Riffelsee, so erwischst du die Matterhorn-Spiegelung bei Sonnenaufgang

Das Matterhorn, doppelt. Im ersten Licht wird die Spitze rot, bevor der Rest vom Berg nachzieht. Hier steht, wie du in dem Moment schon am See stehst.

Das Matterhorn spiegelt sich im Riffelsee, Sonnenstrahlen brechen durch die Wolken.
Riffelsee, Kanton Wallis, 2.757 Meter. Das Matterhorn spiegelt sich im See. Foto · Leon Helg.

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Anreise

Nimm die Gornergrat Bahn von Zermatt bis Rotenboden2. Von der Station sind es ein paar Minuten runter zum See, vielleicht zehn, auf einem einfachen Weg. Kein richtiges Wandern, das Stativ trägst du dabei in einer Hand.

Der Haken ist der Fahrplan. Im Sommer kommt der erste Zug des Tages erst nach Sonnenaufgang in Rotenboden an, und am Abend bist du wieder unten, bevor das Licht nochmals gut wird. Die Bahn verpasst beide goldenen Stunden. Wer das rote Licht an der Spitze will, kommt mit dem Zug allein also nicht rechtzeitig hin. Entweder du läufst im Dunkeln hoch, das ist ein langer Aufstieg aus dem Tal, oder du schläfst in einer Hütte in der Nähe, oder du bleibst unten und nimmst das härtere Licht. Mehr zur Übernachtungsfrage weiter unten, denn die naheliegende Abkürzung ist nicht legal.

Das Foto

Fotografiere weit. 24 oder 35 Millimeter. Nur so bekommst du den Gipfel und seine Spiegelung ins gleiche Bild, der Berg steht hoch über dem See.

Die Spiegelung funktioniert nur, wenn der Wind unten bleibt. Schon eine leichte Brise reicht, und der Spiegel ist weg. Drück die Daumen für einen stillen Morgen und schau am Abend vorher auf die Windprognose.

Sei vor Sonnenaufgang in Position. Die Show ist kurz: das Rot an der Spitze hält vielleicht fünf Minuten, dann flutet das volle Licht rein und der Effekt ist weg. Bau auf, solange es noch grau ist, leg deinen Ausschnitt fest, dann warte. Wenn die erste Farbe am Gipfel ankommt, hast du keine Zeit mehr, das Objektiv zu wechseln.

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Die beste Zeit

Ende Juni bis Oktober. Vorher ist der See auf 2.757 Metern1 meistens noch gefroren oder liegt unter Schnee, da spiegelt sich nichts.

Der ehrliche Nachteil ist der Andrang: 5 von 5. Das ist der meistfotografierte Spot am Gornergrat, an einem August-Wochenende wird es am Ufer schon vor Sonnenaufgang eng. Wochentage sind ruhiger, und die Randwochen Ende Juni und ab Mitte September sind am ruhigsten.

Kannst du oben übernachten?

Nein. Artikel 43 des Zermatter Polizeireglements verbietet Campieren auf allem öffentlichen Boden in der Gemeinde, und er nennt die Bergseen ausdrücklich5. Das deckt den Riffelsee ab, und es deckt schon das blosse Aufstellen eines Zelts ab, nicht nur das Schlafen darin. Kantonspolizei, Wildhüter und Ranger kontrollieren das Rotenboden-Plateau regelmässig.

Wenn sie dich erwischen, beträgt die Standardbusse CHF 200 pro Zelt7. Das grössere Risiko ist die Rechnung dahinter. Der See ist nachts nicht mit dem Zug erreichbar, ein gemeldetes Lager wird darum oft per Helikopter kontrolliert, und Zermatt überwälzt die vollen Flug- und Einsatzkosten auf den Verursacher, was mehrere Tausend Franken erreichen kann. Der See ist zudem ein Naturschutzgebiet, also fallen auch Baden und offenes Feuer weg1.

Der Riffelsee liegt oberhalb der Waldgrenze, in der BLN-Schutzlandschaft Dent Blanche-Matterhorn-Monte Rosa4. Das SAC-Merkblatt3 toleriert oberhalb der Waldgrenze eine einzelne, rücksichtsvolle Biwaknacht, aber nur dort, wo keine lokale Regel dagegensteht. Hier ist die lokale Regel ein vollständiges Verbot über die ganze Gemeinde, es gibt also keinen höheren oder ruhigeren Platz am See, der ihm entgeht. Das Toleranz-Argument zieht am Riffelsee nicht.

Am Gornergrat übernachten

Das Kulmhotel Gornergrat und das Riffelhaus 1853 sind nur einen kurzen Fussweg vom See entfernt, du kannst also ohne Zelt zum Morgen- oder Abendlicht am Ufer stehen. Beachte, dass der einzige Campingplatz in Zermatt nach einer Steinschlag-Neubeurteilung für die Saison Sommer 2026 geschlossen ist, und die Gemeinde klar gesagt hat, dass die Schliessung Wildcampen nicht toleriert macht6.

SAC-Hütten

Rund um das Zermatter Tal gibt es mehrere SAC-Hütten. Schau im SAC-Hüttenverzeichnis, was offen ist und was zu deiner Route passt.

Nimm die frühen und späten Züge

Die Gornergrat Bahn fährt spezielle Sonnenaufgangs-Abfahrten und ein vergünstigtes Nachmittagsticket ab 15:30, die die Lücke zwischen dem normalen Fahrplan und dem guten Licht schliessen, ohne dass du am Boden gegen die Regeln verstösst2. Zu Fuss aus dem Tal hochzulaufen ist langsam, lässt dich aber vor dem ersten Zug am Ufer sein.

Wenn es ein echter Notfall ist

Ein echtes Notbiwak, erzwungen durch eine Verletzung, einen plötzlichen Sturm oder Steinschlag, ist überall in den Alpen erlaubt und wird nie gebüsst. Absichtlich draussen zu übernachten, um den Sonnenaufgang zu erwischen, ist kein Notfall, und die Wildhüter behandeln es als geplantes, illegales Campieren7.

Offizielle Quellen. Artikel 43 des Zermatter Polizeireglements (2022)5, die Medienmitteilung der Gemeinde zur Campingplatz-Schliessung 20266, das SAC-Merkblatt «Campieren und Biwakieren in den Alpen» auf sac-cas.ch und die BAFU-Karte der Schutzgebiete auf map.geo.admin.ch.

Der Riffelsee steht im Swiss Gems Guide mit GPS-Pin, Anreise-Notizen und Wildcamping-Verdict, neben 140 anderen Spots, die ich in der Schweiz kartiert habe. Wenn dir diese Art Feldnotiz etwas bringt, dort liegen alle.

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Die komplette rechtliche Aufschlüsselung, die Bussen und die legalen Morgenlicht-Optionen, steht in Wildcampen am Riffelsee.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Tageszeit für das Riffelsee-Foto?
Sonnenaufgang. Im ersten Licht wird die Matterhorn-Spitze für vielleicht fünf Minuten rot, und am Morgen ist die Chance auf stilles Wasser am grössten. Sei vor Sonnenaufgang am Ufer. Im Sommer kommt der erste Zug erst nach Sonnenaufgang an, ein sehr frühes Foto braucht also eine Nacht in der Nähe oder einen langen Aufstieg zu Fuss.
Darf man am Riffelsee campieren?
Nein. Artikel 43 des Zermatter Polizeireglements verbietet Campieren auf allem öffentlichen Boden in der Gemeinde, inklusive der Bergseen, und das deckt schon das blosse Aufstellen eines Zelts am Riffelsee ab. Die Standardbusse beträgt CHF 200 pro Zelt, und weil nächtliche Kontrollen oft per Helikopter erfolgen, kann Zermatt die Einsatzkosten auf dich überwälzen, die in die Tausende gehen. Legale Optionen sind ein Hotel am Gornergrat oder eine SAC-Hütte; der Campingplatz in Zermatt ist für den Sommer 2026 geschlossen. Ein echtes Notbiwak, erzwungen durch eine Verletzung oder plötzliche Gefahr, ist die einzige Ausnahme und wird nie gebüsst.
Wie hoch ist die Busse fürs Wildcampen am Riffelsee?
Die Busse ist nicht immer gleich hoch. Die Grundbusse fürs Zelt auf öffentlichem Grund liegt bei CHF 200, aber in gewissen Fällen kommen die Einsatzkosten der Polizei dazu. Die Zermatter Ranger sprechen darum von mehreren hundert bis zu mehreren Tausend Franken. Das obere Ende entsteht, wenn die nächtliche Kontrolle am See per Helikopter erfolgt und die Flug- und Einsatzkosten den Fehlbaren überwälzt werden.
Wie kommt man zum Riffelsee?
Mit der Gornergrat Bahn von Zermatt bis zur Station Rotenboden. Von dort sind es etwa zehn Minuten zu Fuss runter zum See, auf einem einfachen Weg.
Muss man zum Riffelsee wandern?
Kaum. Der Weg ab der Station Rotenboden dauert etwa zehn Minuten und ist einfach. Der Aufstieg zu Fuss ab Zermatt ist dagegen lang, er lohnt sich nur, wenn du vor dem ersten Zug am See sein willst.
Leon Helg

Leon Helg

Schweizer Filmemacher und Softwareentwickler. Seit 26 Jahren in der Schweiz, verbringt seine freie Zeit in den Schweizer Alpen und kartiert seine Lieblingsspots für Hikebeast. Postet als @leon.helg auf Instagram und TikTok.

Quellen

  1. Riffelsee, 2.757 m, oberhalb von Zermatt bei der Station Rotenboden, Kanton Wallis. Ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet, in dem Campieren, Baden und Feuer verboten sind. valais.ch.
  2. Gornergrat Bahn, die Bahn von Zermatt auf den Gornergrat mit Halt Rotenboden, inklusive Sonnenaufgangs-Abfahrten und einem vergünstigten Nachmittagsticket. gornergrat.ch.
  3. Schweizer Alpen-Club, Merkblatt «Campieren und Biwakieren in den Alpen»: einzelne Biwaks oberhalb der Waldgrenze sind toleriert, wo keine lokalen Regeln dagegenstehen. sac-cas.ch.
  4. Bundesamt für Umwelt (BAFU), Geoportal mit dem BLN-Inventar und den Layern «Wildruhezonen» und «Eidgenössische Jagdbanngebiete». map.geo.admin.ch.
  5. Gemeinde Zermatt, Polizeireglement vom 26. Januar 2022, Artikel 43: Campieren auf öffentlichem Boden ist verboten, auch an den Bergseen. gemeinde.zermatt.ch.
  6. Gemeinde Zermatt, Medienmitteilung: Der Campingplatz Zermatt bleibt nach einer Steinschlag-Neubeurteilung für die Saison Sommer 2026 geschlossen; die Schliessung macht Wildcampen nicht toleriert. gemeinde.zermatt.ch.
  7. Praxis der Regionalpolizei in den Walliser Alpen: eine Standardbusse von CHF 200 pro Zelt, Helikopter-Einsatzkosten, die auf die Verursacher überwälzt werden, und die rechtliche Ausnahme für ein echtes Notbiwak. regionalpolizei-leuk-leukerbad.ch; 1815.ch.