die Alp bewirtschaftet, sag Hallo.

Der Kartenpunkt ist ein Hang, der Platz liegt 285 Meter weiter

Der Gazetteer-Eintrag ist eine Flächenbeschriftung, kein Ort zum Hinlegen. "Alpe di Manió" ist ein Gebiet im Landesverzeichnis, und sein Anker liegt bei LV95 2'677'781 / 1'148'390, WGS84 46.48232 / 8.45157, 1'991,3 m. Über ein 25-Meter-Fenster gemessen läuft dieser Punkt mit 29,2 Grad. Wer den Punkt anfährt und dort einen flachen Fleck sucht, wird enttäuscht, und dieser Artikel tut nicht so, als wäre es anders.2

Der Alpboden liegt darüber und südsüdwestlich. Das Gelände auf einem 25-Meter-Raster bis 500 Meter abgetastet ergibt 46 Knoten mit 8 Grad oder flacher, und sie bilden eine zusammenhängende Terrasse statt verstreuter Artefakte:2

  • LV95 2'677'606 / 1'148'165, 2'075,7 m, 1,6 Grad, 285 m südsüdwestlich. Der flachste Wert in Reichweite.
  • LV95 2'677'656 / 1'148'190, 2'073,4 m, 2,3 Grad, 236 m.
  • LV95 2'677'706 / 1'148'240, 2'070,7 m, 4,4 Grad, 168 m, der nächstgelegene brauchbare Boden.
  • Weiter westlich läuft die Terrasse auf 2'080 bis 2'088 m mit 1,3 bis 1,4 Grad bis 500 m weiter.

Die Wasserkontrolle, weil ein Höhenmodell bei Seen lügt. Ein digitales Terrainmodell bildet stehendes Wasser als Ebene ab, ein ungefilterter Neigungsscan in Seenähe meldet also fröhlich die Seemitte als flachsten Boden. In diesem Kessel sind vier kleine Wasserflächen kartiert, und sie liegen 346 Meter und mehr von jeder oben empfohlenen Zelle entfernt, während die Kandidatenhöhen von 2'070 bis 2'088 m streuen statt einen einzigen Wert zu teilen. In diesen Zahlen steckt keine Seeebene.2

Wo die Gebäude stehen. Das eidgenössische Gebäuderegister liefert innerhalb von 300 Metern um den Punkt nichts. Drei Gebäude sind 539 bis 564 Meter südöstlich der empfohlenen Terrasse kartiert, das ist die Arbeitsecke der Alp. Die Capanna Piansecco des Schweizer Alpen-Clubs liegt 2,0 km ostnordöstlich auf 1'981,9 m, und All'Acqua mit Restaurant und Postauto an der Nufenenstrasse 1,8 km nordöstlich auf 1'613 m. Die Terrasse ist also wirklich offenes Gelände und kein Hofplatz.2

Orientierung im ganzen Manió-System, weil sich der Name den Berg hinauf wiederholt und Anfragen sich verwechseln: Manió selbst auf 1'742,3 m, die Alpe di Manió auf 1'991,3 m, Manió di Sopra auf 2'116,2 m, die Alpe San Giacomo di Manió auf rund 2'254 m und der Passo di Manió auf 2'712,9 m. Dieser Artikel antwortet für die Alp, die Mitte dieser Leiter.2

Wie es geht, ohne jemanden zu ärgern

Spät hinauf, früh hinunter. Das hintere Valle Bedretto ist ein Arbeitstal mit Alpverkehr am Morgen, und der ganze Sinn eines bivacco nach der Tessiner Ausnahme ist, dass es vorbei ist, bevor der Tag beginnt. Das ist keine Sentimentalität: Es ist die Unterscheidung, die das Gesetz selbst zwischen Biwak und Campieren zieht.3

Halte dich von der Arbeitsecke der Alp fern. Die Terrasse 285 Meter südsüdwestlich des Punktes legt einen halben Kilometer zwischen dich und die Gebäude, und das ist für alle die richtige Distanz.2

Wasser. Im Kessel liegen mehrere hundert Meter westlich der empfohlenen Fläche kleine Bergseen, und die Alp hat ihre eigene Fassung, die nicht deine ist. Trag hoch, was du brauchst, ab All'Acqua oder ab der Capanna Piansecco, und halte fürs Grobe die fünfzig Meter Abstand zu jedem Gewässer.2

Feuer, das eine, was sich hier schnell ändert. Die Tessiner Alpensüdseite trägt in mehreren Sommern von zehn ein Feuerverbot, und das sind kantonale Entscheide, die kurzfristig publiziert werden. Ein Gaskocher reicht ohnehin, und er bleibt erlaubt, wenn ein offenes Feuer es nicht mehr ist.4

Anstand, der kein Gesetz ist. Das Merkblatt des Alpen-Clubs ist der Massstab: Eine einzelne rücksichtsvolle Nacht einer kleinen Gruppe oberhalb der Waldgrenze ist in der Regel unproblematisch, ein Notbiwak ist immer erlaubt, und man schläft nicht zu nahe bei Hütten und beweideten Alpen, ohne zu fragen. Auf einer Alp, deren Eigentum zwei Täler weiter sitzt, ist Fragen ausserdem schlicht der schnellste Weg zur Gewissheit.7

  • Die Terrasse 285 m südsüdwestlich des Punktes, LV95 2'677'606 / 1'148'165, 2'076 m, 1,6 Grad2.
  • Die nähere Schulter 168 m südsüdwestlich, LV95 2'677'706 / 1'148'240, 2'071 m, 4,4 Grad2.
  • Irgendwo auf derselben Terrasse bis 500 m westlich, 2'080 bis 2'088 m, 1,3 bis 1,4 Grad2.
  • Nicht auf dem Gazetteer-Punkt selbst. Er ist ein Beschriftungsanker auf einem 29 Grad steilen Hang2.
  • Nicht auf den vier Alpen, die das Patriziato di Bedretto als eigene nennt, Valleggia, Cioss Prato, Cavanna und Pesciora, ohne vorher beim Patriziatsamt zu fragen5.

Allgemeine Regeln fürs Wildcampen

Das Tessin hat dir eine gesetzliche Ausnahme gegeben statt einer Grauzone, und das ist schützenswert. Die folgende Liste ist kein Gesetz. Sie ist der Grund, warum ein Kanton, der ein Pauschalverbot hätte schreiben können, stattdessen eine Ausnahme geschrieben hat.

  • Kein Feuer. Offenes Feuer hat in den Bergen nichts verloren. Ein Gaskocher reicht.
  • Spät aufstellen, früh abbauen. Erst gegen Abend aufbauen, früh wieder weg. Ein Biwak ist eine Nacht, kein Basislager.
  • Keinen Abfall zurücklassen. Alles, was du hochträgst, trägst du wieder runter, auch Bioabfall und WC-Papier.
  • Mindestens 50 Meter Abstand zu jedem Gewässer fürs grosse Geschäft, damit du nicht verschmutzt, was Mensch und Vieh trinken.
  • Klein und leise bleiben. Kleine Gruppe, kein Lautsprecher, keine Drohne, Hunde an der Leine, und das Wort des Alppersonals gilt.

Disclaimer

Dieser Artikel gibt meine Recherche und Einschätzung nach bestem Wissen wieder, Stand August 2026. Er stützt sich auf die unten verlinkten öffentlich zugänglichen und amtlichen Quellen. Er ersetzt keine Rechtsberatung und ist keine verbindliche Auskunft über die aktuelle Rechtslage.

Das Urteil stützt sich auf die ausdrückliche Ausnahme in Art. 2 Abs. 2 des Tessiner Campinggesetzes, auf das Fehlen jeder kommunalen Campingbestimmung in Bedretto und auf die eigene Alpenliste des Patriziato di Bedretto, die Manió nicht enthält. Eigentum an Alpboden wird nicht parzellenweise publiziert, die Zuordnung des Eigentümers in diesem Artikel ist deshalb Ortswissen und keine Grundbuchaussage; ein Grundeigentümer kann für seinen eigenen Boden Bedingungen setzen, was immer das Gesetz sagt. Prüfe vor jeder Tour die aktuellen Quellen selbst, achte auf kantonale Feuerverbote und befolge Anweisungen vor Ort. Ein echtes Notbiwak in einer Notlage ist eine andere Frage als ein geplantes Lager. Wer draussen übernachtet, trägt die Verantwortung für sein Verhalten und allfällige Folgen selbst. Hikebeast, Leon Helg und die Saftladen GmbH übernehmen keine Haftung für Entscheidungen auf Basis dieses Textes und rufen niemanden dazu auf, geltendes Recht zu brechen.

Häufige Fragen

Ist Wildcampen auf der Alpe di Manió erlaubt?
Ja, als Bergbiwak, und das Gesetz sagt es direkt. Art. 2 Abs. 1 der Tessiner Legge sui campeggi vom 26. Januar 2004 lässt das Campieren nur auf bewilligten Campingflächen zu, und Art. 2 Abs. 2 nimmt das Zeltaufstellen zum Zweck eines Bergbiwaks von diesem Grundsatz aus. Die Gemeinde Bedretto hat in keinem ihrer acht publizierten Dokumente eine Campingbestimmung, und am Punkt ist jedes Bundesinventar leer. Was du tun solltest: auf der Terrasse 285 Meter südsüdwestlich des Kartenpunktes schlafen statt auf dem Punkt selbst, der ein 29 Grad steiler Hang ist.
Deckt die Ausnahme ein Zelt oder nur einen Biwaksack?
Ein Zelt. Das Gesetz verwendet das italienische Wort attendamento, das Zeltaufstellen bedeutet, die Ausnahme ist also um Zelte herum geschrieben und nicht ums Schlafen unter freiem Himmel. Die Linie, die der Kanton gezogen hat, sind Zweck und Dauer: Ein bivacco in montagna ist ausgenommen, ein campeggio nicht. Art. 3 desselben Gesetzes definiert das Campieren als vorübergehendes Verweilen und Übernachten ausserhalb des eigenen Wohnsitzes mit mobilen Einrichtungen wie Zelten, Wohnwagen und Wohnmobilen, und Art. 27 hinterlegt es mit Bussen von 50 bis 10'000 Franken, ausgesprochen vom Municipio.
Wem gehört die Alp, und brauche ich eine Erlaubnis?
Nicht dem Patriziato di Bedretto, und genau das ist der Punkt. Dessen Reglement von 2021 unterstellt jede vorübergehende Belegung patriziale Bodens einer Bewilligung, beschränkt bewilligte Zeltlager auf die Zonen Signoi und Chiavöt, büsst unbewilligte Zelte mit bis zu 10'000 Franken und erhebt eine Belegungstaxe pro Person und Tag. Sein Art. 9 zählt die eigenen Alpen aber als Valleggia, Cioss Prato, Cavanna und Pesciora auf, und Manió ist nicht darunter. Ortswissen ordnet diese Alp dem Patriziato di Sobrio in der Leventina zu, 091 873 52 25. Eigentum wird nicht parzellenweise publiziert, wenn dir also eine bestimmte Ecke wichtig ist, frag nach.
Wo genau soll ich das Zelt aufstellen?
Auf der Terrasse über und südsüdwestlich des Punktes, auf 2'050 bis 2'090 Metern. Auf einem 25-Meter-Raster bis 500 m messen 46 Knoten 8 Grad oder weniger. Der flachste liegt bei LV95 2'677'606 / 1'148'165 auf 2'076 m mit 1,6 Grad, 285 m vom Punkt; der nächstgelegene brauchbare Boden bei LV95 2'677'706 / 1'148'240 auf 2'071 m mit 4,4 Grad, 168 m draussen. Die kartierten Bergseen im Kessel liegen 346 Meter und weiter von all diesen entfernt, keine der flachen Messungen ist also ein Höhenmodell, das Wasser glättet.
Und Feuer?
Nimm einen Gaskocher und prüf vor der Abreise das Feuerverbot. Die Tessiner Alpensüdseite kennt in vielen Jahren sommerliche Feuerverbote, kantonal entschieden und kurzfristig publiziert, und sie können im schlimmsten Fall bis zum Kocherverbot reichen. Ein offenes Feuer hat hier oben ohnehin nichts verloren: Die Alp braucht ihr Holz, und der Boden erholt sich auf 2'000 Metern langsam.
Leon Helg

Leon Helg

Schweizer Filmemacher und Softwareentwickler. Verbringt seine freie Zeit in den Schweizer Alpen und kartiert seine Lieblingsspots für Hikebeast. Postet als @leon.helg auf Instagram und TikTok.

Quellen

  1. Amtliche Bundesgeodaten, abgefragt am 27. August 2026 bei LV95 2'677'781 / 1'148'390. Jagdbanngebiete, Wildruhezonen, BLN, Pärke von nationaler Bedeutung, Auen, Hoch- und Flachmoore, Moorlandschaften, Amphibienlaichgebiete sowie Trockenwiesen und -weiden liefern alle ein wirklich leeres Ergebnis. Geprüft mit einem Kontrolllayer (ch.bafu.this-layer-does-not-exist), der in jedem Durchgang als HTTP 400 sichtbar wurde, und einer Positivkontrolle bei 2'626'000 / 1'154'500, die wie erwartet das Jagdbanngebiet Kiental lieferte. Nächstes BLN-Objekt 3'600 m südöstlich, "Val Bavona"; kein Jagdbanngebiet und keine Wildruhezone innerhalb von 6 km auf einer Zwölf-Peilungs-Abfrage. map.geo.admin.ch.
  2. swisstopo swissBOUNDARIES3D Gemeindegeometrie, auf das aktuelle Jahr gefiltert, das Landesverzeichnis der geografischen Namen, das eidgenössische Gebäude- und Wohnungsregister und das Höhenmodell swissALTI3D, abgefragt am 27. August 2026. Punkt: Gazetteer-Eintrag "Gebiet Alpe di Manió (TI)", LV95 2'677'781 / 1'148'390, WGS84 46.48232 / 8.45157, 1'991,3 m, Gemeinde Bedretto; nächste andere Gemeinde Obergoms (VS) 2'233 m nordwestlich, Landesgrenze zu Italien 2'431 m südlich. Neigung am Punkt 29,2 Grad über ein 25-Meter-Fenster. Gelände auf 25-Meter-Raster bis ±500 m abgetastet, 1'521 Knoten, Neigung aus dem lokalen Gradienten: 46 Knoten mit 8 Grad oder flacher, bester Wert 1,6 Grad bei 2'677'606 / 1'148'165, 2'075,7 m, 285 m südsüdwestlich; 2,3 Grad bei 2'677'656 / 1'148'190, 2'073,4 m; 4,4 Grad bei 2'677'706 / 1'148'240, 2'070,7 m, 168 m; 1,3 bis 1,4 Grad auf derselben Terrasse bis 500 m auf 2'080 bis 2'088 m. Wasserkontrolle gegen die vier in OpenStreetMap kartierten Wasserflächen des Kessels: Alle liegen 346 m oder weiter von jeder empfohlenen Zelle entfernt, und die Kandidatenhöhen unterscheiden sich, es ist also keine Seeebene im Spiel. Gebäude: Das eidgenössische Register liefert innerhalb von 300 m um den Punkt keines; drei kartierte Gebäude liegen 539 bis 564 m südöstlich der Terrasse. Referenzhöhen: Manió 1'742,3 m, Manió di Sopra 2'116,2 m, Passo di Manió 2'712,9 m, Capanna Piansecco CAS 1'981,9 m in 2,0 km ostnordöstlich, All'Acqua 1'613,2 m in 1,8 km nordöstlich. map.geo.admin.ch.
  3. Legge sui campeggi vom 26. Januar 2004, Repubblica e Cantone Ticino, RL 631 (frühere Nummerierung 11.3.2.2), konsolidierte Fassung in Kraft seit 1. Januar 2024, konsultiert am 27. August 2026. Art. 1: "La presente legge disciplina l'utilizzazione delle aree destinate a campeggio." Art. 2 "Principio", Abs. 1: "È possibile campeggiare unicamente nelle aree autorizzate destinate a campeggio."; Abs. 2: "Fa eccezione al principio di cui al cpv. 1 l'attendamento a scopo di bivacco in montagna." Art. 3 "Campeggiare; definizione": "Sono considerati «campeggiare» la sosta e il pernottamento temporaneo al di fuori del proprio domicilio, utilizzando in particolare installazioni mobili quali tende, «roulottes», «motorhomes»." Art. 6 beschränkt Campingplätze auf Zonen, die ein kommunaler oder kantonaler Nutzungsplan dafür ausscheidet. Art. 27 "Multa": "Le infrazioni alla presente legge ed al suo regolamento sono punite dal Municipio con una multa da un minimo di fr. 50.-- ad un massimo di fr. 10'000.-- giusta le norme della legge organica comunale." m3.ti.ch.
  4. Comune di Bedretto, "Regolamenti e ordinanze", konsultiert am 27. August 2026. Die publizierte Sammlung umfasst acht Dokumente: Regolamento Patriziale 2021, Ordinanza sui cani und sechs Teile des Piano regolatore (PR Bedretto, PR NAPR, PR Ossasco, PR Piano d'insieme, PR Ronco, PR Villa e Orello). Alle wurden heruntergeladen und durchsucht. Die Norme di attuazione del piano regolatore umfassen 129'826 Zeichen gegen 11 Treffer für "vietat" und 38 für "comune" als Kontrolle und enthalten keine Campingbestimmung: Die beiden scheinbaren "tenda"-Treffer sind das Verb tendano in den Artikeln zur Erhaltung der Bausubstanz. Es gibt kein kommunales Polizeireglement und keine Campingverordnung, kommunal verdrängt also nichts die kantonale Ausnahme. Comune di Bedretto, CH-6781 Bedretto, 091 869 17 17; Municipio 2026: Sindaco Ignazio Leonardi, Vicesindaco Mattia Forni, Municipale Elio Triulzi, Gemeindeschreiber Luca Fraschina. bedretto.ch.
  5. Regolamento Patriziale di Bedretto, publiziert am 27. Dezember 2021, konsultiert am 27. August 2026. Art. 31 "Occupazione di terreno": "Ogni occupazione momentanea di terreno patriziale deve essere autorizzata dall'Ufficio patriziale. Ogni manomissione e occupazione abusiva del terreno patriziale sarà punita." Art. 32 "Campeggi e Foyer Bedretto", Abs. 1: "La posa di tende per campeggi, previa domanda scritta, può essere concessa a gruppi organizzati quali esploratori, ecc., nella zona di "Signoi", e "Chiavöt" […]"; Abs. 3: "Chi posa tende, camper o roulottes abusivamente può essere costretto a rimuoverle e pagherà una multa come previsto dall'art. 106."; Abs. 4: "È riscossa una tassa di occupazione fissata dall'Ufficio patriziale, per persona al giorno." Art. 106 Abs. 2 plafoniert die Busse bei fr. 10'000. Entscheidend für diesen Artikel: Art. 9 "Denominazione" zählt die eigenen Alpen abschliessend auf: "Gli alpi del Patriziato, tutti in territorio del Comune di Bedretto, sono: Valleggia (con Folcra, Folcra di mezzo e Valpiana); Cioss Prato (con Cassina Baggio, Cruina e Corno); Cavanna (con C'assin di stèrli, Viéi e Al Mött); Pesciora (con C'asina nova e i Pièi)." Manió ist nicht darunter, und Art. 20 zieht die Grenze der patriziale Wälder "fino ai confini con l'alpe di Manegorio". bedretto.ch.
  6. Eigentum, festgehalten als Ortswissen und nicht als Grundbuchtatsache. Das Schweizer Grundbuch publiziert das Eigentum nicht parzellenweise, dieser Artikel behauptet deshalb nicht, wem der Boden gehört. Wander- und Talquellen beschreiben die Alpe Maniò, auch Manegorio genannt, von 1'743 m bis zum Corte San Giacomo auf rund 2'254 m, übereinstimmend als Eigentum des Patriziato di Sobrio in der Leventina, bestossen von jemandem aus Bedretto; die in einer Quelle von 2012 namentlich genannte Person amtete als Sindaco von Bedretto, ein Amt, das seither gewechselt hat, deshalb wird hier nur die Institution publiziert. Patriziato di Sobrio, 6749 Sobrio, 091 873 52 25, conta@faido.ch, Präsident Flavio Giandeini, Aktuar Mauro Domenighini, wie vom Comune di Faido publiziert. faido.ch.
  7. Schweizer Alpen-Club SAC, Merkblatt "Campieren und Biwakieren in den Schweizer Bergen". Zitiert: "Ansonsten ist eine einzelne Übernachtung einer kleinen Anzahl Personen im Gebirge oberhalb der Waldgrenze in der Regel unproblematisch, wenn sie rücksichtsvoll erfolgt. Zudem ist ein Notbiwak grundsätzlich erlaubt." Und: "Übernachte nicht zu nahe bei Hütten und beweideten Alpen oder erkundige dich, ob eine Übernachtung in der Nähe möglich ist." Orientierung und Anstand, kein Gesetz. Dazu Art. 699 ZGB SR 210, ein Zutrittsrecht zu Wald und Weide im ortsüblichen Umfang und nie ein Recht zu übernachten: Was diesen Ort rechtmässig macht, ist die ausdrückliche Ausnahme im Tessiner Campinggesetz. sac-cas.ch.